Athlitiki Icho
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AEL Athen siegt mit Flügelspiel und französischem Flair

Es war einer dieser Abende in Larissa, an denen schon beim Einlaufen klar war: Hier brennt etwas. 31.177 Zuschauer im AEL-Stadion sahen einen Heimsieg, der keine Fragen offenließ - und doch genug Gesprächsstoff bot. AEL Athen besiegte Kastoria FC mit 3:1 (2:1) und zeigte dabei Fußball zwischen Wucht, Witz und gelegentlicher Selbstverliebtheit.

Schon nach 60 Sekunden explodierte das Stadion. Elliot Bataillard, der französische Linksaußen mit der Seidensohle und dem Haargelverbrauch eines ganzen Friseursalons, traf nach einem scharfen Pass von Innenverteidiger Gunnar Hoffmann zum 1:0. "Ich hab’ einfach gedacht: Warum nicht gleich?", grinste Bataillard später. Trainer Ryan Mystery, der mit verschränkten Armen an der Seitenlinie stand, murmelte trocken: "Das war wohl der kürzeste Matchplan meiner Karriere."

Doch Athen wäre nicht Athen, wenn es nicht auch kurzzeitig gefährlich lebhaft würde. In der 24. Minute glich Kastorias Daniele Lorusso aus - ein schneller Konter, eiskalt vollendet. AEL-Torwart Tyler Hannigan sah dem Ball hinterher, als hätte er gerade eine philosophische Erkenntnis: "Ich hab ihn kommen sehen, aber ich wollte ihm den Moment einfach nicht verderben", scherzte er nach dem Spiel.

Das Gegentor wirkte wie ein Weckruf. Athen nahm das Heft wieder in die Hand, im wahrsten Sinne: 56 Prozent Ballbesitz, 18 Torschüsse, und das Gefühl, dass sie in jeder Minute hätten treffen können. Besonders James Badham, der 21-jährige Engländer auf dem linken Flügel, wirbelte seine Gegenspieler schwindelig. In der 39. Minute belohnte er sich - nach schöner Vorarbeit von Evangelos Choutos - mit dem 2:1. Der Jubel fiel entsprechend aus: Arme in die Luft, Blick zur Kurve, und dann ein energisches "Come on!", das auch ohne Übersetzung verstanden wurde.

In der Halbzeit wirkte Kastoria-Coach Greg Vlachopoulos gefasst. "Wir müssen das Zentrum besser schließen", sagte er zu seinen Spielern - und vermutlich auch dreimal zu sich selbst. Doch seine Elf blieb brav im Mittelfeld hängen, während Athen weiter über die Flügel drückte.

Das 3:1 fiel schließlich in der 56. Minute - und es war so schön, dass selbst neutrale Zuschauer kurz lächeln mussten. Anthimos Athanasiadis, der rechte Stürmer, traf nach perfektem Zuspiel seines Namensvetters Papadopoulos. "Zwei Anthimos, ein Gedanke", witzelte Trainer Mystery später. Kastoria dagegen wirkte, als hätte man ihnen die Koordinaten des eigenen Strafraums entzogen.

Die Gäste kamen insgesamt auf drei Torschüsse - einer davon in der Nachspielzeit, als Antonios Ardizoglou noch einmal abzog, wohl mehr aus Prinzip als aus Überzeugung. Athen dagegen spielte sich in einen Rausch, verpasste aber weitere Treffer, weil Badhams Schüsse mal knapp vorbei und mal genau auf Torwart Elias Kluge gingen. Der hatte trotz der drei Gegentore einen guten Abend und schien den Humor nicht verloren zu haben. "Ich hab so viele Bälle gesehen, ich fühl mich wie im Flipperautomaten", sagte er und grinste.

In der 78. Minute sah Kastorias Abwehrmann Fernando Andrade Gelb - wohl aus Frust über die stetigen Überzahlsituationen, die Athen auf den Flügeln kreierte. Der Schiedsrichter deutete an, dass es beim nächsten Mal "ernster" würde, und Andrade nickte nur. "Ich wollte ja nur Hallo sagen", sagte er später mit einem Schulterzucken.

Taktisch blieb AEL Athen seinem Flügelspiel treu - "Wings" war das Stichwort, und genau da lag die Stärke. Pressing? Nur, wenn’s nötig war - aber am Ende stand die Mannschaft hoch, aggressiv, und doch kontrolliert. Kastoria dagegen blieb über 90 Minuten "balanciert", was in diesem Fall so viel hieß wie: zu brav fürs Chaos.

Nach Abpfiff war die Stimmung ausgelassen. Trainer Mystery, sonst kein Mann großer Worte, sagte mit einem Hauch Selbstironie: "Drei Tore, kein Drama - das ist fast langweilig. Aber ich kann damit leben."

Kastoria-Coach Vlachopoulos nahm’s sportlich: "Wenn du nur drei Schüsse hast, musst du wenigstens einer davon ins Museum hängen."

Und so verabschiedete sich das Publikum in die laue Nacht von Larissa, zufrieden und leicht beschwingt. AEL Athen hat sich mit diesem 3:1 endgültig im oberen Tabellendrittel festgekrallt - und gezeigt, dass Flügelspiel, französische Eleganz und britischer Tatendrang eine ziemlich unterhaltsame Mischung ergeben.

Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn sie so weiterspielen, brauchen sie bald eine Startbahn statt eines Rasens."

04.05.643994 04:52
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