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Villalonga kämpft Atletic Barcelona nieder - 2:1 nach feurigem Abend

Villalonga - 25.372 Zuschauer im Estadio de la Costa del Sol erlebten am Samstagabend ein Spiel, das irgendwo zwischen Taktikseminar, Nervenkrieg und Slapstick pendelte. Am Ende durfte Villalonga jubeln: 2:1 gegen Atletic Barcelona, zwei Tore in der ersten Halbzeit, ein Zittern danach. "Ich hab irgendwann aufgehört, auf die Uhr zu schauen", grinste Villalongas Torwart Pablo Verdasco später. "Das war kein Fußball mehr, das war Überlebenskampf."

Schon die ersten Minuten gehörten den Gästen. Atletic Barcelona, trainiert von Al Bundy - ja, der Mann mit dem Namen aus der Sitcom-Vergangenheit - kam mit offensiver Ausrichtung, aber ohne Pressing, was ungefähr so sinnvoll wirkte, wie ein Cabrio im Schneesturm. Pinchas Hasson prüfte Verdasco nach vier Minuten, Diego Mascarenhas legte zwei Minuten später nach - doch der Ball wollte einfach nicht rein.

Dann schlug Villalonga zu - und wie! In der 16. Minute kombinierte sich Martin Valentin über links durch, flankte, und Miguel Bertran, 33 Jahre alt und offenbar ewig jung geblieben, nahm den Ball volley. 1:0. Das Stadion vibrierte, als sei gerade die Champions-League gewonnen worden. Trainer des Heimteams - der übrigens gar nicht namentlich erwähnt werden wollte ("Schreiben Sie einfach ’der Coach’, das klingt mysteriöser") - sprang an der Seitenlinie wie ein Teenager beim Rockkonzert.

Atletic wirkte geschockt. Und bevor sie sich wieder sortiert hatten, kam der nächste Schlag: In der 37. Minute legte Pau Ramirez ideal in den Lauf von Vicente Zapatero, der trocken ins lange Eck abschloss - 2:0. "Wir dachten, wir hätten das Spiel im Griff", seufzte Barcelonas Innenverteidiger Marcel Gaudin, der später noch Gelb sah. "Dann haben sie zweimal gestochen wie ein Moskito im Hochsommer."

Die Halbzeitpause brachte keine taktische Revolution - Bundy ließ weiter offensiv spielen, aber ohne sichtbare Struktur. Villalonga hielt mit 55 Prozent Ballbesitz dagegen und verteidigte mit jener Mischung aus Routine und Chaos, die man in der zweiten Liga so liebt. Als der junge Guillermo Minambres (18) in der 55. Minute den Anschlusstreffer erzielte, keimte bei den Katalanen kurz Hoffnung auf. "Ich habe einfach draufgehalten", sagte Minambres später, "und gehofft, dass keiner meckert, wenn ich treffe."

Danach wurde es wild. Gelbe Karten flogen wie Konfetti - vier für Villalonga, eine für Atletic. Besonders Christoph Bremer, der in der 87. Minute verwarnt wurde, kommentierte trocken: "Ich wollte nur den Ball, nicht den Mann. Leider stand der Mann im Weg." Die Zuschauer dankten es mit spöttischem Applaus.

Statistisch war es ein offenes Duell: 12:13 Torschüsse, 49 zu 51 Prozent Zweikampfquote, beide Teams mit Standard-Aggressivität und Null Pressing - was sich auf dem Platz oft so anfühlte, als hätten sich zwei Gentleman-Teams zum gepflegten Abendkick verabredet. Doch Villalonga war schlicht effizienter.

In der Schlussphase drückte Atletic noch einmal, Tim Ackermann hatte in der 79. Minute die Riesenchance, verzog aber knapp. Auf der Tribüne rief ein älterer Fan: "Tim, das Tor ist da drüben!" - was selbst der Linienrichter mit einem Grinsen quittierte.

Als Schiedsrichter Ruiz nach 94 Minuten abpfiff, lagen sich die Villalonga-Spieler in den Armen, während Bundy etwas ratlos in den Nachthimmel starrte. "Wir machen vieles richtig", sagte er in der Pressekonferenz, "aber das Tor ist beim Fußball halt immer noch entscheidend."

Verdasco dagegen fasste den Abend mit gewohnter Trockenheit zusammen: "Zwei Tore, drei Gelbe, keine Herzinfarkte - das nenn ich einen gelungenen Samstag."

Und so bleibt Villalonga nach dem 17. Spieltag im oberen Mittelfeld der 2. Liga Spanien, während Atletic Barcelona weiter auf der Suche nach der Balance zwischen Angriffslust und Ergebnistreue ist. Vielleicht, so munkelte man im Presseraum, sollte Coach Bundy beim nächsten Mal doch das Pressing einschalten - oder wenigstens den Humor behalten.

Denn eines war klar: Wer an diesem Abend keinen Spaß hatte, hat das Spiel nicht verstanden.

23.07.643987 11:37
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Erich Ribbeck
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