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Eliteserien | 2. Spieltag | 18.09.26 | Trondheim SK - Viking FK 1:4 Die Gäste brauchten gerade einmal sieben Minuten, um die Hausherren aus ihren Abendträumen zu reißen. Lubos Jablonsky traf nach Vorarbeit von Albert Rodriguez und setzte damit den Ton für eine Partie, in der Viking vor allem über die Flügel und mit bemerkenswerter Zielstrebigkeit nach vorne spielte. Trondheim antwortete zunächst keineswegs schüchtern. Rui Tristan prüfte die Gästeabwehr, Christian Nevland versuchte es ebenfalls - und in der 28. Minute belohnte sich der Gastgeber. Mathias Grindheim nahm eine Vorlage von Tristan auf und traf zum 1:1. Für einen kurzen Moment schien die Partie wieder offen. "Da dachte ich: Jetzt sind wir drin", hätte Grindheim nach dem Spiel sagen können. Tatsächlich war Trondheim zu diesem Zeitpunkt sogar leicht häufiger am Ball. Das half allerdings ungefähr so viel wie ein Regenschirm im norwegischen Sturm. Denn kaum war der Ausgleich verklungen, schlug Viking erneut zu. In der 29. Minute traf Ilie Ghionea nach Zuspiel von Makis Kalitzakis zum 2:1. Trondheim hatte den Ball, Viking hatte die besseren Antworten - eine klassische Konstellation, bei der die Statistik freundlich nickt und der Spielstand unfreundlich bleibt. Kurz vor der Pause wurde es für Trondheim zusätzlich ungemütlich. Innenverteidiger Thierry Maurice musste in der 43. Minute verletzungsbedingt vom Feld. Jorgen Berntsen kam für ihn in die Partie. Während die Gastgeber noch sortierten, ob sie nun eigentlich verteidigen oder zurückschlagen wollten, nahm Viking die zweite Halbzeit in die Hand. Nach dem Seitenwechsel stellte Viking sein Spiel sichtbar auf Konter und längere Zuspiele um. Der Plan war simpel, aber wirkungsvoll: Trondheim durfte den Ball haben, Viking nahm sich dafür die Räume. In der 46. Minute erhöhte Rodriguez nach Vorlage von Ghionea auf 3:1. Der Mittelstürmer belohnte sich damit für eine auffällige Partie und ließ Trondheims Abwehr aussehen, als hätte sie den Wiederanpfiff nur akustisch wahrgenommen. Die Hausherren bemühten sich um eine Reaktion. Tore Gulbrandsen schoss mehrfach, auch Mathias Grindheim blieb gefährlich. Doch Viking verteidigte mit größerem Einsatz und gewann 52,9 Prozent der Zweikämpfe. In der 62. Minute fiel die endgültige Entscheidung: Kalitzakis traf nach Vorarbeit von Sigfrid Bloch zum 4:1. "Wir wollten nach der Pause nicht schön aussehen, sondern gewinnen", wurde Viking-Trainer Markus Frey nach dem Abpfiff zugeschrieben. Das ist, nüchtern betrachtet, eine ziemlich gute Zusammenfassung der Gästeleistung. Viking gab 15 Torschüsse ab, Trondheim neun. Beim Ballbesitz lag der Gastgeber mit 51,7 Prozent zwar knapp vorne, doch Ballbesitz ist eben kein Bonuspunktesystem. Wer ihn nicht in Tore umwandelt, sammelt am Ende vor allem Gesprächsstoff. Trondheim kämpfte bis in die Schlussphase, fand aber keinen weiteren Treffer. Viking blieb gefährlich und brachte den Vorsprung souverän über die Zeit. So endete ein Abend, an dem die Gastgeber etwas mehr vom Ball hatten, die Gäste aber deutlich mehr vom Spiel. Für Trondheim bleibt die Erkenntnis, dass 1:4 auch dann 1:4 heißt, wenn man 51,7 Prozent Ballbesitz vorweisen kann. Viking dagegen reist mit drei Punkten und vier Toren im Gepäck ab. In Norwegen ist das vermutlich die angenehmste Form von Übergepäck. 19.09.2026 04:57 |
Sprücheklopfer
Wunderschön, mit dem Außenspann, teilweise mit dem Vollspann.
Günter Netzer