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Wusterwitz jubelt, Homberg wundert sich: Ein 3:6-Abend voller Fragen

4513 Zuschauer in Homberg sahen an diesem frostigen Februarabend kein gewöhnliches Regionalligaspiel - eher ein Spektakel, das zwischen Slapstick und Lehrbuch wechselte. FC Wusterwitz zerlegte den FC Homberg mit 6:3, und wer die Statistik liest, nickt nur: 25 Schüsse auf das Homberger Tor, 52 Prozent Ballbesitz für die Gäste - das war keine knappe Angelegenheit, sondern eine kleine Lehrstunde in Effektivität.

"Wir wollten offensiv bleiben, aber offenbar haben wir das Verteidigen dabei vergessen", murmelte Hombergs Trainer Fridolin von Zahn nach dem Abpfiff, während er mit beiden Händen in den Manteltaschen nach Antworten suchte. Seine Mannschaft, von Beginn an mutig aufgestellt, wurde von den jungen, hungrigen Wusterwitzern eiskalt ausgekontert.

Los ging der Abend mit einem Paukenschlag: Nico Behrendt, gerade mal 18, traf in der 26. Minute nach feinem Zuspiel von Walther Buchholz. Nur fünf Minuten später erhöhte der ebenfalls 18-jährige Luca Philipp, und da war Hombergs Hintermannschaft schon mehr mit gegenseitigen Schuldzuweisungen beschäftigt als mit dem Gegner. Als dann Finn Roth in der 33. Minute das 3:0 nachlegte, war die Stimmung auf den Rängen kurz davor, in Galgenhumor umzuschlagen.

"Ich dachte, wir spielen heute gegen eine A-Jugend", sagte ein Homberger Fan auf der Tribüne kopfschüttelnd, "aber die schießen uns ja ab wie in der Bundesliga."

Taylor Benett brachte Homberg kurz vor der Pause mit einem wuchtigen Rechtsschuss auf 1:3 heran - und das Stadion atmete auf. Eine Hoffnung, die allerdings nur kurz Bestand hatte. Denn kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, setzte Wusterwitz wieder an zum Sturmlauf. Dieter Mann, 17 Jahre jung, traf in der 50. Minute nach Vorlage von Hanns Konrad, und man musste sich fragen, ob die Gäste hier eine Talentschau oder eine Machtdemonstration ablieferten.

Aina Damgaard, der dänische Mittelstürmer der Homberger, kämpfte tapfer gegen die drohende Demütigung an - er traf in der 57. und 68. Minute doppelt, beide Male mit der Energie eines Mannes, der nicht verlieren wollte. "Ich habe einfach versucht, uns irgendwie im Spiel zu halten", sagte er später, "aber wenn du nur drei Torschüsse im ganzen Spiel hast und zwei davon machst, kannst du dir denken, wie’s ausgeht."

Zwischen seinen Treffern hatte Finn Roth bereits wieder zugeschlagen (63.), und als Johann Zander in der 74. Minute das sechste Wusterwitzer Tor erzielte, war die Sache endgültig entschieden. Auf der Homberger Bank schüttelte Fridolin von Zahn nur noch den Kopf. "Ich habe mich irgendwann gefragt, ob wir vielleicht in der falschen Liga spielen", meinte er trocken.

Derweil grinste Wusterwitz-Coach Tom Fritz zufrieden. "Wir haben einfach unser Spiel gemacht - kurz, direkt, mutig", erklärte er, während seine Spieler im Hintergrund jubelten. "Wenn man sechs Tore auswärts schießt, darf man ruhig ein bisschen stolz sein."

Die Statistik unterstreicht das Bild: 25 Torschüsse für Wusterwitz gegenüber mageren drei der Gastgeber, ein Ballbesitz-Vorteil von 52 zu 48 Prozent, dazu eine Zweikampfquote von fast 58 Prozent für die Gäste - das war Dominanz in Reinkultur. Hombergs Verteidiger Wilhelm Rudolph, der kurz vor Schluss noch Gelb sah, fasste das Spiel treffend zusammen: "Manchmal läuft’s einfach - nur halt für die anderen."

Wusterwitz zeigte eine erstaunliche Reife: Philipp, Behrendt, Mann - alles Teenager, die spielten, als hätten sie schon 100 Regionalligaspiele auf dem Buckel. "Wir trainieren viel Spielfreude", grinste Fritz und fügte augenzwinkernd hinzu: "Und ein bisschen Torhunger schadet ja nicht."

Homberg dagegen muss sich neu sortieren. Drei Tore zu Hause sind normalerweise keine Schande, aber wenn der Gegner doppelt so viele erzielt, hilft auch kein "offensives Konzept" mehr. Vielleicht war’s ein Warnschuss zur rechten Zeit.

Als die Flutlichter ausgingen und die letzten Fans das Stadion verließen, hörte man einen älteren Herrn sagen: "So schlecht war das gar nicht - man hat wenigstens viele Tore gesehen." Und irgendwo in der Ferne lachte der Fußballgott leise.

Ein Spiel, das man in Homberg so schnell nicht vergessen wird - und in Wusterwitz wahrscheinlich als Beweis dafür, dass Jugend tatsächlich keine Ausrede, sondern ein Vorteil sein kann.

15.07.643990 09:45
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