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West Hammers verlieren wilden Schlagabtausch mit 3:4 - Grantham trifft doppelt

Wenn ein Fußballspiel ein gutes Drehbuch verdient hätte, dann dieses: Die West Hammers und die Ipswich Blues lieferten sich am Donnerstagabend ein Spektakel, das keiner der 13.883 Zuschauer im Hammer Ground so schnell vergessen dürfte. Tore im Minutentakt, ein Abwehrspieler als Torschütze, ein 34-jähriger Dauerläufer im Sturm und ein Gastteam, das mit gerade einmal fünf Schüssen aufs Tor gleich vier Treffer erzielt - das ist, wie man so schön sagt, brutal effizient. Am Ende stand ein 3:4 (2:2) aus Sicht der Hammers, und man wusste gar nicht, ob man lachen oder weinen sollte.

Dabei begann das Drama früh: Schon in der achten Minute klingelte es im Kasten von Henry Neil. Adam Grantham, der zentrale Mittelfeldstratege der Ipswich Blues, zog nach Vorlage von Bailey Millington aus 18 Metern ab - und traf so präzise, dass selbst die Kameras kurz brauchten, um den Ball zu finden. Nur fünf Minuten später legte Grantham nach, diesmal nach Zuspiel von Linksverteidiger Stefan Ulrich. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Ulrich nach dem Spiel, "aber Adam hat einfach beschlossen, dass das ein Schuss wird." 0:2 nach 13 Minuten - die West Hammers schauten sich ungläubig an.

Doch wer dachte, das Spiel sei entschieden, unterschätzte den unerschütterlichen Glauben der Gastgeber. Innenverteidiger Aron Ibsen, normalerweise eher für rustikale Grätschen bekannt als für filigrane Torabschlüsse, köpfte nach einer Morais-Flanke in der 18. Minute zum Anschluss ein. Trainer Toni Mückfeld rief ihm vom Spielfeldrand zu: "Siehst du, Aron, manchmal lohnt es sich, den Kopf zu benutzen!" - worauf Ibsen nur lachte: "Meint er das jetzt fußballerisch oder allgemein?"

Kurz vor der Pause (42.) sorgte Vincent Morais für den Ausgleich. Nach schönem Zuspiel von Bailey Edwards zirkelte der Linksaußen den Ball ins lange Eck - technisch fein, fast zu schön für die 3. Liga. "Ich hab’s einfach mal probiert", sagte Morais danach. "Wenn ich drübergehauen hätte, hätte ich so getan, als wäre es ein Pass."

Mit 2:2 ging es in die Kabine - und man fragte sich, wie die zweite Hälfte das noch toppen sollte. Antwort: Sie tat es. Kurz nach Wiederanpfiff (48.) war es der Routinier Toto Pines-Paz, der mit seinem 13. Saisontor die Hammers erstmals in Führung brachte. Eine butterweiche Flanke von Alfie Caroll, ein wuchtiger Kopfball - 3:2! Die Zuschauer tobten, und Mückfeld pumpte die Faust.

Doch die Euphorie hielt nur drei Minuten. Evan Davonport, der flinke Rechtsaußen der Blues, glich in der 51. Minute aus, nach einem feinen Pass von Millington. Und als alle sich schon mit einem Unentschieden abgefunden hatten, kam der große Schock: In der 87. Minute nutzte Samuel Malfoy die einzige echte Chance der Gäste im zweiten Durchgang und traf nach Vorlage von William Barrymore zum 3:4-Endstand.

"Wir haben mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, mehr Herz - aber leider weniger Tore", fasste Mückfeld bitter zusammen. Tatsächlich sprechen die Zahlen eine klare Sprache: 13 Torschüsse der Hammers, 50,8 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von 55 Prozent. Ipswich dagegen: 5 Schüsse, 4 Treffer - Effizienz in Reinkultur. Oder, wie Blues-Trainerin (und Statistikliebhaberin) Grace Hennings - pardon, Interimscoach des Abends - es formulierte: "Wir haben Mathematik gespielt, keine Romantik."

Kurios wurde es in der Schlussphase, als Außenverteidiger Jacob Locklear nach einem rustikalen Einsteigen Gelb sah (76.). "Ich wollte nur zeigen, dass wir noch leben", verteidigte er sich. Der Schiedsrichter war anderer Meinung.

Nach Abpfiff standen beide Teams erschöpft in der kalten Januar-Nacht auf dem Rasen. Pines-Paz, mit 34 Jahren immer noch der Dauerbrenner im Angriff, klopfte Grantham auf die Schulter und meinte: "Wenn du so weitermachst, spielst du bald in der Premier League. Oder wenigstens in meinem Altherren-Team." Grantham grinste nur: "Ich bleib lieber da, wo ich Tore schießen darf."

Für die West Hammers bleibt die Erkenntnis: Fußball ist manchmal ein grausamer Lehrer. Wer mehr fürs Spiel tut, gewinnt nicht immer. Aber wer so kämpft, wie sie es taten, verliert wenigstens mit Stil. Toni Mückfeld sagte zum Schluss: "Wenn wir nächste Woche so spielen - nur ohne das Gegentor in der 87. - dann holen wir unsere Punkte zurück."

Und vielleicht, ganz vielleicht, wird dieser wilde 3:4-Abend irgendwann als das Spiel gelten, in dem die Hammers gelernt haben, dass man Tore nicht zählen, sondern verhindern muss. Bis dahin bleibt den Fans nur das, was sie am besten können: laut singen, ein Bier heben - und hoffen, dass der Fußball nächste Woche ein bisschen gnädiger ist.

19.12.643987 13:41
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