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Vuk zündet den Vulkan - Lanzarote ringt Real Oviedo 1:0 nieder

An diesem Samstagabend auf den Kanaren roch es nach Meer, Schweiß und angebranntem Rasen. 33.525 Zuschauer im Estadio Municipal von Arrecife erlebten eine Partie, die so heiß war wie der Boden unter den Spielern - zumindest in der zweiten Halbzeit. Lanzarote CF besiegte Real Oviedo mit 1:0, ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber eine gehörige Portion Drama und Ironie in sich trug.

Schon vor dem Anpfiff wirkte Trainer Meister Leverkusen erstaunlich gelassen. "Wenn wir heute nicht gewinnen, dann wenigstens schön verlieren", grinste er in die Mikrofone. Seine Mannschaft nahm sich offenbar nur den ersten Teil des Satzes zu Herzen. Von Beginn an pressten die Gastgeber nach vorn, offensiv wie angekündigt, aber ohne übermäßige Hektik. 17 Torschüsse am Ende sprechen für ihren Tatendrang - auch wenn viele davon eher in die Kategorie "freundliche Ballabgabe an den Torwart" fielen.

Real Oviedo hingegen zeigte sich ausgeglichen, im wahrsten Sinne des Wortes: 49,6 Prozent Ballbesitz, drei Torschüsse, drei verpasste Gelegenheiten. Ihr Coach, der sich nach dem Spiel nur kurz äußerte, fasste es trocken zusammen: "Wir wollten kontrollieren. Leider haben wir auch kontrolliert, dass nichts passiert."

In der ersten Halbzeit passierte tatsächlich wenig. Lanzarote kombinierte gefällig, Marcio Galisteo prüfte den Torhüter Menendez schon in der 9. Minute, später noch zweimal - jedes Mal ohne Fortune. In der 41. Minute sah der junge Klaus Müller Gelb, offenbar weil er vergessen hatte, dass Grätschen kein Kontaktsport für beide Beine ist. Oviedo antwortete mit defensiver Disziplin und Gelbsucht: Michal Bilek (51.), Jaap Bleecker (75.) und Ivan Solana (82.) durften sich ebenfalls ein Erinnerungsstück vom Schiri abholen.

Nach dem Seitenwechsel wurde es lebendiger - was möglicherweise an den gleich drei Wechseln bei Lanzarote lag. Leverkusen brachte Henry Winston, Alberto Fagnano und Srdan Vuk. Letzterer sollte zum Mann des Abends werden. Kaum zehn Minuten auf dem Platz, ließ sich Vuk in der 55. Minute von Ignacio Mendivil bedienen, nahm den Ball elegant mit der Brust an und drosch ihn aus acht Metern in die Maschen. 1:0. Das Stadion explodierte, ein Vulkan aus Freude, Trompeten und Bierfontänen.

"Ich dachte zuerst, der Ball sei zu hoch, aber dann hat er mir zugeflüstert: Ich geh rein", scherzte Vuk später mit breitem Grinsen. Mendivil, der Vorlagengeber, nickte stolz: "Wir üben das im Training - allerdings meistens ohne Publikum."

Real Oviedo versuchte danach, den Rückstand wettzumachen, doch die Angriffsbemühungen wirkten eher wie höfliche Anfragen an die Lanzarote-Abwehr. Mateo Rueda und Marc Blanchett kamen zwar zu Abschlüssen, aber Torwart Vincent Maurice hatte mehr Mühe, seine Handschuhe sauber zu halten, als die Bälle zu fangen.

Lanzarote dagegen erspielte sich weiter Chancen am Fließband. Fagnano, Penas und Mendivil feuerten aus allen Lagen, als wollten sie beweisen, dass Schüsse auch ohne Torerfolg unterhaltsam sein können. In der 92. Minute verfehlte Fagnano das Gehäuse noch einmal knapp - die letzte Szene eines Spiels, das trotz des knappen Resultats eine klare Sprache sprach: Lanzarote war wacher, mutiger, schlicht besser.

Die Statistiken untermauern das: 17 zu 3 Torschüsse, 57,8 Prozent gewonnene Zweikämpfe, fast ausgeglichener Ballbesitz. Lanzarote spielte offensiv, aber kontrolliert; Oviedo balancierte sich selbst aus der Partie.

Trainer Leverkusen wirkte nach dem Schlusspfiff zufrieden, aber nicht überschwänglich. "Ein Arbeitssieg", murmelte er, "aber manchmal ist Arbeit eben schöner als Urlaub." Und tatsächlich: Wer Lanzarote zusah, bekam Lust, länger zu bleiben - zumindest bis zum nächsten Heimspiel.

Srdan Vuk wurde zum Helden des Abends gewählt, und beim Verlassen des Stadions konnte man einen kleinen Jungen hören, der seinem Vater zurief: "Papa, ich will auch Vuk heißen!" Der Vater lachte: "Dann musst du aber auch Tore schießen."

Ob Lanzarote mit diesem Sieg den Vulkan endgültig zum Brodeln bringt, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Real Oviedo wird den Sand aus den Schuhen noch eine Weile spüren.

Ein sarkastisches Fazit drängt sich auf: Wenn Fußball ein Theaterstück ist, dann war dieses Spiel kein Shakespeare - aber ein verdammt unterhaltsamer Einakter mit einem Helden, der zur rechten Zeit auftrat. Lanzarote CF 1, Real Oviedo 0 - mehr braucht es manchmal nicht, um Fußball wieder lieben zu lernen.

15.10.643990 21:36
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