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Eliteserien | 34. Spieltag | 14.09.26 | Viking FK - Enga Oslo 1:1 Dabei hatte Viking-Trainer Markus Frey seine Mannschaft von Beginn an offensiv eingestellt. Die Gastgeber suchten den Weg über die Außenbahnen, spielten geduldig und kamen schon früh zu Chancen. Filip Skrtel prüfte Engas Defensive in der sechsten Minute, Jon Frigard folgte vier Minuten später. Makis Kalitzakis versuchte es in der 18. Minute. Der Ball wollte jedoch partout nicht dorthin, wo er laut Spielverlauf eigentlich hingehörte: ins Tor. "Wir hatten am Anfang das Gefühl, dass der Ball uns mag", sagte Frey später. "Aber er wollte offenbar keine feste Beziehung eingehen." Ein Satz, der vielleicht nicht in jedes Trainerseminar passt, die Stimmung dieses Spiels aber erstaunlich gut zusammenfasst. Enga blieb zunächst zurückhaltend, setzte aber gelegentlich Nadelstiche. Erik Karadas kam in der 25. und 40. Minute zum Abschluss, Tore Bergmann versuchte sich dazwischen ebenfalls. Mehr als drei Torschüsse brachte Oslo allerdings über die gesamte Partie nicht zustande. Viking sammelte dagegen 15 Abschlüsse und kontrollierte 52,6 Prozent Ballbesitz. Statistisch war das Spiel also ziemlich eindeutig - nur die Anzeigetafel hatte davon nichts gehört. Kurz vor der Pause scheiterte Frigard erneut. Mit dem torlosen 0:0 ging es in die Kabinen. "Wir haben gesagt: ruhig bleiben, weiter Fußball spielen", berichtete Frey. "Und dann haben wir gehofft, dass irgendwann jemand dem Tor erklärt, dass es auf unserer Seite steht." Nach dem Seitenwechsel nahm Viking den Druck weiter hoch. Juan Caballero und Lubos Jablonsky suchten den Abschluss, Mittelstürmer Milan Kozacik tauchte mehrfach gefährlich vor dem Tor auf. Zur 46. Minute brachte Frey mit Filip Skrtel und Jon Frigard frische Kräfte beziehungsweise ordnete um. Viking spielte nun ausgewogener, blieb aber offensiv. In der Schlussphase wurde aus dem kontrollierten Angriff schließlich beinahe ein Dauerfeuer. Die Erlösung kam in der 76. Minute - und ausgerechnet durch einen Verteidiger. James Mayhew, eigentlich auf der rechten Abwehrseite zu Hause, schaltete sich nach vorne ein und traf zum 1:0. Anders Iversen, erst 17 Jahre alt, lieferte die Vorarbeit. Die Tribünen explodierten, ein Fan soll seinem Sitznachbarn zugerufen haben: "Endlich! Ich war schon dabei, dem Pfosten die Schuld zu geben." Viking hätte danach mehrfach nachlegen können. Kozacik versuchte es in der 78. und 92. Minute, Hermann Zimmermann kam in der 84. Minute zum Abschluss. Doch Enga überstand die Drangphase. Und dann kam die sechste Minute der Nachspielzeit. Tore Bergmann, zuvor bereits verwarnt, traf zum 1:1. Ein später, schmerzhafter Ausgleich, der aus Engas magerer Chancenbilanz plötzlich eine glänzende Punkteausbeute machte. Bergmann hatte in der 88. Minute noch Gelb gesehen; neun Minuten später war er der gefeierte Mann. "Wir hätten das Spiel entscheiden müssen", räumte Frey ein. "Aber Fußball ist leider kein Wettbewerb für verdiente Ergebnisse." Enga Oslo nahm den Punkt mit, Viking blieb vor allem die Erkenntnis, dass Dominanz und Belohnung im Fußball manchmal nur entfernte Bekannte sind. Immerhin: Mayhew weiß nun, dass sich Vorstöße lohnen. Und Viking weiß, dass 15 Torschüsse gegen drei nicht automatisch drei Punkte ergeben. Leider. 14.09.2026 22:36 |
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Mario Basler