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Wurst zweimal, Löffler einmal - Northeim serviert Emmendorf kalt ab

Northeim - Fußball kann manchmal so einfach sein: Einer trifft, der andere nicht. Und wenn der, der trifft, Helmut Wurst heißt, dann ist der Wortwitz für die Schlagzeilen ohnehin schon vorgekocht. Der 17-jährige Rechtsaußen von Eintracht Northeim war der Mann des Abends beim 3:1 (2:0)-Erfolg gegen Emmendorf im Liga-Pokal (Landesliga 8). Zwei Tore in der ersten halben Stunde, jugendlicher Übermut inklusive - und 902 Zuschauer, die sich bei nasskaltem Februarwetter die Hände warm klatschten.

Schon nach drei Minuten war der Ball zum ersten Mal im Netz. Wurst hatte sich auf der rechten Seite durchgewühlt, einen Haken nach innen gesetzt und mit links vollstreckt. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste der Youngster später, "aber manchmal muss man den Ball einfach zwingen, das Richtige zu tun." Trainer Tim Picke stand währenddessen noch mit dem Kaffee in der Hand an der Seitenlinie und rieb sich verwundert die Augen.

Emmendorf war da noch gar nicht richtig auf dem Platz. Zwar hatten sie übers Spiel hinweg mehr Ballbesitz (56 Prozent), aber der Plan, Northeim mit ruhigem Aufbau zu kontrollieren, verpuffte. In der 25. Minute schoss Wurst erneut zu - diesmal aus spitzem Winkel, diesmal ohne Zufall. 2:0. "Da war uns kurz der Stecker gezogen", gab Emmendorfs Kapitän Noah Reuter später zu. "Wir wussten, dass der Junge schnell ist, aber nicht, dass er auch noch zielen kann."

Dann wurde es ruppiger. Northeims Robin Seiler sah zunächst Gelb (14.), ließ sich davon aber nicht bremsen - und flog kurz nach der Pause mit Gelb-Rot (47.). "Er hat gesagt, er wollte nur den Ball treffen", meinte Trainer Picke sarkastisch, "vielleicht meinte er den Ball aus dem nächsten Spiel." Emmendorf witterte Morgenluft, aber die Euphorie hielt nur sechs Minuten.

In der 53. Minute nämlich gelang Gerhard Jacob der Anschlusstreffer. Nach feiner Vorarbeit von Reuter zog er aus 18 Metern flach ab - 2:1, und plötzlich war die Partie wieder offen. Auf den Rängen wurde es laut, die Gäste-Fans schrien "Jetzt geht was!", und auch Emmendorfs Trainer gestikulierte wild. Doch die Hoffnung währte kurz.

Denn Emmendorfs Verteidiger Carl Günther wollte offenbar die Balance zwischen Einsatz und Übermut neu definieren. Erst Gelb in der 52., dann Gelb-Rot in der 66. Minute - beide Male unnötig, beide Male mit Applaus von der heimischen Tribüne bedacht. "Carl hat sich heute zu sehr mit der Schwerkraft beschäftigt", schnaufte sein Coach nach Spielende.

Mit zehn gegen zehn nahm die Partie einen offenen Schlagabtausch an. Northeim verlor zwar den Ballbesitz, aber nicht die Kontrolle. Andreas Löffler, der erfahrene Mittelfeldmann, fasste sich in der 76. Minute ein Herz: Nach einem langen Freistoß von Timo Wagner stieg er am höchsten und köpfte zum 3:1 ein. "Ich wollte eigentlich gar nicht hochgehen", witzelte Löffler, "aber keiner sonst wollte."

Danach war die Luft raus. Emmendorf versuchte es noch mit Flanken, aber Torwart Andre Nickel pflückte die Bälle weg wie Äpfel im Spätherbst. Die Northeimer verteidigten clever, stellten auf Konterspiel um - laut Taktikdaten "Alignment: NONE", was wohl der moderne Ausdruck für "Macht einfach dicht" ist.

Statistisch gesehen war Emmendorf überlegen: mehr Ballbesitz, mehr Pässe, aber auch weniger Ziel. 14 Torschüsse Northeim, 6 für Emmendorf - das Zahlenbild eines Spiels, das sich einfacher liest, als es war. Northeim biss, kämpfte, rannte - und hatte in Wurst den Unterschiedsspieler.

"Der Junge hat keine Angst, gar nichts", lobte Trainer Picke. "Wenn er so weitermacht, muss ich ihm bald das Duschen verbieten - sonst läuft er mir direkt in die Bundesliga davon." Wurst selbst blieb bescheiden: "Ich hab einfach Spaß, und wenn der Ball reingeht, ist’s halt schön."

Ein Zuschauer wurde beim Rausgehen gehört: "So jung, und schon so wurstig - der Kerl wird uns noch Freude machen."

Northeim hat mit dem 3:1 endgültig die Gruppenphase des Liga-Pokals im Griff, während Emmendorf den Rückweg mit der Erkenntnis antreten musste, dass Ballbesitz allein keine Spiele gewinnt. Und wenn man ehrlich ist: Ein bisschen Wurst kann jeder Mannschaft guttun.

Kurz gesagt: Emmendorf hatte mehr vom Spiel, Northeim aber mehr vom Ergebnis - und das zählt bekanntlich auf jeder Anzeigetafel der Welt.

30.11.643990 21:55
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