Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

AEL Athen tanzt Kallithea FC schwindelig - 2:0-Heimsieg mit Stil und Spielfreude

Es war einer dieser Abende in Athen, an denen der Ball einfach lieber für die Heimmannschaft rollt. AEL Athen besiegte am 4. Spieltag der 1. Liga Griechenlands vor 21.492 Zuschauern den Kallithea FC mit 2:0 (1:0) - ein Ergebnis, das ebenso verdient wie unterhaltsam zustande kam. Trainer Ryan Mystery konnte nach Abpfiff zufrieden lächeln, während sein Gegenüber Artemis Ioannis sich wohl fragte, ob seine Elf den Ball überhaupt jemals wirklich hatte.

54,9 Prozent Ballbesitz für AEL, 19 Torschüsse gegenüber mageren vier Versuchen von Kallithea - die Zahlen erzählen die Geschichte einer Mannschaft, die wollte, und einer, die musste, aber nicht konnte. Athen spielte mit Selbstvertrauen, technischer Finesse und einer Prise jugendlichem Übermut, verkörpert durch den erst 17-jährigen Paisis Terzanidis, der mit seinen quirligen Läufen die linke Seite belebte. "Ich dachte, er kriegt gleich Höhenangst, so weit oben auf dem Flügel war er manchmal", scherzte Trainer Mystery nach dem Spiel.

Das erste Tor fiel in der 29. Minute, als Jose Maria Costinha, der 22-jährige Portugiese auf der rechten Außenbahn, trocken vollendete. Nach mehreren Anläufen zuvor - er hatte bereits in der 9., 19. und 20. Minute aufs Tor geschossen - fand er endlich die Lücke. "Ich hab einfach weiter draufgehalten, irgendwann musste der Ball ja mal rein", grinste Costinha später in die Kameras. Sein Treffer war sinnbildlich für AELs Angriffsspiel: geduldig, präzise und mit der nötigen Portion Selbstbewusstsein.

Kallithea dagegen wirkte über weite Strecken wie ein Tourist im Straßenverkehr von Athen - ständig im falschen Moment am falschen Ort. Vitorino Deco versuchte zwar in der 15. und 83. Minute mit Distanzschüssen, für Gefahr zu sorgen, doch AEL-Keeper Tyler Hannigan blieb nahezu beschäftigungslos. "Ich hätte fast meine Handschuhe vergessen, so selten war der Ball bei mir", witzelte der Torwart beim Abgang in die Kabine.

In der zweiten Halbzeit machte AEL einfach weiter. Die Mannschaft blieb taktisch ausgeglichen ("BALANCED", wie es im modernen Jargon heißt), griff aber zunehmend über die Flügel an. Immer wieder kombinierten sich Terzanidis und Iosifidis über links nach vorne, während Anargiros Lagonikakis und Anthimos Papadopoulos auf rechts für Wirbel sorgten. Letzterer war es schließlich, der in der 81. Minute die Entscheidung herbeiführte. Nach einem Doppelpass im Strafraum zog Papadopoulos ab - 2:0, Stadion in Ekstase. "Ich wollte eigentlich flanken, ehrlich", gab der Torschütze später mit einem Augenzwinkern zu.

Trainer Mystery nahm’s sportlich: "Wenn er solche Flanken öfter schlägt, darf er das weitermachen." Das Publikum jedenfalls feierte, als hätte Papadopoulos gerade die Akropolis persönlich restauriert.

Kallithea versuchte in den Schlussminuten noch einmal, das Ergebnis zu korrigieren, doch die Ideenlosigkeit blieb ihr treu. Artemis Ioannis stand an der Seitenlinie mit verschränkten Armen und dem Blick eines Mannes, der in der 85. Minute erkennt, dass die Busfahrkarte abgelaufen ist. "Wir haben gut verteidigt, bis wir nicht mehr verteidigt haben", sagte er trocken in der Pressekonferenz. Ein Satz, der das Spiel seiner Mannschaft besser zusammenfasst als jede Statistik.

AEL hingegen spielte die Partie routiniert zu Ende, ohne sich in unnötige Scharmützel zu verstricken. Silvestre Carcedo und Alvertos Charisteas hielten das Zentrum stabil, während die Defensive um Lekkas und Darlas selten ernsthaft geprüft wurde. 57,8 Prozent gewonnene Zweikämpfe sprechen eine klare Sprache: Athen wollte den Sieg - und bekam ihn.

Als der Schlusspfiff ertönte, sangen die Fans noch lange, und über dem Stadion von Larisa lag ein Hauch von Euphorie. "Das war heute ein Statement", betonte Trainer Mystery. "Wir wollten zeigen, dass wir oben mitspielen können - und das war kein Zufall."

Kallithea wird sich in den kommenden Tagen mit der Frage beschäftigen müssen, wie man aus 45 Prozent Ballbesitz mehr macht als vier harmlose Schüsse. AEL Athen dagegen darf vom nächsten Spieltag mit breiter Brust träumen.

Und irgendwo, tief in der Kabine, soll Jose Maria Costinha seinen Mitspielern zugerufen haben: "Wenn wir so weiterspielen, kauft uns bald keiner mehr - weil keiner uns stoppen kann."

Ein bisschen Größenwahn gehört halt dazu.

03.07.643990 18:18
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Er hatte plötzlich Sehstörungen. Vielleicht hat er deshalb das Tor getroffen.
Matthias Sammer über Lars Ricken, der nach einen Zusammenprall ein Tor schoss und dann mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager