Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Zukunft Magdeburg stolpert daheim - Jannick Fritsch trifft doppelt für Weiler

10857 Zuschauer im Magdeburger Stadion sahen am Samstagabend ein Spiel, das man so auch als Lehrfilm über verpasste Chancen zeigen könnte. Zukunft Magdeburg dominierte den Ball, Weiler im Allgäu dominierte das Ergebnis. Am Ende stand ein 1:2 (1:2) - mit einem jungen Mann im Mittelpunkt, der sich anschickt, der neue Schrecken der Defensivreihen zu werden: Jannick Fritsch, 21 Jahre alt, zwei Tore, eiskalt wie eine Februar-Nacht.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen. In der 19. Minute schickte Luis Benitez mit einem butterweichen Pass aus dem linken Mittelfeld den eigenen Sturmführer Wilhelm Gerlach ins Rennen. Gerlach nahm den Ball mit der Brust, schaute kurz auf, sah die Lücke - und schoss flach ins rechte Eck. 1:0 für Magdeburg, das Stadion tobte. "Da dachte ich: Jetzt rollt’s", meinte Trainer FC Zukunft später mit einem Lächeln, das eher gequält als siegessicher wirkte.

Denn Weiler zeigte sich unbeeindruckt. Der Gast, von Mino Raiola mit gewohntem Understatement auf die Partie eingestellt ("Wir spielen einfach Fußball, und manchmal klappt’s"), lauerte auf seine Momente. Felipe Gama, quirlig wie ein Eichhörnchen auf Espresso, prüfte Torhüter Hinz schon früh mit zwei Schüssen. Doch der Ausgleich fiel erst kurz vor der Pause - und dann gleich doppelt.

In der 43. Minute setzte sich Gama auf links durch, flankte scharf nach innen, und Fritsch drosch den Ball volley ins Netz. Nur zwei Minuten später stand erneut Fritsch goldrichtig, als Magdeburgs Abwehr kollektiv auf Abseits spielte - aber der Linienrichter nicht. 1:2, Halbzeit. "Ich hab einfach geschossen", grinste der Doppeltorschütze später. "Wenn man zu viel nachdenkt, geht der Ball eh daneben."

Die zweite Hälfte war dann ein Lehrstück in Geduld und Verzweiflung. Magdeburg hatte fast 58 Prozent Ballbesitz, kombinierte, passte, dribbelte - aber der Ball wollte nicht mehr rein. Asier Agirre versuchte es gleich dreimal aus der Distanz (48., 54., 70.), Wilhelm Gerlach rackerte, Luis Benitez flankte, Joshua Hahn prüfte den Gästekeeper - doch immer fehlten Zentimeter oder ein Fuß dazwischen.

Weiler im Allgäu spielte derweil den Part des cleveren Gastes perfekt: kompakt stehen, kontern, Zeit von der Uhr nehmen. In der 60. Minute wechselte Raiola gleich dreifach - und brachte mit Ben Meister (17), Asen Todorow (18) und Friedrich Jacobs (18) eine Teenie-Abwehr, die erstaunlich abgeklärt wirkte. "Unsere Jungs haben keine Angst, höchstens vor Mathearbeiten", witzelte der Trainer nach Abpfiff.

Gelbe Karten gab’s auch: Bernd Jahn sah sie in der 36. Minute für ein rustikales Einsteigen, Magdeburgs Christopher Wimmer in der 72. für Frust-Taktik, und kurz vor Schluss erwischte es noch Jürgen Linke bei Weiler. Das passte zum Spiel - fair, aber mit Kanten.

Zukunfts Coach FC Zukunft (ja, so heißt er wirklich) schüttelte nach Schlusspfiff den Kopf: "Wir hatten das Spiel im Griff, nur leider nicht das Tor." Statistisch hat er recht: 8:11 Torschüsse, mehr Ballbesitz, aber eben weniger Effizienz. Und in Fußballtabellen zählen bekanntlich keine Prozente, sondern Punkte.

Weiler im Allgäu dagegen feierte ausgelassen. Fritsch wurde von seinen Mitspielern fast erdrückt, während Gama lachend in Richtung Tribüne winkte. "Zwei Tore kurz vor der Pause - das war der Knackpunkt", analysierte Raiola mit einem Grinsen, das nahelegte, dass er diesen Plan schon beim Anpfiff im Kopf hatte.

Magdeburgs Fans verabschiedeten ihr Team mit Applaus, aber auch einem leisen Murren. Ein älterer Zuschauer auf der Haupttribüne brachte es auf den Punkt: "Schön gespielt, aber schön verliert sich halt auch." Und während die Flutlichter langsam erloschen, schien der Frust in Magdeburg fast so dicht wie der Dampf aus den Bratwurstständen.

Am Ende bleibt eine bittere Erkenntnis: Wer Chancen nicht nutzt, bekommt von eiskalten Allgäuern die Quittung. Zukunft Magdeburg bleibt damit im Mittelfeld stecken, während Weiler im Allgäu den Blick nach oben richten darf.

"Wir haben gezeigt, dass man auch mit 42 Prozent Ballbesitz gewinnen kann", sagte Fritsch zum Abschied und grinste noch einmal breit. FC Zukunft hingegen murmelte etwas von "nächste Woche wird’s besser" - und verschwand mit gesenktem Kopf im Kabinengang.

So war es also: ein Abend voller Hoffnung, Hektik und hängender Köpfe - und ein Beweis, dass Fußball manchmal ganz einfach ist. Wer die Tore schießt, gewinnt. Wer sich auf den Ballbesitz verlässt, der hat ihn am Ende nur noch beim Anstoß.

28.01.643991 00:06
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Die Fans müssen wissen, dass ich kein Clown bin.
Oliver Kahn
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager