Athlitiki Icho
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AEL Athen siegt eiskalt - Arias FC verzweifelt an der eigenen Chancenflut

Ein kalter Februarabend, Flutlicht, 20.000 Zuschauer im Stadion von Arias - und doch war es AEL Athen, das am Ende den Platz erhobenen Hauptes verließ. 0:3 hieß es nach 90 Minuten eines Spiels, das für die Gastgeber so verheißungsvoll begann, dass man fast Mitleid mit ihnen haben musste. Fast.

Denn wer in den ersten zehn Minuten gleich drei Mal aufs Tor schießt und trotzdem mit leeren Händen dasteht, sollte sich fragen, ob Fortuna vielleicht doch lieber Urlaub in Athen macht. Dorimedon Tsionanis prüfte in der ersten Minute Athener Keeper Tyler Hannigan mit einem satten Schuss, kurz darauf folgten zwei Versuche von Efthymios Gounaris - beide Male entschärft, einmal spektakulär mit der Faust, einmal mit der Fußspitze. Hannigan grinste danach in Richtung der Heimkurve: "Ich hatte heute einfach das Gefühl, dass keiner mir was anhaben kann."

AEL Athen tat derweil das, was clevere Auswärtsteams eben tun: ruhig bleiben, lange Bälle spielen und auf den Moment warten. Der kam in der 35. Minute. Silvestre Carcedo legte quer, Achilleas Iosifidis nahm Maß, und der Ball zappelte im Netz. 0:1 - und plötzlich hörte man im Stadion nur noch das Fluchen der Arias-Fans, während die Gäste jubelnd in den Nachthimmel zeigten.

Trainer Ryan Mystery von AEL Athen blieb gewohnt gelassen. "Wir wollten die Balance halten, kompakt stehen und unsere Chancen nutzen. Klingt simpel - ist aber Arbeit." Arbeit, die fruchtete: Nach der Pause, kaum hatte Arias FC den Anpfiff vernommen, stand es 0:2. Silvestre Carcedo, der schon den ersten Treffer vorbereitet hatte, vollendete diesmal selbst, nach klugem Zuspiel von Anargiros Lagonikakis. Der Schuss war so präzise, dass Charilaos Dellas im Tor von Arias nur den Kopf schütteln konnte.

"Wir hatten alles unter Kontrolle - bis wir plötzlich gar nichts mehr unter Kontrolle hatten", meinte Arias-Kapitän Georg Kunz später mit bitterem Lächeln. "Nach dem 0:2 war bei uns der Kopf weg. Und ohne Kopf spielt man eben wie ein kopfloser Huhn."

Dabei waren die Statistiken gar nicht so einseitig: 49 Prozent Ballbesitz für Arias FC, 12 Torschüsse, kein einziger Treffer. AEL Athen hingegen traf dreimal bei 18 Versuchen - Effizienz, die einem Mathematiker Tränen in die Augen treiben würde.

Und als ob das Schicksal noch einen draufsetzen wollte, musste Kunz in der 95. Minute verletzt raus. Die Szene war sinnbildlich: ein Sprint, ein Stolpern, ein schmerzverzerrtes Gesicht - und dann kam die Trage. Für ihn kam der junge Diogenis Kirastas, der immerhin noch einen Schussversuch in der Nachspielzeit wagte, aber auch dieser landete in den sicheren Händen von Hannigan.

Den Schlusspunkt setzte erneut Achilleas Iosifidis in der 83. Minute, als er nach Vorarbeit des erst 17-jährigen Linksverteidigers Diego Tortosa eiskalt zum 0:3 einschob. "Der Junge hat keine Angst", lobte Mystery den Teenager später. "Mit 17 schon so ein Pass - das ist kein Zufall."

Arias-Trainer (dessen Name die Vereinsleitung nach Abpfiff lieber nicht nannte) war hingegen weniger gesprächig. Auf die Frage, was seiner Mannschaft gefehlt habe, antwortete er nur: "Drei Tore, offensichtlich." Dann verschwand er kopfschüttelnd im Kabinengang.

Die Zuschauer quittierten die Leistung ihres Teams mit höflichem, aber spürbar ironischem Applaus. Ein älterer Herr auf der Haupttribüne rief: "Wir hätten auch noch bis Mitternacht spielen können - getroffen hätten wir trotzdem nicht!"

Immerhin: Kämpferisch war Arias FC nicht völlig unterlegen. Die Zweikampfquote von 47,6 Prozent spricht für Einsatz, wenn auch nicht für Effektivität. Doch gegen ein so diszipliniertes und taktisch klug abgestimmtes Team wie AEL Athen - mit langen Pässen, sicherem Abschluss und stoischer Ruhe - war am 11. Spieltag der griechischen Liga einfach nichts zu holen.

"Wir haben gezeigt, dass man auch auswärts dominieren kann, ohne ständig den Ball zu haben", resümierte Carcedo, der mit einem Tor und einer Vorlage zum Mann des Abends wurde. "Manchmal muss man nur warten, bis der Gegner sich selbst besiegt."

AEL Athen springt mit diesem Sieg weiter nach oben in der Tabelle, während Arias FC mit seinen vergebenen Chancen in die Trainingswoche stolpert. Vielleicht üben sie dort, wie man aus zwölf Torschüssen wenigstens einen Treffer macht.

Oder, wie ein Fan es beim Hinausgehen trocken formulierte: "Wir hatten Chancen für zwei Spiele - aber Tore für keins."

Ein Satz, der den Abend perfekt zusammenfasst.

22.09.643990 17:20
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