Anpfiff
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Wusterwitz trotzt Fortuna - ein 2:2, das nach mehr schmeckt

Ein lauer Februarabend, Flutlicht, 6082 Zuschauer, Bier in Plastikbechern: Ideale Bedingungen für ein Spiel, das man in Wusterwitz so schnell nicht vergessen wird. Der FC Wusterwitz und Fortuna Köln trennten sich am 6. Spieltag der Regionalliga B 2:2 (1:1) - ein Ergebnis, das beiden Seiten Anlass zum Kopfschütteln, aber auch zum Lächeln gab.

Von Beginn an schien Wusterwitzs Trainer Tom Fritz seine Jungs auf Angriff getrimmt zu haben. "Wir wollten von vornherein zeigen, dass man auch mit Mut Punkte holen kann", sagte der Coach später mit jenem gequälten Lächeln, das Trainer oft zeigen, wenn sie eigentlich drei Punkte wollten. Tatsächlich sah es zu Beginn so aus, als würde sein Plan aufgehen. Schon nach elf Minuten prüfte Hanns Konrad den Kölner Keeper Leandro Martins - noch ohne Erfolg, aber mit Nachdruck. Drei Minuten später wieder Konrad, und diesmal zappelte der Ball im Netz. Nach einem klugen Pass von Werner Runge traf der linke Mittelfeldmann trocken zum 1:0.

Wusterwitz jubelte, Fortuna Köln wirkte konsterniert. Trainer Kay Koch schüttelte nur den Kopf und murmelte etwas von "zu viel Respekt". Doch seine Elf fing sich, lauerte auf Konter - ganz im Sinne ihres offensiven, aber konterorientierten Spielplans. In der 42. Minute wurde das belohnt: Harry Kelly zog nach Vorlage von Johann Urban von rechts in die Mitte und traf flach ins Eck. 1:1, und plötzlich war wieder alles offen.

"Wir haben uns in der Pause angeschaut und gesagt: Das darf uns nicht wieder passieren", erzählte später Wusterwitz-Stürmer Finn Roth. Er hielt Wort. Keine zehn Minuten nach Wiederanpfiff bediente erneut Runge seinen Vordermann, und Roth drosch den Ball zum 2:1 unter die Latte. Ein Tor, das man in Wusterwitz künftig wohl in Dauerschleife zeigen wird.

Das Spiel blieb nun ein offener Schlagabtausch - zumindest statistisch mit klaren Vorteilen für die Hausherren. 18 Torschüsse für Wusterwitz, nur 6 für Köln, und eine Zweikampfquote von über 55 Prozent zugunsten der Gastgeber. Der Ballbesitz? Fast ausgeglichen, 49,8 Prozent zu 50,2. Kurz: Wusterwitz machte das Spiel, Fortuna lauerte auf Fehler.

Die Zuschauer bekamen einiges geboten: Verwarnungen, Emotionen, junge Wilde. Curt Fröhlich sah in der 76. Minute Gelb, nachdem er beim Versuch, den Ball zu erobern, eher den Gegenspieler traf. "Ich wollte nur zeigen, dass ich da bin", grinste der 22-Jährige nach dem Abpfiff. Kölns Johann Urban hatte schon in der 53. Minute eine Karte gesehen - auch das passte ins Bild eines Spiels, das zwar intensiv, aber selten unfair war.

Die Schlussphase gehörte dann Fortuna. Wusterwitz hatte gerade gewechselt, brachte frische Kräfte: Stephan Werner kam für den jungen Luca Philipp, und Fröhlich ersetzte Dieter Mann im Sturmzentrum. Doch statt die Entscheidung zu suchen, zog sich das Team unbewusst etwas zurück. Und das reichte Köln, um in der 85. Minute zuzuschlagen. Der 18-jährige Levi Bischara fasste sich aus spitzem Winkel ein Herz - zack, 2:2. Vorlage von Veniamin Budjanski, und plötzlich jubelten die Gäste, als hätten sie die Meisterschaft gewonnen.

"Das ist das Bittere am Fußball", seufzte Fritz nach dem Abpfiff. "Du machst fast alles richtig, hast Chancen ohne Ende - und dann haut dir ein Teenager das Ding rein." Kay Koch dagegen zeigte sich zufrieden: "Wir wussten, dass Wusterwitz stark ist. Unsere Jungs haben Charakter bewiesen. Und Levi - na ja, der darf heute das Abendessen aussuchen."

Nach 91 Minuten, einem letzten Schuss von Konrad und einer Parade des Kölner Keepers war Schluss. Beide Teams verabschiedeten sich mit gemischten Gefühlen. Wusterwitz hatte mehr vom Spiel, Köln das glücklichere Ende.

Die Fans gingen dennoch nicht unzufrieden nach Hause. "So ein 2:2 ist besser als ein 0:0 mit Rückenschmerzen", witzelte ein älterer Herr auf der Tribüne. Und vielleicht hatte er recht: Es war kein perfektes Spiel, aber eines voller Herz, Tempo und junger Talente, die sich nichts schenkten.

Am Ende bleibt ein Punkt für beide - und die Erkenntnis, dass Fortuna manchmal auch Wusterwitz heißt.

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26.07.643990 20:55
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Das ist doch nicht weltbewegend, wenn ich einen Neuville auf rechts habe, und der spielt halt auf Rechtsaußen. Und der Bode spielt links, das ist eben so - und der Bierhoff in der Mitte.
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