El Peruano
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Wilde 90 Minuten in Lima: San Martin und Joan Galves liefern 3:3-Spektakel

Ein lauer Märzabend in Lima, 34.104 Zuschauer, ein Rasen, der schon beim Aufwärmen mehr gelitten hat als mancher Verteidiger in der ersten halben Stunde - und zwei Teams, die offenbar kollektiv beschlossen hatten, dass Verteidigen überbewertet wird. UD San Martin und AD Joan Galves trennten sich im Duell des zweiten Spieltags der 1. Liga Peru mit einem furiosen 3:3 - ein Ergebnis, das selbst den neutralen Beobachter atemlos zurückließ.

Es dauerte kaum fünf Minuten, da klatschte das Stadion: Joao Antolinez, der bullige Mittelstürmer San Martins, traf nach Zuspiel von Nico Williams zum 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Antolinez später, "und gehofft, dass der Ball nicht im VIP-Bereich landet." Nur fünf Minuten später legte Aldo Barbieri nach - dieses Mal nach Vorarbeit von Enrique Godino. 2:0 nach zehn Minuten, und Trainer Maxi Müller rieb sich die Hände, als hätte er gerade das Lotto gewonnen.

Doch Joan Galves ist kein Team, das sich abschießen lässt. In Minute 28 meldete sich Owen Ross zurück, der mit einem präzisen Abschluss ins lange Eck den Anschlusstreffer markierte. "Ich hab die Lücke gesehen - und der Ball hat mich verstanden", sagte Ross mit einem Lächeln, das jedem Torwart Albträume beschert. Neun Minuten später zeigte Innenverteidiger Yannick Stern, dass auch Defensivspezialisten Gefühl im Fuß haben: Nach einer Ecke von Zdravko Jankovic wuchtete er den Ball zum 2:2 ins Netz.

San Martin antwortete kurz vor der Pause: Der 19-jährige Nico Williams krönte eine starke Halbzeit mit dem 3:2. Wieder war Enrique Godino beteiligt - ein Dauerläufer, der offenbar nie müde wird. "Ich dachte, der Junge braucht mal ein Erfolgserlebnis", witzelte Godino nach dem Spiel.

Pause. 3:2. Die Zuschauer gönnten sich eine empanada, die Trainer eine Kopfschmerztablette.

Nach dem Seitenwechsel stellte San Martin auf Flügelangriff um, während Joan Galves unbeirrt offensiv blieb. Das Spiel kippte hin und her - im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Zweikämpfe wurden rustikaler. In Minute 60 dann der Ausgleich: Leandro Godino (nein, keine Verwandtschaft mit Enrique, wie er betont) hämmerte den Ball nach Vorlage von Ross zum 3:3 unter die Latte. "Da war einfach Wut drin", meinte er später, "wir wollten zeigen, dass wir auch Tore schießen können, nicht nur gelbe Karten sammeln."

Davon gab’s übrigens zwei für Joan Galves: Joel Benett sah Gelb in der 19. Minute, Giulio Morabito in der 74. - beide Male wegen zu enthusiastischer Zweikampfführung. Trainer Jsjs Jsns ("Ja, das ist wirklich mein Name", erklärte er auf der Pressekonferenz) blieb trotzdem gelassen: "Wir wollten offensiv spielen, nicht höflich."

Ab der 60. Minute wechselte Müller kräftig durch: Arino kam für Morais, Revivo ersetzte Williams, Doreste für Godino. Frische Beine, aber keine neuen Tore. Zwar hatte San Martin die Mehrzahl der Chancen (13 Torschüsse gegenüber 9), doch die Gäste hielten mit Ballbesitz (53 Prozent) und Cleverness dagegen. Der junge Torwart Yildirim Recber parierte in der 82. Minute spektakulär gegen Gelmirez - eine Szene, die Müller später als "den besten Save seit meiner letzten Steuererklärung" bezeichnete.

Die Schlussphase war ein offener Schlagabtausch. Antolinez prüfte Recber in der 84. erneut, Arino jagte in der Nachspielzeit den Ball knapp über die Latte. Auf der anderen Seite versuchte Owen Ross, sich noch einmal in Szene zu setzen, aber Keeper Arnau Futre war zur Stelle. Dann der Abpfiff - 3:3, sechs Tore, keine Verlierer, aber wohl einige heisere Stimmen auf den Rängen.

"Das war kein Fußballspiel, das war ein Abenteuerurlaub", seufzte Müller nach Schlusspfiff. Sein Gegenüber Jsns nickte zufrieden: "Wenn du dreimal auswärts triffst und trotzdem nur einen Punkt bekommst, weißt du, dass du etwas richtig gemacht hast - oder dein Gegner einfach verrückt ist."

Fazit eines Abends, der mehr Unterhaltung bot als die meisten Serien der Streamingdienste: UD San Martin startet mit viel Offensivdrang, aber wackliger Defensive in die Saison. Joan Galves bewies Moral, Kampfgeist und eine Prise Unberechenbarkeit. Und irgendwo, zwischen all den Paraden, Pässen und Pfiffen, lag die Erkenntnis, dass Fußball manchmal einfach nur Spaß machen soll - und genau das tat er an diesem Abend in Lima.

23.11.643993 00:30
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