Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

AEL Athen trotzt roter Karte - 2:1-Sieg gegen Giannina mit griechischem Drama

Es war ein Abend, wie ihn nur der griechische Fußball hervorbringen kann: 37.051 Zuschauer im stimmungsvollen Stadion von Larissa, drei Tore in einer Halbzeit, eine rote Karte direkt nach Wiederanpfiff und ein Heimsieg, der mehr nach Heldengeschichte als nach Statistik roch. AEL Athen besiegte Giannina am 11. Spieltag der ersten Liga Griechenlands mit 2:1 - und das trotz Unterzahl über fast die gesamte zweite Halbzeit.

Schon der Auftakt versprach Feuer. Keine drei Minuten waren gespielt, da prüfte Achilleas Iosifidis erstmals den gegnerischen Keeper Jaime Oliveira mit einem kernigen Schuss aus spitzem Winkel. Trainer Ryan Mystery sprang da schon an der Seitenlinie auf und feuerte seine Mannschaft an, als hätte er geahnt, dass dieser Abend noch lang werden würde.

Nach einigen munteren Angriffen über die Flügel - Athen spielte von Beginn an mit einer klar offensiven Ausrichtung - fiel in der 28. Minute das erste Tor: Jose Maria Costinha, der flinken Rechtsaußen mit der Statur eines Mittelstreckenläufers, zog nach innen, ließ zwei Verteidiger stehen und schob den Ball flach ins lange Eck. "Ich wollte ihn eigentlich lupfen", grinste Costinha später, "aber dann dachte ich mir, lieber sicher als schön."

Doch Giannina zeigte Moral. Nur sechs Minuten später stellte Christiano Conceicao den Spielstand wieder her. Der Portugiese, der über die linke Seite permanent Dampf machte, nutzte eine Unachtsamkeit in der Athener Abwehr und traf eiskalt zum Ausgleich. Es war das 1:1, und plötzlich wurde es ruhig im Rund - zumindest für 120 Sekunden.

Denn kurz vor der Pause legte AEL Athen noch einmal nach: Luís Travassos, der bullige Mittelstürmer, köpfte nach einer butterweichen Flanke von Uwe Schubert zur erneuten Führung ein (45.). Trainer Mystery riss die Arme hoch, Schubert jubelte mit einem Sprung, der eher an Ballett als an Fußball erinnerte. "Wir hatten uns vorgenommen, über die Flügel mutig zu bleiben", erklärte Schubert lachend, "und dass das dann so klappt, ist natürlich perfekt."

Doch kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, folgte der Rückschlag: Gunnar Hoffmann, sonst Fels in der Abwehrbrandung, sah nach einem übermotivierten Einsteigen glatt Rot (46.). "Ich wollte nur den Ball treffen", beteuerte er später, "aber der Ball war wohl etwas schüchterner als ich." Sein Trainer verzog das Gesicht, lächelte dann bitter: "Manchmal ist zu viel Einsatz eben auch ein Problem", murmelte Mystery ins Mikrofon.

In Unterzahl zog sich Athen zurück, stellte auf lange Bälle und Konter um. Die Statistik zeigte zwar am Ende 52,6 Prozent Ballbesitz für die Hausherren, aber das täuscht: Der zweite Durchgang gehörte fast ausschließlich Giannina. Gleich in der 52. Minute zog Nelson Couto ab, kurz darauf prüfte Amaury Figo den Athener Keeper Simone Ferrari mit einem wuchtigen Freistoß. Ferrari, sonst eher unscheinbar, wuchs in diesem Spiel über sich hinaus - mindestens drei Paraden retteten den Sieg.

Giannina-Coach Kai Häntsch wirkte an der Seitenlinie zunehmend verzweifelt. "Wir hatten Chancen genug für zwei Spiele", sagte er nach Abpfiff, "aber Tore zählen leider, und nicht gute Statistiken." Tatsächlich verzeichnete sein Team zehn Schüsse aufs Tor - zwei mehr als Athen -, doch der Ball wollte einfach nicht mehr über die Linie.

In der Schlussphase warfen die Gäste alles nach vorne. Salvador Dominguez, der omnipräsente Mittelfeldmotor, zog aus 25 Metern ab (83.), knapp drüber. In der 87. Minute versuchte es noch einmal Conceicao, aber Ferrari war wieder zur Stelle. Athen verteidigte mit allem, was Beine hatte, und spielte Konter, die eher an Stoßgebete erinnerten als an strukturierte Angriffe.

Als Schiedsrichter Georgiou nach 93 Minuten endlich abpfiff, lagen sich die Athener Spieler erschöpft in den Armen. Travassos sank auf die Knie, Ferrari trommelte sich auf die Brust, und Trainer Mystery grinste: "Mit zehn Mann, das ist doppelt schön. Vielleicht sollten wir das nächste Mal gleich so anfangen."

Giannina hingegen reiste mit leeren Händen, aber nicht ohne Stolz ab. "Wir waren nicht schlechter, nur weniger effizient", resümierte Kapitän Diego Albentosa, und man glaubte ihm jedes Wort.

Ein Spiel, das alles hatte - Tore, Drama, Emotionen und eine rote Karte, die fast zur Nebensache wurde. Am Ende stand AEL Athen als Sieger da, aber auch als Mahnung an alle, die glauben, Fußball sei berechenbar. In Griechenland ist er das bekanntlich nie.

Oder, wie ein Zuschauer auf der Tribüne süffisant bemerkte: "Das war kein Spiel, das war ein Mythos mit Schiedsrichter."

07.03.643994 09:12
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In der Schule gab's für mich Höhen und Tiefen. Die Höhen waren der Fußball.
Thomas Häßler
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