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Wista Krakau geht unter - Pruszkow zaubert sich zum 4:0

Ein kalter Februarabend, 20.000 Zuschauer im Stadion an der Weichsel, Flutlicht, Hoffnung - und dann kam SK Pruszkow. Mit chirurgischer Präzision und einem Schuss italienischer Theatralik zerlegte die Mannschaft von Trainer Stefan Petruck das junge Team von Roy Mak in seine Einzelteile. 0:4 hieß es am Ende, und das war noch schmeichelhaft für Wista Krakau.

Schon nach fünf Minuten war klar, wer hier Chef im Ring ist. Philip Szamotulski, 22 Jahre jung und so ruhig am Ball, als würde er im Park spazieren, traf nach einem perfekten Zuspiel von Jerzy Augustyn zum 0:1. "Ich wollte eigentlich querlegen", grinste Szamotulski später, "aber der Ball hat entschieden, dass er lieber selbst reingeht." Das Publikum schwieg, die Gäste begannen zu kombinieren - und hörten damit 90 Minuten lang nicht auf.

Wista Krakau fand nie wirklich ins Spiel. Ein einziger Schuss aufs Tor - und das in 90 Minuten - ist eine Bilanz, die jedem Statistikfreund Tränen in die Augen treibt. Trainer Roy Mak versuchte es mit stoischer Ruhe: "Wir wollten kompakt stehen. Leider haben wir dabei vergessen, dass man auch mal nach vorne spielen sollte." Sein Team hatte fast 50 Prozent Ballbesitz, was erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass der Ball die meiste Zeit im Besitz von Pruszkow war - allerdings in deren Angriffszone.

Nach der Pause kam es knüppeldick. Kaum war der Tee ausgetrunken, erhöhte Dario Poggi in der 47. Minute auf 0:2. Ein flinker Linksfuß, der an diesem Abend schien, als habe er Federn an den Schuhen. "Ich hab einfach Spaß gehabt", sagte Poggi später - und wer ihn sah, glaubte es ihm. Besonders bitter: Der Pass kam wieder von Szamotulski, der damit zum heimlichen Regisseur des Abends wurde.

In der 73. Minute dann das 0:3, erneut Poggi, diesmal nach Vorlage von Angelo De Santis. Zwei Minuten später durfte De Santis selbst jubeln, der 32-jährige Routinier, der eigentlich schon in der Kabine war - zumindest gedanklich. "Ich wollte gar nicht schießen", lachte er, "aber Tomasz Mieciel hat mich so schön angeschaut - da musste ich einfach." 0:4, das Stadion wurde still, nur die 500 mitgereisten Pruszkow-Fans tanzten im Schneegestöber.

Dass Pruszkow in diesem Spiel 25 Torschüsse abgab, während Krakau mit einem einzigen Versuch auskommen musste, erzählt die Geschichte besser als jedes Adjektiv. Das war keine Partie, das war eine Demonstration. Nicht aggressiv, nicht überdreht, sondern präzise, fast höflich. "Wir wollten einfach Fußball spielen", erklärte Trainer Petruck nüchtern. "Wenn man das gut macht, kommen die Tore von selbst." Und sie kamen - wie ein Uhrwerk.

Wista Krakau hingegen wirkte, als habe man die Spielanweisung "BALANCED" etwas zu wörtlich genommen. Kein Pressing, kein Risiko, kein Aufbäumen. Die jungen Offensive um Heidar Holmqvist und Julien Bureau rannte sich fest, während Keeper Marian Ratajczyk mit Glanzparaden Schlimmeres verhinderte. "Vier Gegentore und trotzdem bester Mann - das sagt alles", murmelte ein Fan auf der Tribüne, eingehüllt in einen Schal, der mehr Trost als Wärme spendete.

Kleine Dramen spielten sich auch abseits der Tore ab: In der 46. Minute musste Jerzy Augustyn verletzt raus - ein bitterer Moment, denn bis dahin war er einer der Besten. "Nur eine Prellung", gab Petruck später Entwarnung. Gelbe Karten gab es für Vitorino Mascarenhas (Pruszkow, 23.) und Joel Gabriel (Krakau, 72.), beide so unnötig wie ein Regenschirm im Sommer.

Als der Schiedsrichter abpfiff, applaudierten selbst einige Krakauer Zuschauer höflich. Man hatte eben ein Lehrstück gesehen - über Tempo, Technik und den Unterschied zwischen Ballbesitz und Ballkontrolle. Poggi krönte sich mit zwei Toren zum Mann des Abends, Szamotulski mit einem Treffer und zwei Assists zum Taktgeber, De Santis zum erfahrenen Finisher. Pruszkow spielte, als wollte man der Liga sagen: Wir sind da, um zu bleiben.

Trainer Roy Mak stapfte nach dem Spiel mit hochgezogenen Schultern in den Tunnel. "Wir lernen draus", murmelte er, "hoffentlich schnell." Petruck dagegen lächelte mild: "So ein Abend passiert nicht oft. Vielleicht frieren wir den einfach ein."

Ein kleiner Trost für Krakau: Schlechter kann’s kaum werden. Ein großer für Pruszkow: Besser auch nicht viel. Und irgendwo in der Kabine summte Dario Poggi leise vor sich hin - vermutlich die Melodie des perfekten Spiels.

28.01.643991 08:31
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