Anpfiff
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Weiler im Allgäu tanzt Eichede aus - 3:1 zum Saisonauftakt

Weiler im Allgäu - Wenn 12.500 Zuschauer an einem kühlen Februarabend in das kleine Stadion von Weiler im Allgäu pilgern, dann riecht’s nicht nur nach Stadionwurst, sondern auch nach Saisonstartfieber. Und die Mannschaft von Mino Raiola (ja, Namensvetter des berühmten Spielerberaters, aber mit weniger Luxusautos vor der Trainerbank) enttäuschte ihre Fans nicht: Mit 3:1 fegten die Allgäuer den SV Eichede vom Platz - und das mit einer Mischung aus Wut im Bauch und Spielfreude, die man so früh in der Saison selten sieht.

Dabei fing alles gar nicht so rosig an. Schon in der 9. Minute lag Weiler hinten - Tobias Paul, der junge Rechtsaußen der Gäste, traf nach schöner Vorarbeit von Matthias Lemke. "Ich dachte erst, der Schiri pfeift ab, weil der Ball halb im Aus war", lachte Paul später, "aber dann war einfach Platz - und ja, dann hab ich halt draufgehalten." 1:0 für Eichede, und die rund 300 mitgereisten Fans aus Schleswig-Holstein waren kurzzeitig lauter als das ganze Allgäu.

Doch wer Weiler kennt, weiß: Ein Rückstand ist hier nur der Startschuss für das, was man in der Region schlicht "das Aufbäumen" nennt. Ab der 20. Minute drehte das Heimteam auf. Robin Born zog das Spiel an sich, als hätte er nie etwas anderes getan. In der 35. Minute dann die Belohnung: Er selbst drückte den Ball nach feiner Vorarbeit von Samuel Erskine über die Linie. "Ich hab’ einfach gespürt, dass der Ball zu mir kommt", grinste Born nach dem Spiel. Eine Minute später legte Linus Berger nach - diesmal mit Born als Vorlagengeber. Doppelpack im Zeitraffer, Stadion im Ausnahmezustand.

2:1 zur Pause, und das war durchaus verdient: 11 Torschüsse für Weiler, 5 für Eichede. Zwar hatte das Gästeteam leicht mehr Ballbesitz (52 Prozent), aber Weiler spielte direkter, zielstrebiger, entschlossener. "Ballbesitz ist schön, Tore sind schöner", kommentierte Raiola süffisant auf der Pressekonferenz.

In der zweiten Halbzeit versuchte Eichede, den Spieß nochmal umzudrehen. Trainerin Jana Frost schickte ihre Jungs mit offensiver Ausrichtung zurück aufs Feld. "Wir wollten mutig bleiben, nicht den Bus parken", sagte sie später. Mutig waren sie, aber der letzte Pass fehlte - und Torhüter Costica Rotariu bei Weiler hatte einen dieser Abende, an denen er wohl auch eine Fliege aus dem Winkel gefischt hätte.

Weiler konterte clever, lauerte und stach spät zu. In der 84. Minute war es dann wieder soweit: Samuel Erskine, der über links unermüdlich anlief, schloss nach Vorarbeit von Berger zum 3:1 ab. "Linus hat mir den Ball so serviert, da musste ich mich schon fast entschuldigen, dass ich ihn nur reinschieben musste", meinte Erskine lachend. Die Fans sangen, die Ersatzspieler tanzten, und Mino Raiola stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie - zufrieden wie ein Metzger nach dem Viehmarkt.

Statistisch lässt sich das Ganze nüchtern so beschreiben: 18 Torschüsse für Weiler, 9 für Eichede, Tacklingquote 52 zu 47 Prozent, Ballbesitz leicht zugunsten der Gäste. Aber wer das Spiel gesehen hat, der weiß: Zahlen lügen manchmal. Weiler spielte mit Herz, Eichede mit Plan - doch Herz schlägt Plan, zumindest an diesem Abend.

Eine Szene aus der 60. Minute blieb besonders in Erinnerung: Als der junge Ruben Guillen bei seinem Debüt eingewechselt wurde, rief ein Zuschauer von der Tribüne: "Los, Bua, zeig, dass du’s kannst!" - und Guillen antwortete tatsächlich mit einem beherzten Schuss nur Sekunden später. Zwar kein Tor, aber ein Statement.

Nach Abpfiff brandete Jubel auf, der sich gewaschen hatte. "Das war ein Auftakt nach Maß", sagte Trainer Raiola, während er sich den Schweiß von der Stirn wischte. "Aber jetzt bloß nicht abheben - wir sind hier nicht in der Champions League, sondern in der 3. Liga."

Jana Frost dagegen wirkte gefasst: "Wir haben gut angefangen, dann zu viele Räume gelassen. Aber das war erst der Anfang. Wir kommen wieder."

So endete der erste Spieltag der 3. Liga Deutschland mit einem klaren Zeichen: Weiler im Allgäu meint es ernst. Wenn sie dieses Tempo halten, wird es in dieser Saison im Allgäu öfter knistern. Und wer weiß - vielleicht gibt’s am Ende ja sogar was zu feiern, das über die Stadionwurst hinausgeht.

Oder, um es mit den Worten des Stadionsprechers zu sagen, kurz bevor das Flutlicht ausging: "Das war Fußball, wie man ihn hier liebt - ehrlich, laut und mit dreckigen Schuhen."

29.05.643990 23:32
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Das ist das größte Kompliment, was sich eine Mannschaft zuteil werden kann.
Günter Netzer
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