Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

AEL Athen tanzt Ilisiakos aus - 2:0 und ein Hauch von Attika-Zauber

Man muss die Griechen ja lieben für ihre Dramatik - selbst wenn sie nüchtern 2:0 gewinnen. AEL Athen besiegte am Freitagabend Ilisiakos im heimischen Stadion vor 31.370 Zuschauern klar und verdient, allerdings mit dem typischen Hang zur theatralischen Überhöhung: ein bisschen Pathos, ein bisschen Chaos, und am Ende ein Hauch Fußballromantik.

Trainer Ryan Mystery hatte vor dem Anpfiff noch gewitzelt: "Wenn wir 20 Torschüsse brauchen, um zwei Tore zu machen, dann ist das immerhin effizienter als letzte Woche." Er sollte nicht ganz daneben liegen - exakt 20 Mal feuerten seine Athener auf das gegnerische Tor, und immerhin zweimal zappelte der Ball im Netz.

Der Beginn war munter, allerdings eher wie ein Spaziergang durch den Stadtpark als wie ein Hochgeschwindigkeitsduell. AEL ließ den Ball laufen, 50,9 Prozent Ballbesitz standen am Ende zu Buche, also fast eine mathematisch perfekte Balance. In der 7. Minute prüfte Anargiros Lagonikakis den jungen Ilisiakos-Keeper Mateo Fernandez erstmals ernsthaft, und der 18-Jährige warf sich so beherzt in den Schuss, dass man dachte, er wolle den Ball adoptieren.

In der 39. Minute dann die Erlösung für die Gastgeber: James Badham, gerade mal 20 Jahre alt und mit der Frische eines Studenten im ersten Semester, traf nach feinem Zuspiel von Lagonikakis - 1:0. Das Stadion jubelte, und Badham gestand später lachend: "Ich wollte eigentlich flanken, aber der Ball hatte wohl andere Pläne." Trainer Mystery nickte hinterher trocken: "Dann soll er ruhig öfter so flanken."

Ilisiakos, trainiert von keinem Geringeren als Karim Benzema - ja, *der* Benzema -, versuchte nach der Pause, Struktur ins Spiel zu bringen. Doch Struktur ist etwas, das AEL Athen an diesem Abend einfach nicht hergab. Zwar hatte Ilisiakos mit fast identischem Ballbesitz (49,1 Prozent) statistisch gesehen einigermaßen mitgespielt, doch in Wahrheit war das wie der Versuch, mit einem Teelöffel gegen den Wind anzuschöpfen. Drei kümmerliche Torschüsse - das war alles, was die Gäste zustande brachten.

"Wir wollten kompakt stehen und auf unsere Chance warten", erklärte Benzema nach dem Spiel, "aber Athen hat uns einfach nicht eingeladen." Vielleicht lag es auch an der zarten Aggressivität seiner Mannschaft - "STANDARD" nennt man das in den Taktiktafeln, im echten Leben heißt es: etwas zu höflich für die 1. Liga.

In der 69. Minute machte Anthimos Athanasiadis den Deckel drauf. Nach einem klugen Pass des 17-jährigen Paisis Terzanidis - der aussah, als würde er gerade vom Schulunterricht kommen - schob der 26-Jährige trocken ein. 2:0. Keine Frage, der Mann hatte vorher schon mehrfach geklopft, in der 10., 38. und 69. Minute war er immer wieder gefährlich gewesen - diesmal durfte er feiern.

"Ich hatte das Gefühl, der Ball will endlich rein", grinste Athanasiadis später. "Paisis hat ihn mir auf den Teller gelegt, ich musste nur noch essen." Eine Art mediterrane Fußballküche also, serviert mit jugendlicher Leichtigkeit.

Die letzten 20 Minuten waren dann Schaulaufen. AEL spielte den Ball sicher, wechselte in der 78. Minute noch zweimal: Der 17-jährige Tiago Antonio kam für Torschütze Athanasiadis, und Karolos Darlas ersetzte Stefanos Katranas in der Innenverteidigung. "Ich wollte die Jungs belohnen", sagte Mystery. "Und außerdem sah Tiago so gelangweilt aus auf der Bank."

Ilisiakos dagegen kämpfte mit sich selbst. Zwei Gelbe Karten (Marco Pacos in der 72., Marinos Antoniou in der 73.) waren die einzigen echten Lebenszeichen. Benzema stand stoisch an der Seitenlinie, Hände in den Taschen, ein Mann, der schon Champions-League-Finals erlebt hat - aber wohl selten so viele Rückpässe auf einmal.

Am Ende blieb es beim 2:0. AEL Athen siegte souverän, ohne zu glänzen, aber mit der nötigen Konsequenz, die man im Titelrennen braucht. Und Ilisiakos? Sie werden sich an den Abend erinnern, vielleicht nicht gern, aber immerhin mit der Gewissheit, dass selbst Legenden wie Benzema einmal zuschauen müssen, wie ein 17-Jähriger den Unterschied macht.

"Wir haben heute mehr gelächelt als gewonnen", sagte Mystery augenzwinkernd auf der Pressekonferenz. "Aber beides fühlt sich gut an." Und während das Flutlicht langsam erlosch, stand der Trainer noch auf dem Rasen, winkte den Fans zu und murmelte: "So spielt man Fußball in Athen - mit Stil, Schweiß und ein bisschen Selbstironie."

Ein Fazit, das man sich merken kann.

01.12.643990 03:10
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Zum Glück habe ich nur eine Struktur.
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