Dagbladet Sport
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Willoughby schießt Gentofte-Vangede zum Arbeitssieg gegen Hobro IK

Es war einer dieser Abende im dänischen Frühling, an denen der Wind das Flutlicht fast wegbläst und die Zuschauer trotzdem kommen - 49.085 von ihnen, um genau zu sein. Und sie bekamen beim 1:0-Sieg von Gentofte-Vangede gegen Hobro IK am 30. Spieltag der 1. Liga Dänemark ein Spiel serviert, das weniger ein Feuerwerk als vielmehr ein zäher Arbeitssieg war. Aber immerhin: drei Punkte, ein Held und ein Trainer, der nach dem Abpfiff so erleichtert aussah, als hätte er gerade die Steuererklärung abgegeben.

Das Spiel begann mit einem Knall - und dieser Knall hieß Christian Willoughby. In der 6. Minute zappelte der Ball nach einem Pass von Jacinto Calvente im Netz. Der 22-jährige Linksaußen, sonst eher für seine flatternden Frisuren als für eiskalte Abschlüsse bekannt, schob den Ball überlegt an Hobros Keeper Henry Whitman vorbei. "Ich hab einfach gedacht: Nicht drüber, nicht drüber!", grinste Willoughby nach der Partie. "Und diesmal hab ich mich selbst überrascht."

Gentofte-Vangede blieb danach am Drücker, als hätten sie beschlossen, das Spiel noch vor der Halbzeit zu entscheiden. 19 Torschüsse insgesamt, davon gefühlt 18 aus der Kategorie "kann man mal versuchen". Willoughby selbst prüfte Whitman gleich mehrfach - in der 13., 21., 41., 62., 70. und 85. Minute. Der Engländer im dänischen Trikot war an diesem Abend so aktiv, dass man fast Mitleid mit Hobros Verteidiger Ragnvald Danielsen haben konnte, der permanent einen Schritt zu spät kam.

Hobro IK dagegen brauchte fast zwanzig Minuten, um überhaupt in der Offensive aufzutauchen. Urban Christensen versuchte es in der 17. Minute, Niels Burger in der 29. - beide Male war Gentofte-Keeper Marijo Hrgovic zur Stelle. "Wir haben uns zu sehr einschläfern lassen", gestand Hobros Trainer hinterher, "Gentofte hat das clever gemacht - früh getroffen, dann das Tempo rausgenommen. Da sahen wir aus wie beim Frühjahrsputz: viel Bewegung, aber wenig Ergebnis."

Die Statistik bestätigte diesen Eindruck: 51,6 Prozent Ballbesitz für Gentofte-Vangede, 19:5 Torschüsse, eine klare Zweikampfführung (55 Prozent gewonnene Duelle). Und doch blieb es bei dem einen frühen Treffer - was vor allem an Whitman lag, der mit mehreren Paraden eine höhere Niederlage verhinderte. In der 57. Minute fischte er einen Schuss von Evan O’Dea aus dem Winkel, in der 66. war er gegen Dino Petric zur Stelle.

Kurz vor der Pause musste Gentofte allerdings umstellen: Innenverteidiger Egil Persson humpelte vom Platz, ersetzt von Danilo Grosso. Trainer Hans Meier nahm’s mit Galgenhumor: "Ich hab Egil gefragt, ob er weitermachen kann, und er meinte: ’Nur wenn du mich in den Sturm stellst.’ Da hab ich ihn lieber rausgenommen."

In der zweiten Halbzeit verflachte die Partie zusehends. Hobro wollte, konnte aber nicht. Gentofte konnte, wollte aber offenbar nicht mehr. Der offensive Schwung aus den ersten 30 Minuten war dahin, stattdessen wurde verwaltet - mit einer Mischung aus Cleverness und gelegentlicher Panik. In der 78. Minute musste Hobro dann auch noch eine Verletzung verkraften: Stephane Leblanc blieb nach einem Zweikampf liegen und wurde durch Lucas Winter ersetzt. Danach fehlte den Gästen endgültig der Zug nach vorn.

In der Schlussphase brachte Meier noch zwei Youngster: Anthony Gordon (17) und Lars Schmidt (18) durften für frische Beine sorgen - oder wenigstens so tun. Gordon versuchte es gleich mit einem beherzten Sprint, stolperte aber über den Ball. "Er wollte zeigen, dass er da ist. Das hat er geschafft", meinte Meier schmunzelnd.

Nach 94 Minuten pfiff der Schiedsrichter ab - und 49.085 Zuschauer atmeten auf. Kein Spektakel, aber ein Sieg. "Wir haben Charakter gezeigt", sagte Torschütze Willoughby später mit ernster Miene, "und manchmal ist Charakter wichtiger als Schönheit." Trainer Meier nickte, griff sich an die Stirn und murmelte: "Schön wär’s, wenn beides ginge."

Hobro IK hingegen musste mit leeren Händen zurück in den Bus. "Wir hätten noch eine Stunde spielen können, ohne zu treffen", brummte Kapitän Christensen. Und so blieb es beim 1:0, das Gentofte-Vangede in der Tabelle oben hält - und den Fans noch ein paar Wochen Hoffnung schenkt.

Am Ende des Tages war es kein Spiel für die Geschichtsbücher, aber eines für die Statistikfreunde: 19 Schüsse, ein Tor, null Glanz - und ein Held namens Willoughby. Oder, wie ein Zuschauer beim Hinausgehen sagte: "Wenn wir schon nicht schön spielen, dann wenigstens effektiv."

Und wer weiß - vielleicht ist das ja das neue dänische Erfolgsrezept.

22.08.643993 15:47
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Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
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