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Weiler im Allgäu siegt im Sturm: Frohnlach verliert den Faden

Es war einer jener nasskalten Februarabende, an denen man sich fragt, warum man überhaupt ins Stadion geht - und dann von einer Mannschaft wie Weiler im Allgäu daran erinnert wird, dass Fußball auch unter Flutlicht und Atemwolken ein Spektakel sein kann. Vor 11.355 Zuschauern feierte die Elf von Trainer Mino Raiola am 12. Spieltag der 3. Liga Deutschland (2. Div) einen verdienten 2:0-Heimsieg gegen den VfL Frohnlach. Zwei Tore, ein Platzverweis, 22 Torschüsse und jede Menge Gesprächsstoff: Es war mehr Drama als erwartet.

Die Geschichte des Abends begann mit einer ersten Halbzeit, die so einseitig war, dass selbst der Linienrichter auf der Frohnlacher Seite überlegte, sich einen Klappstuhl zu holen. Weiler stürmte - Frohnlach staunte. Schon in den ersten Minuten prüften Nelio Meira (6.) und Michael Siebert (7.) den Gästekeeper Roberto Cabrero, der sich warmhalten durfte, obwohl es ohnehin nur fünf Grad hatte. "Wir hätten da schon führen müssen", grummelte Raiola später, "aber meine Jungs wollten’s wohl spannend machen."

Frohnlach kam offensiv kaum vor - der einzige Torschuss in 90 Minuten kam von Jamie Houghton in der 26. Minute. Danach verschwand der Ball für längere Zeit in der Weiler-Hälfte so selten wie ein Sonnenstrahl im Allgäuer Winter. Mit 50 Prozent Ballbesitz hielt Frohnlach statistisch zwar mit, aber nur auf dem Papier.

Nach der Pause dann die Erlösung: 47. Minute, Michael Siebert, der schon in der ersten Hälfte dauernd gefährlich war, traf endlich. Nach einer Ecke von Claudiu Ungureanu rauschte der Ball durch den Strafraum, Siebert nahm ihn mit der Brust an und drosch ihn volley ins Netz. "Ich hab ihn einfach gespürt", grinste Siebert später. "Claudiu meinte, er wollte eigentlich flanken - aber das sagen alle Verteidiger, wenn’s klappt."

Weiler blieb dran, spielte weiter nach vorn, und Raiola bewies Mut zur Jugend: In der 60. Minute brachte er den 17-jährigen Ben Meister und den 18-jährigen Friedrich Jacobs - beide fügten sich ein, als hätten sie schon 100 Spiele auf dem Buckel. "Ich hab mir gedacht: schlimmer kann’s nicht werden für Frohnlach", flachste Raiola auf der Pressekonferenz.

Fünfzehn Minuten später fiel die Entscheidung: In der 76. Minute kombinierte sich Weiler durch die verunsicherte Frohnlacher Hintermannschaft. Nick Scherer legte quer, Jürgen Linke blieb cool - 2:0. Der 19-Jährige rannte jubelnd in die Kurve, hob die Arme und wurde fast von seinen Kollegen erdrückt. "Ich hab kurz Angst um meine Rippen gehabt", lachte Linke.

Frohnlach versuchte danach, wenigstens den Anschluss zu finden. Trainer Niklas Merkel stellte auf "Alles oder nichts" um - aber es blieb beim "Nichts". Stattdessen sammelten seine Verteidiger Karten wie Panini-Bilder: Pawel Karaslawow sah erst Gelb (74.) und dann Gelb-Rot (86.). "Ich hab nur gefragt, ob der Schiri Brille trägt", verteidigte er sich später mit einem Achselzucken. Kollege Lucas Rushton bekam ebenfalls Gelb (81.), und zum Schluss sorgte Weilers Eilert Olsson für Gleichstand - allerdings auf der Strafbank. In der 91. Minute flog auch er mit Gelb-Rot vom Platz, nachdem er beim Versuch, Zeit zu schinden, den Ball in die Zuschauerränge drosch. "Keine gute Idee", meinte Raiola trocken. "Aber wenigstens war er treffsicher."

22 Torschüsse für Weiler, einer für Frohnlach - das sagt mehr als jede Taktiktafel. Die Hausherren kombinierten flüssig, drückten über die Flügel, während Frohnlach zwischen Offensive und Orientierungslosigkeit pendelte. Die Statistiker notierten 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe für Weiler - und das Gefühl, dass da eine Mannschaft auf dem Platz steht, die langsam an sich glaubt.

Nach dem Spiel war die Stimmung entsprechend ausgelassen. "Ich weiß nicht, ob’s der Glühwein war oder der Sieg", scherzte ein Fan mit roter Nase, "aber mir ist wieder warm geworden." Trainer Raiola blickte schon nach vorn: "Wenn wir so weiterspielen, kann uns hier keiner stoppen - höchstens der Schneefall."

Frohnlachs Coach Merkel hingegen fand klare Worte: "Wir waren heute einfach zu brav. Ein bisschen mehr Biss, ein bisschen weniger Ballverlust - und vielleicht auch ein bisschen Glück."

Als die Flutlichter erloschen, blieb das Gefühl, dass Weiler im Allgäu mehr als nur drei Punkte gewonnen hatte: Selbstvertrauen, Spielfreude und die Gewissheit, dass man auch an grauen Februartagen Glanz verbreiten kann.

Und während die Zuschauer sich durch den Allgäuer Matsch Richtung Parkplatz kämpften, hörte man einen kleinen Jungen sagen: "Papa, wann spielt Weiler wieder?" - Die beste Frage des Abends.

04.10.643990 07:05
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