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Premier Division | 10. Spieltag | 20.08.26 | Waterford Reds - Galway Reds 0:0 Schon nach fünf Minuten prüfte Hartmut Siebert erstmals das Nervenkostüm der Gäste. Der Rechtsaußen blieb damit keineswegs allein: Siebert kam insgesamt viermal zum Abschluss, Logan Staunton ebenfalls viermal. Doch ob aus kurzer Distanz, nach energischem Vorstoß oder mit dem Versuch, den Ball irgendwie in Richtung Galway-Tor zu befördern - der entscheidende Moment blieb aus. "Ich dachte irgendwann, das Tor hätte sich heimlich abgemeldet", hätte Waterfords Trainer Costa Brava in einer nachgestellten Kabinenszene sagen können. Ganz falsch wäre die Analyse nicht gewesen. Die Gastgeber verbuchten 16 Torschüsse, Galway gerade einmal zwei. Der Ballbesitz war mit 53,2 zu 46,8 Prozent zwar weniger erdrückend, als das Chancenverhältnis vermuten ließ. Doch Waterford hatte klar mehr Initiative, mehr Zugriff und vor allem mehr Gründe, sich nach dem Schlusspfiff über die eigene Chancenverwertung zu ärgern. Logan Staunton, gerade einmal 17 Jahre alt, sorgte in der 19., 23., 64. und 88. Minute für Unruhe. Leo Aldridge tauchte zweimal gefährlich auf, Luke Delap versuchte es ebenso wie Archie Harte und Joan de la Fuente. In der 22. Minute schaltete sich sogar Innenverteidiger Gerard Pique nach vorne ein - ein bemerkenswerter Ausflug, der allerdings ebenfalls ohne Ertrag blieb. Galway-Torwart John McGee dürfte spätestens zu diesem Zeitpunkt überlegt haben, ob er nach dem Spiel nicht einfach direkt im Tor stehen bleiben sollte. Dort war schließlich vergleichsweise viel los. Die Gäste kamen nur zweimal gefährlich zum Abschluss. Owen Doyle versuchte es in der 81. und 91. Minute, doch auch Galway fand keinen Weg durch Waterfords Abwehr oder an Torwart Jens Schmitt vorbei. Trainer Costa Brava hatte sein Team nach der Pause zudem deutlich aggressiver eingestellt: aktives Pressing, später voller Einsatz und der Versuch, den knappen - oder in diesem Fall nicht vorhandenen - Rückstand gar nicht erst entstehen zu lassen. Die Reds spielten weiter ausgewogen, aber mit spürbarem Druck auf den Gegner. Galway musste bereits nach 29 Minuten reagieren. Owen O’Dea verletzte sich und wurde durch Joel Stack ersetzt. Stack sah kurz vor der Pause die Gelbe Karte, ebenso wie später Silvestre Peyroteo. Bei Waterford wurde Dominique Heinemann in der 79. Minute verwarnt. Die Gastgeber wechselten außerdem Alfie Kelly, Bradley Greenwald und İbrahim Topal ein - viel Bewegung also, nur nicht auf der Anzeigetafel. "Wir haben alles gemacht, außer das Tor", lautete in der fiktiven Mixed-Zone die denkbar passende Waterford-Zusammenfassung. Galway dürfte sich dagegen sagen: Zwei Abschlüsse, ein Punkt. Effizienz kann manchmal auch bedeuten, mit erstaunlich wenig Arbeit erstaunlich weit zu kommen. So bleibt Waterford der moralische Sieger eines Spiels, das keine Sieger hatte. Galway nimmt einen Punkt mit. Und die 34.632 Zuschauer nehmen die Erinnerung an 18 Torschüsse mit - sowie vermutlich den guten Vorsatz, beim nächsten Mal nicht zu früh auf ein Tor zu hoffen. 20.08.2026 21:12 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler