La Prensa Libre
+++ Sportzeitung für Costa Rica +++

Alajuela zerlegt Puntarenas - ein 8:1 der schmerzhaften Sorte

Manchmal fragt man sich, ob ein Fußballspiel wirklich 90 Minuten dauern muss. Am Mittwochabend in Puntarenas war die Antwort: Ja, und für die Heimfans waren es sehr, sehr lange 90 Minuten. CD Alajuela fegte UD Puntarenas mit 8:1 vom Platz - ein Ergebnis, das selbst in der 1. Liga Costa Rica Seltenheitswert hat.

Schon nach sechs Minuten begann das Unheil: Alexandre Carrier, der rechte Flügelstürmer der Gäste, traf eiskalt nach Vorlage von Carl Menendez. Es war das erste Anzeichen dafür, dass Alajuela an diesem Abend nicht zum Plaudern gekommen war. Puntarenas’ Trainer Pätrick Masabaev rief von der Seitenlinie: "Bleibt ruhig, Jungs, erst ein Tor!" - ein Satz, der im Nachhinein wohl in die Vereinsgeschichte eingehen wird.

Kurz darauf keimte Hoffnung auf. Ricardo Makukula, der bullige Mittelstürmer der Hausherren, glich in der 12. Minute nach schöner Vorarbeit von Vitorino Camacho aus. Das Stadion mit seinen 20.000 Zuschauern bebte, die Trommeln dröhnten - und für etwa fünf Minuten glaubte man tatsächlich an ein Fußballwunder. Dann kam Javier Da Cru. Der linke Mittelfeldspieler von Alajuela schlenzte in der 22. Minute den Ball zum 2:1 ins Netz, gefüttert von Amaury Arroyo.

Noch vor der Pause traf Carl Cascon (43.) zum 3:1, nach Da-Cru-Flanke. Es war das klassische "Tor kurz vor der Halbzeit", das Trainer Masabaev später als "psychologisch ungünstig" bezeichnete - vermutlich die Untertreibung des Jahres.

Was danach geschah, war ein einseitiges Lehrstück in Sachen Effizienz. Alajuela spielte offensiv, aber mit chirurgischer Präzision. Kein wildes Pressing, kein hektisches Ballgeschiebe - einfach Fußball in seiner klarsten Form. In der 49. Minute startete Cascon seinen persönlichen Galaabend mit dem 4:1, erneut nach Zuspiel von Da Cru. Sechs Minuten später legte er mit dem 5:1 nach, diesmal flankte Rechtsverteidiger Ernst Heinrich.

"Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", gab Puntarenas-Keeper Cesc Gutierre nach dem Spiel zu. "Aber nach dem sechsten Tor habe ich mir gewünscht, der Schiedsrichter pfeift einfach ab."

Doch Alajuela hatte noch nicht genug. Alexandre Carrier traf in der 59. Minute erneut, wieder nach einer Kombination über Da Cru. Dann durfte auch der junge Noe Butragueno (21) ran - in der 71. Minute netzte er nach Vorlage von Carrier ein. Zwei Minuten später schloss Cascon den Torreigen mit seinem vierten Treffer des Abends, diesmal bedient von Butragueno.

8:1 stand es am Ende, und wer die Statistik liest, könnte glauben, das Spiel sei halbwegs ausgeglichen gewesen: 46 Prozent Ballbesitz für Puntarenas, neun Torschüsse gegenüber 20 der Gäste. Doch Zahlen lügen manchmal. Alajuela war in jeder Sekunde präsent, während Puntarenas’ Verteidiger eher wie Statisten wirkten, die versehentlich auf der Bühne des gegnerischen Angriffsdramas gelandet waren.

Trainer John Cena - ja, er heißt wirklich so - blieb erstaunlich gelassen: "Wir wollten einfach Spaß haben und Tore schießen. Dass es acht wurden, ist Bonusmaterial." Sein Gegenüber Masabaev hingegen suchte nach Erklärungen: "Wir wollten kontern, aber man muss dafür auch mal den Ball haben."

In der 79. Minute sah Veniamin Kirilenko noch Gelb - wohl aus Frust, nachdem er einen weiteren Angriff nur noch mit einem beherzten Griff zum Trikot stoppen konnte. Das Publikum quittierte es mit Galgenhumor: "Endlich mal ein Puntarenas-Spieler, der trifft - wenn auch nur den Gegner", rief ein Fan von der Haupttribüne.

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten selbst einige Heimfans den Gästen. Denn trotz der Demütigung war klar: Alajuela hatte Fußball zelebriert. Technisch, schnell, gnadenlos.

"Wenn man acht Dinger kassiert, sollte man sich nicht über den Rasen beschweren", murmelte Masabaev zum Abschied, bevor er in der Kabine verschwand.

Vielleicht war es ein Ausrutscher, vielleicht ein Weckruf. Für Alajuela aber war es ein Statement - und für Puntarenas ein Abend, den man wohl so schnell nicht vergessen wird.

Und irgendwo in Puntarenas wird jetzt jemand sagen: "Immerhin haben wir das erste Tor nicht kassiert, sondern geschossen." Kleine Siege zählen schließlich auch.

07.07.643993 01:01
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