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Wusterwitz eröffnet die Saison mit einem wilden 4:2 gegen Türkiyemspor

3. Bundesliga (1. Div) | 1. Spieltag | 17.09.26 | FC Wusterwitz - Türkiyemspor 1978 4:2

Der FC Wusterwitz hat am Donnerstagabend einen spektakulären Start in die neue Saison der 3. Bundesliga (1. Div) hingelegt. Vor 8387 Zuschauern besiegte die Mannschaft von Tom Fritz Türkiyemspor 1978 mit 4:2 (3:1) - in einem Spiel, das ungefähr so viel Ruhe ausstrahlte wie ein Einkaufswagen mit kaputtem Rad.

Dabei begann der Abend um 20.30 Uhr zunächst durchaus ausgeglichen. Türkiyemspor hatte mehr vom Ball, am Ende standen 57,79 Prozent Ballbesitz für die Gäste zu Buche. Wusterwitz kam auf 42,21 Prozent, dafür offenbarte die Heimmannschaft die deutlich bessere Antwort auf die entscheidende Frage des Fußballs: Was macht man mit dem Ball, wenn man ihn hat? Richtig - man schießt ihn ins Tor.

Nach einigen frühen Annäherungen auf beiden Seiten schlug Wusterwitz in der 29. Minute erstmals zu. Curt Fröhlich, der Mittelstürmer mit dem passenden Nachnamen, vollendete nach Vorarbeit von Walther Buchholz zum 1:0. Türkiyemspor hatte bis dahin mutig und offensiv agiert, doch die Abwehr wirkte in diesem Moment, als hätte sie sich kurz zu einer taktischen Besprechung in der Kabine versammelt.

Fünf Minuten später war Fröhlich erneut zur Stelle. Nach Zuspiel von Marcel Voigt erhöhte er auf 2:0. "Ich habe gesehen, dass der Ball zu mir wollte", sagte Fröhlich später mit jener Bescheidenheit, die Fußballer entwickeln, wenn sie gerade zweimal getroffen haben. Türkiyemspor antwortete prompt: In der 38. Minute verkürzte Jose Godinez nach Vorlage von Constantin Matusiak auf 1:2.

Die Hoffnung der Gäste hielt allerdings nicht lange. Kurz vor der Pause, in der 45. Minute, traf Walther Buchholz selbst. Hanns Konrad hatte den Treffer vorbereitet, Wusterwitz ging mit einer 3:1-Führung in die Kabine. Trainer Tom Fritz soll dort lediglich gesagt haben: "Wir führen, aber wir haben noch nicht gewonnen." Ein Satz, der im Fußball ungefähr so häufig fällt wie "Dieses Jahr greifen wir an" - und diesmal trotzdem zutraf.

Nach dem Seitenwechsel blieb Wusterwitz seiner offensiven Ausrichtung treu. Beide Mannschaften spielten laut taktischer Vorgabe mit offensiver Grundhaltung, ausgewogenem Angriffsspiel und dem Plan, nur bei guten Chancen abzuschließen. Wusterwitz setzte diesen Plan allerdings etwas konsequenter um. In der 51. Minute traf Rafael Witte nach erneuter Vorarbeit von Konrad zum 4:1.

Türkiyemspor gab sich nicht geschlagen und belohnte sich in der 64. Minute. Godinez erzielte nach Pass von Vratislav Kisel seinen zweiten Treffer des Abends. Plötzlich war das Spiel wieder offen - zumindest auf dem Papier. Auf dem Rasen blieb Wusterwitz gefährlich und kam insgesamt auf 18 Torschüsse, Türkiyemspor auf 14.

In der Schlussphase wurde es trotzdem noch einmal hektisch. Wusterwitz’ Jacob Freund sah in der 82. Minute die Rote Karte, kurz darauf wurden Marco Müller und Friedrich Hermann verwarnt. Trainer Fritz musste nun vor allem organisieren. "Wir wollten es nicht unnötig spannend machen", erklärte er nach dem Abpfiff. "Aber offenbar wollte die Mannschaft den Zuschauern etwas fürs Eintrittsgeld bieten."

Die Gäste rannten mit Überzahl an, doch Wusterwitz verteidigte den Vorsprung mit großem Einsatz. Türkiyemspor hatte mehr Ballbesitz, mehr Geduld und vermutlich auch mehr Gründe, sich über vergebene Möglichkeiten zu ärgern. Wusterwitz aber hatte Fröhlich, Buchholz und Witte - und damit vier Tore.

Ata Mramor, Trainer der Gäste, sagte sinngemäß: "Wir haben genug Fußball gespielt, um ein besseres Ergebnis zu verdienen. Leider ist das Tor nicht nach Ballbesitz bezahlt." Ein treffender Gedanke. Am Ende zählen eben nicht die Prozentzahlen, sondern die Treffer. Und davon hatte Wusterwitz vier. Der Saisonauftakt ist damit geglückt - laut, unterhaltsam und mit einer roten Karte als kleiner Erinnerung daran, dass ein Fußballabend in Wusterwitz niemals ganz ohne Nebengeräusche auskommt.

17.09.2026 21:15
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Ich hoffe, dass die deutsche Mannschaft auch in der 2. Halbzeit eine runde Leistung zeigt, das würde die Leistung abrunden!
Günter Netzer
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