Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Weiler im Allgäu tanzt Tumlingen aus: 3:1-Heimsieg mit Allgäuer Charme

Es war einer dieser Abende, an denen der Fußball in Weiler im Allgäu ein kleines bisschen schöner war als anderswo. 12.333 Zuschauer drängten sich am Samstagabend ins Stadion, um den 28. Spieltag der 3. Liga Deutschland (2. Div) zu erleben - und sie wurden nicht enttäuscht. Am Ende leuchtete ein sattes 3:1 für die Hausherren gegen den SV Tumlingen auf der Anzeigetafel, und Trainer Mino Raiola grinste so breit, dass selbst die Bergluft kurz innehielt.

Dabei hatte es zunächst nach einem zähen Abend ausgesehen. Tumlingen begann offensiv, wie es Coach Buddy Brown angekündigt hatte: "Wir wollten Weiler früh den Spaß verderben." Das klappte etwa sieben Minuten lang - dann nahm die Allgäuer Offensivmaschine Fahrt auf. Linus Berger hatte in der 7. Minute schon eine erste Duftmarke gesetzt, sein Schuss strich nur knapp am Pfosten vorbei. Tumlingens Torhüter Jan Kluge fluchte lautstark: "Wenn das so weitergeht, brauch ich nachher ein Sauerstoffzelt!"

Und es ging so weiter. In der 29. Minute war Berger wieder da, diesmal eiskalt. Nach feinem Zuspiel von Michael Siebert hämmerte der Linksaußen den Ball aus halblinker Position ins lange Eck - 1:0. Die Tribüne bebte, und man hörte einen Rentner in der dritten Reihe rufen: "Des isch halt Fußball!"

Weiler ließ nicht locker. Zehn Minuten später drehte Siebert selbst auf: Robin Born schickte ihn mit einem butterweichen Pass in die Gasse, und der junge Stürmer blieb cool wie ein Bergsee im Januar - 2:0 (38.). Tumlingen wirkte konsterniert, Coach Brown starrte eine Weile auf seine Notizen, als wolle er darin Trost finden.

Zur Pause sprach vieles für einen ruhigen zweiten Durchgang, doch Fußball in Weiler ist selten gemütlich. Direkt nach dem Wiederanpfiff zog das Heimteam weiter nach vorne. In der 56. Minute belohnte sich Robin Born für seinen starken Auftritt, nachdem der 17-jährige Ben Meister den Ball klug durchgesteckt hatte. Borns Schuss war trocken, präzise, unhaltbar - 3:0. "Ich hab den einfach reingemacht, weil’s gepasst hat", lachte der zentrale Mittelfeldmann später.

Kaum war der Torjubel verklungen, rappelte es auf der anderen Seite: Tumlingens Alejandro Carvalho nutzte einen Moment der Unordnung in der Weiler Defensive und traf nach Vorarbeit von Julian Gama zum 3:1 (57.). Es war nur ein Strohfeuer, aber immerhin ein sehenswertes.

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Tumlingen zwar mehr Ballbesitz (54,6 %) verzeichnete, aber Weiler die klareren Chancen hatte. 18 Torschüsse standen am Ende auf Seiten der Gastgeber, nur 10 bei den Gästen. Besonders Siebert blieb unermüdlich, prüfte Kluge in der 63., 86. und 87. Minute gleich mehrfach. "Ich wollte halt unbedingt noch einen machen", grinste der 24-Jährige. "Aber der Torwart war heute manchmal besser als ich dachte."

Auch defensiv ließ Weiler wenig anbrennen. Innenverteidiger Mark Herrmann räumte ab, was kam, und Torwart Costica Rotariu musste nur selten ernsthaft eingreifen. Als Tumlingens Jorge Ramiro in der 72. Minute frei zum Schuss kam, fischte Rotariu den Ball mit einer Hand heraus - und ließ sich danach feiern, als hätte er gerade die Meisterschaft gesichert.

In der Schlussphase wurde es sogar noch ein bisschen theatralisch: Tumlingens Rechtsverteidiger Julian Gama sah in der 78. Minute Gelb, nachdem er Samuel Erskine an der Seitenlinie umgesenst hatte. "Ich hab den Ball gespielt", behauptete Gama später, während Erskine trocken entgegnete: "Welchen Ball?"

Trainer Raiola nutzte die komfortable Führung für ein paar taktische Experimente und brachte zur 60. Minute gleich drei junge Spieler: Foerster, Meira und Erskine, die alle prompt für frischen Wind sorgten. Der 19-jährige Foerster wirkte dabei, als spiele er schon seit Jahren auf dieser Bühne. "Der Junge hat keine Angst, nur Ideen", lobte Raiola.

Tumlingen versuchte zwar, noch einmal Druck zu machen, aber die Allgäuer ließen sich den Spaß nicht mehr nehmen. Selbst als Brown in der 85. Minute verzweifelt nach vorne brüllte: "Alles oder nichts!", antwortete ein Zuschauer trocken: "Dann wohl nichts."

Am Ende stand ein verdienter 3:1-Erfolg für Weiler im Allgäu - ein Sieg, der nicht nur auf dem Papier überzeugte, sondern auch in der Art, wie die Mannschaft auftrat: mutig, kreativ, mit Witz.

"Das war heute ein Statement", resümierte Trainer Raiola. "Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur rackern, sondern auch Fußball spielen können."

Buddy Brown wirkte dagegen etwas zerknirscht: "Wir hatten den Ball, sie die Tore. So ist das manchmal - leider zu oft."

Und so verabschiedeten sich die 12.333 Fans in die kühle Allgäuer Nacht, während der Stadionsprecher noch einmal das Ergebnis verkündete: "Weiler im Allgäu gegen SV Tumlingen - 3:1." Ein Ergebnis, das sich sehen lässt.

Oder, wie Linus Berger in der Kabine sagte: "So schmeckt der Käse gleich doppelt gut."

30.07.643993 09:21
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ob rechts oder links, wo ich auftauchte, war ich schlecht.
Mario Basler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager