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Ekstraklasa | 3. Spieltag | 13.08.26 | Widsev Lodz - BKS Gdansk 2:3 Dabei begann die Partie im Stadion von Lodz mit dem Tempo eines übermotivierten Türstehers. Kaum waren sieben Minuten gespielt, schlug BKS Gdansk zu. Severin Kosowski verwertete die Vorarbeit von Domenik Adamczuk und brachte die Gäste mit 1:0 in Führung. Kurz darauf hätte man auf der Tribüne hören können: "Keine Sorge, wir haben den Ball", sagte ein imaginärer Widsev-Anhänger. "Ja", hätte sein Nachbar geantwortet, "aber offenbar Gdansk die besseren Ideen." Widsev Lodz übernahm zunehmend die Kontrolle. 58,8 Prozent Ballbesitz standen am Ende zu Buche, dazu 15 Torschüsse - deutlich mehr als die elf Abschlüsse der Gäste. Domenico Usai, Mariusz Nawalka, Krzysztof Majewski und Raphael Guerreiro prüften die Defensive von BKS immer wieder. Der Ausgleich fiel schließlich in der 38. Minute: Majewski traf nach Zuspiel von Radek Strestik zum 1:1. Die Freude der Gastgeber hielt allerdings ungefähr so lange wie ein Vorsatz im Januar. Vier Minuten später war Kosowski erneut zur Stelle. Nach Vorlage von Jurek Scherfke stellte der Mittelfeldspieler auf 2:1 für Gdansk. Kosowski hatte bereits zuvor mehrfach den Abschluss gesucht - sein zweiter Treffer war also weniger Überraschung als konsequente Hartnäckigkeit. "Wir wollten mutig und offensiv auftreten, und das haben die Spieler getan", sagte Gdansk-Trainer Mike Matt sinngemäß nach der Partie. "Manchmal muss man einfach öfter schießen, als der Gegner lieb hat." Eine bemerkenswert einfache Philosophie, die am Donnerstag erstaunlich gut funktionierte. Widsev kam entschlossen aus der Kabine. In der 55. Minute belohnte sich Mariusz Nawalka für seine unermüdliche Arbeit. Nach Vorlage von Usai traf der Angreifer zum 2:2. Die Gastgeber drängten nun auf die Führung, während Gdansk sich keineswegs in die Rolle des höflichen Gastes drängen ließ. Walter Heinze, Thomas Jansen und Jurek Scherfke sorgten immer wieder für Entlastung. Dann nahm das Spiel endgültig die Abzweigung Richtung Chaos. In der 76. Minute sah Marc Bettencourt seine zweite Gelbe Karte und musste vom Platz. Widsev war fortan in Unterzahl - und kassierte nur zwei Minuten später den entscheidenden Rückschlag. Scherfke traf nach Adamczuks Vorlage zum 3:2 für BKS Gdansk. Die Gäste wechselten danach dreifach und verwalteten ihren Vorsprung mit einer Mischung aus Energie und erstaunlicher Leidensfähigkeit. Widsev versuchte alles, doch selbst 15 Torschüsse und der größere Ballbesitz halfen nicht mehr. Oskar Merz kam in der 87. Minute noch einmal zum Abschluss, die Wende blieb jedoch aus. "Wir hatten genug Chancen und lange auch die Kontrolle", hätte ein Widsev-Spieler nach dem Abpfiff sagen können. "Aber Gdansk hatte heute das bessere Timing." Das ist vermutlich die freundlichste Umschreibung für eine Niederlage, bei der man mehr Ball und weniger Punkte besitzt. BKS Gdansk feiert damit einen 3:2-Auswärtssieg, Widsev Lodz bleibt die Erkenntnis: Ballbesitz ist schön. Tore sind schöner. 14.08.2026 16:18 |
Sprücheklopfer
Der Jürgen ist ein Weltmann. Er war ja immer ein Gegenpool zu mir.
Lothar Matthäus über Jürgen Klinsmann