US Sports
+++ Sportzeitung für USA +++

Western Pioneers zerlegen die Gorillas - Spätschicht mit vierfacher Wucht

Es war eine dieser Nächte, in denen man sich fragt, ob die "Gorillas" ihren Namen vielleicht noch einmal überdenken sollten. 54.468 Zuschauer im hochmodernen Pioneer Park sahen am 31. Spieltag der 1. Liga USA eine zweite Halbzeit, die so einseitig war wie ein Western, in dem der Held nie nachladen muss. Am Ende stand ein 4:0 für die Western Pioneers gegen die Atlanta Gorillas - und das nach einer torlosen, fast schläfrigen ersten Hälfte.

"Ich habe in der Pause nur gesagt: Jungs, ihr dürft auch mal treffen, das ist kein Verbot", grinste Walter White, Trainer der Pioneers, nach der Partie. Seine Mannschaft nahm das offenbar wörtlich. Nach 45 Minuten Ballbesitzfußball (54,6 Prozent, um genau zu sein) zündeten die Gastgeber ein Offensivfeuerwerk, das der jungen Truppe aus Atlanta sämtliche Sicherungen durchbrennen ließ.

Den Anfang machte Nevio Calderon in der 50. Minute. Der flinke Mittelfeldmann zog nach Zuspiel von Vincent Landry von links nach innen und schlenzte den Ball sehenswert ins lange Eck. "Ich habe einfach gedacht, diesmal schieß’ ich, bevor Logan wieder ruft", lachte Calderon später, während sein Teamkollege Cromwell zwei Meter weiter mit einem breiten Grinsen nickte: "Er weiß, dass ich sonst immer meckere."

Fünf Minuten später war dann Cromwell selbst dran - natürlich nach Vorlage von Landry, der an diesem Abend auf der rechten Seite schier unermüdlich wirbelte. In der 55. Minute drückte der bullige Mittelstürmer den Ball per Direktabnahme über die Linie, und nur acht Minuten später (63.) legte er noch einmal nach: Diesmal brauchte er keinen Vorlagengeber - Sturmkollege Graves hatte einfach Raum geschaffen, Cromwell zog ab, 3:0. Die Gorillas standen da wie eine Schulklasse beim Feueralarm: alle gucken, keiner weiß, wo’s hingeht.

"Wir wussten, dass sie nach dem 1:0 wackeln würden", meinte Coach White mit dieser Mischung aus Genugtuung und Understatement, die man nur von Trainern kennt, deren Team gerade alles richtig gemacht hat.

Und die Gorillas? Nun - sie versuchten es mit jugendlichem Elan, aber wenn der älteste Feldspieler 20 ist und der Torwart 18, kann Erfahrung eben nicht durch Energie ersetzt werden. Ein einziger Schuss aufs Tor - von Dylan Hunt in der 62. Minute - blieb der statistische Beweis ihrer Mühen. "Wir lernen aus jedem Spiel", sagte Atlanta-Trainerin Anja Meister tapfer. "Heute haben wir zum Beispiel gelernt, dass man den Gegner nicht 16 Mal schießen lassen sollte."

Den Schlusspunkt setzte schließlich der ungarische Wirbelwind Vilmos Buzanszky in der 85. Minute, nach feiner Vorarbeit von Ryan Graves. Buzanszky sprintete, als wäre er auf der Flucht vor der eigenen Müdigkeit, und vollendete eiskalt ins kurze Eck. 4:0 - und das Stadion stand Kopf.

Zwischendurch wechselte White noch zweimal fröhlich durch - Alfie Eliot und Gabriel Moti kamen, um den Applaus der Fans zu genießen. Auf der Gegenseite brachte Meister in der 60. Minute gleich drei Teenager, was den Altersdurchschnitt der Gorillas endgültig in Richtung U18 drückte. Einer davon, Leon Wiltshire, holte sich prompt eine Gelbe Karte ab, nachdem er Buzanszky unsanft stoppte. "Ich wollte nur den Ball treffen", murmelte der 18-Jährige später - "aber der Ball war halt schneller."

Statistisch war die Sache eine klare Angelegenheit: 16:1 Torschüsse, 58,6 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und ein Pressing, das so organisiert wirkte, als hätte White persönlich die Laufwege mit dem Lineal gezogen. Der Gegner dagegen spielte zwar offiziell "offensiv" - laut Taktikdaten sogar mit "starker Aggressivität" -, doch das sah man höchstens an den verlegenen Grätschen.

Nach dem Schlusspfiff klatschten die Pioneers ihre Fans ab, als hätten sie gerade den Titel geholt. "Es fühlt sich einfach gut an, wenn alles zusammenpasst", sagte Doppelpacker Cromwell. "Manchmal reicht ein Funke - heute war’s wohl ein ganzes Feuerwerk."

Atlanta-Coach Meister hingegen nahm’s mit Galgenhumor: "Wenn man vier Tore kriegt, kann man wenigstens sagen, dass man allen was zum Nachhause-Erzählen gegeben hat."

So endete ein Abend, an dem die Western Pioneers zeigten, warum sie zu Recht im oberen Tabellendrittel stehen, und die Gorillas daran erinnert wurden, dass man in dieser Liga mit langen Bällen und Hoffnung allein nicht weit kommt.

Oder wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn das die Zukunft des US-Fußballs ist, dann möge sie bitte so weitermachen - aber ohne Gorillas im Weg."

01.04.643990 21:20
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Jeder kann sagen, was ich will.
Otto Rehhagel
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager