Anpfiff
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Weiler im Allgäu schießt sich in den Torrausch - 6:4 gegen Eichede

12500 Zuschauer in Weiler im Allgäu sahen am Dienstagabend ein Spiel, das man nur schwer in Worte fassen kann - aber wir versuchen’s trotzdem: Tore, Torschüsse, Gelbe Karten und ein Trainer, der nach Abpfiff grinste, als hätte er gerade ein Drei-Gänge-Menü serviert bekommen. Am Ende hieß es 6:4 (4:1) für Weiler im Allgäu gegen den SV Eichede, und das Ergebnis beschreibt das Spektakel nur ansatzweise.

Dabei fing alles so harmlos an. Gerade fünf Minuten waren gespielt, da netzte Eichedes Lucas Cantwell nach Vorarbeit von Vincent Ring zum 0:1 ein. Die mitgereisten Fans jubelten, als hätte man den Champions-League-Pokal geholt. Doch die Freude hielt genau zwei Minuten. Michael Siebert, der rechte Flügelblitz der Weiler, traf nach Zuspiel von Nick Scherer zum 1:1. "Wir hatten kaum Zeit, uns über das Gegentor zu ärgern", grinste Trainer Mino Raiola später, "da wollte Michael schon wieder den Ball aus dem Netz holen."

Was dann folgte, war ein Offensivfeuerwerk der Gastgeber. Scherer selbst erhöhte in der 13. Minute auf 2:1, Linus Berger legte in Minute 25 nach, ehe Robin Born mit einem satten Distanzschuss in der 33. Minute das 4:1 markierte. Eichede wirkte in dieser Phase wie ein Boxer, der schon in der ersten Runde viermal angezählt wurde. "Wir haben einfach keinen Zugriff bekommen", gestand Gästetrainerin Jana Frost. "Und Weiler hat gespielt, als hätten sie Red Bull intravenös."

Zur Pause war das Spiel vermeintlich entschieden. 4:1, 19:13 Torschüsse am Ende, fast ausgeglichener Ballbesitz (49,6 zu 50,4 Prozent) - aber Weiler war schlicht effizienter. Nach dem Seitenwechsel versuchte Eichede immerhin, die Ehre zu retten. Aslaug Laustsen traf nach schöner Vorarbeit von Cantwell in der 49. Minute, und plötzlich roch es wieder ein bisschen nach Spannung. Zehn Minuten später wechselte Raiola gleich dreifach, brachte den jungen Felipe Gama und Jannick Fritsch, um frische Beine nach vorn zu schicken.

Doch Eichede gab sich nicht geschlagen. Leandro de Torre (62.) und Matthias Lemke (74.) verkürzten auf 4:3, und für einen kurzen Moment schien es, als wackele die Allgäuer Festung. Auf der Tribüne fragte ein älterer Fan ungläubig: "Spielen die jetzt Handball oder was?" - eine berechtigte Frage, denn beide Teams schossen aus allen Lagen.

Weiler kassierte in dieser turbulenten Phase gleich drei Gelbe Karten (Born, Scherer und Jahn), was Trainer Raiola zu der trockenen Bemerkung veranlasste: "Die Jungs wollten wohl sicherstellen, dass der Schiri uns nicht vergisst."

Als das Spiel in die Schlussphase ging, stand es 4:4 - zumindest im Gefühl vieler Zuschauer, denn Eichede drückte und drückte. Doch dann kam wieder Michael Siebert. In der 89. Minute drosch er den Ball nach Pass von Felipe Gama zum 5:4 in die Maschen. Das Stadion explodierte beinahe. "Ich dachte, der trifft den gar nicht richtig", lachte Teamkollege Max Kelly später, "aber der Ball wollte einfach rein." Und weil Dramatik ohne Happy End nur halb so schön ist, setzte Gama selbst in der 93. Minute den Schlusspunkt zum 6:4.

Nach dem Abpfiff klatschte Mino Raiola seine Spieler ab, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen. "So macht Fußball Spaß - auch wenn ich nachher erstmal Baldrian brauche", sagte er mit einem Augenzwinkern. Jana Frost dagegen blieb gelassen: "Wenn man vier Tore auswärts schießt und trotzdem verliert, weiß man, dass beim Gegner einfach alles geklappt hat."

Ein Wort noch zu den Fans: 12500 Zuschauer, Allgäuer Kälte, und trotzdem Stimmung wie auf der Wiesn. Selbst die Ordner hatten Mühe, beim 6:4 nicht mitzuklatschen.

Fazit: Weiler im Allgäu zeigte eine furiose Offensivleistung, angeführt von Doppeltorschütze Michael Siebert, während Eichede trotz guter Moral und leichtem Ballbesitzvorteil ohne Punkte heimreiste. Ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst - es sei denn, man ist Verteidiger beim SV Eichede.

Oder wie es ein Zuschauer nach Schlusspfiff formulierte: "Wenn jedes Spiel so wär, würd ich mein Sky-Abo kündigen und nur noch hierherkommen."

(Etwa 620 Wörter)

27.08.643987 01:09
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