Anpfiff
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Wusterwitz fegt Fortuna vom Platz - ein 6:0, das keiner kommen sah

Es gibt Abende im Fußball, die riechen schon beim Anpfiff nach Ärger - zumindest für eine der beiden Mannschaften. Der Mittwoch, 20:15 Uhr in Wusterwitz, war so ein Abend. 4809 Zuschauer sahen, wie der FC Wusterwitz Fortuna Leipzig mit 6:0 (1:0) aus dem Stadion schoss - und das, obwohl die Gäste anfangs gar nicht so schlecht aussahen. Doch am Ende blieb Fortuna nur das staunende Kopfschütteln.

Trainer Tom Fritz hatte seine Wusterwitzer von Beginn an offensiv eingestellt - "Wir wollten früh zeigen, wer hier die Musik spielt", grinste er später. Und tatsächlich: Nach kaum zwei Minuten prüfte Finn Roth den Leipziger Keeper Thomas Heinemann gleich doppelt. Fortuna stand tief, aber nicht sicher - und so kam, was kommen musste. In der 37. Minute fasste sich der 19-jährige Luca Philipp ein Herz, zog von links nach innen und drosch den Ball ins rechte obere Eck. Vorlage? Innenverteidiger Marcel Voigt, der sich offenbar kurzerhand entschloss, mal als Spielmacher zu glänzen. 1:0, verdient, und das Publikum sang lauthals Wusterwitzer Lieder.

Fortuna-Trainer wirkte da schon leicht genervt. "Wir wollten eigentlich kompakt stehen", murmelte er in der Pause, "aber kompakt war heute wohl nur der Nebel in meinen Gedanken." Seine Mannschaft hatte bis dahin ganze null gefährliche Aktionen zu bieten - zwei Torschüsse im gesamten Spiel sprechen Bände.

Nach dem Seitenwechsel wurde’s dann bitter. Gleich in der 49. Minute legte Dieter Mann nach - gerade eingewechselt, kaum am Ball, und schon drin. "Ich dachte, der Trainer will mich wach halten, als er mich schickte", sagte der 18-Jährige lachend, "aber dann war der Ball plötzlich da." Nico Behrendt hatte mustergültig vorbereitet, und das sollte noch nicht sein letzter Auftritt bleiben.

Nur sechs Minuten später erhöhte Rafael Witte auf 3:0, wieder nach Vorlage von Behrendt. Die beiden schienen sich blind zu verstehen - oder, wie Witte es formulierte: "Wenn Nico läuft, muss ich nur noch gucken, ob der Ball schon auf dem Weg ist."

Fortuna Leipzig wirkte da schon wie eine Mannschaft, die innerlich nach Hause fährt. Und Wusterwitz hatte noch lange nicht genug. In der 69. Minute zauberte der junge Mittelfeldmotor Walther Buchholz das 4:0 auf die Anzeigetafel. Ein flacher Schuss, trocken, unhaltbar. Der Jubel? Eher routiniert. Drei Minuten später durfte dann Vorlagengeber Buchholz selbst assistieren - Nico Behrendt traf diesmal aus kurzer Distanz zum 5:0.

Die Gäste standen in der Defensive inzwischen wie in einem schlechten Sketch. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft der Ball an uns vorbeiging", gab Leipzigs Kapitän später zu.

Doch das Sahnehäubchen kam in der Nachspielzeit: Luca Philipp, der schon das erste Tor erzielte, setzte mit dem 6:0 in der 93. Minute den Endpunkt unter ein Spiel, das man in Wusterwitz noch lange erzählen wird. "Ich wollte einfach Spaß haben", sagte Philipp später, "und wenn’s dann zweimal klingelt - umso besser."

Statistisch war das Ganze so eindeutig, dass man fast Mitleid bekommt: 24 Torschüsse für Wusterwitz, nur zwei für Leipzig, 54 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von fast 58 Prozent. Fortuna kam nie wirklich ins Spiel, vielleicht auch, weil Wusterwitz trotz aller Offensivwucht nie hektisch wirkte. Man spielte kurz, präzise, mit Tempo - und, wenn man ehrlich ist, mit einem gewissen sadistischen Vergnügen.

Trainer Tom Fritz versuchte dennoch, auf dem Boden zu bleiben: "Das war heute stark, klar. Aber nächste Woche gibt’s wieder nur drei Punkte für einen Sieg, egal wie hoch." Sein Gegenüber seufzte nur: "Wir nehmen die Erfahrung mit. Und hoffen, dass keiner das Video nochmal anschaut."

Als die Flutlichter erloschen und die letzten Fans noch ein Bier in der Hand hielten, blieb das Gefühl: Das war kein normales Regionalligaspiel. Das war eine Lehrstunde, ein Feuerwerk, ein Jugendstreich.

Und irgendwo in der Kabine des FC Wusterwitz sang einer leise: "Sechs Tore sind kein Zufall." - Man kann’s ihnen heute kaum verdenken.

23.02.643994 14:53
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Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
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