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Victoria Setúbal verspielt 3:1-Führung gegen Nelense do Dao

Primeira Liga | 26. Spieltag | 06.09.26 | Victoria Setubal - Nelense do Dao 3:3

Was für ein Fußballabend in Setúbal: 31.577 Zuschauer sahen am 26. Spieltag der Primeira Liga ein 3:3 zwischen Victoria Setúbal und Nelense do Dao - ein Spiel, das zunächst nach Heimsieg roch und am Ende nach kollektivem Fingernägelkauen schmeckte.

Dabei begann die Partie mit einem kleinen Warnsignal für die Gastgeber. Schon nach einer Minute prüfte Manuel Figo den Setúbaler Torhüter Henrik Brun. Kurz darauf versuchten es Leandro Manu und Adriano de Vivar. Nelense do Dao spielte mit langen Bällen, hoher Aggressivität und jener Überzeugung, dass ein Fußballplatz vor allem dazu da ist, den Gegner unter Stress zu setzen.

Victoria antwortete zunächst kontrolliert. Cameron MacAulay gab in der achten Minute den ersten ernsthaften Schuss der Hausherren ab, Michael Neville folgte in der 19. Minute. Doch dann schlug Nelense zu: In der 22. Minute traf Ewan Corey nach Vorarbeit von Leandro Manu zum 1:0. Die Gäste waren vorne, die Gastgeber kurz sprachlos - und vermutlich froh, dass es im Fußball keine Zeitstrafe für ratloses Herumstehen gibt.

Die Reaktion von Victoria Setúbal fiel dafür umso energischer aus. Sergio de Freitas erzielte in der 29. Minute nach Zuspiel von Antonio Veloso den Ausgleich. Sieben Minuten später drehte Nael Moutinho die Partie, Michael Neville hatte vorbereitet. Und als Cameron MacAulay in der 38. Minute nach Pass von Cesare Gagliato zum 3:1 traf, schien die Welt der Gastgeber wieder halbwegs geordnet.

"Nach dem 3:1 dachten wir wahrscheinlich alle, wir hätten das Spiel schon hübsch verpackt", sagte MacAulay später sinngemäß. "Der Fußball hat uns dann daran erinnert, dass er Geschenkpapier nicht besonders mag."

Nelense do Dao kam mit einer sichtbaren Änderung aus der Pause. Trainer Graf Duencler stellte von offensiv auf ausgewogen um, ließ kürzer passen und aktiv pressen. Das war weniger eine taktische Feinjustierung als der entschlossene Versuch, den Abend nicht als Lehrstück über das Scheitern zu beenden. In der 45. Minute kam Justin Berndt für Enrique Maniche, später ersetzte Wladimir Burkhardt den jungen Brandon Winston.

Der Plan funktionierte. In der 56. Minute verkürzte Manuel Figo nach erneuter Vorarbeit von Leandro Manu auf 2:3. Figo hatte bereits zuvor mehrfach den Abschluss gesucht und blieb hartnäckig - eine Eigenschaft, die im Fußball bewundernswert ist und für Verteidiger ungefähr so angenehm wie ein Stein im Schuh.

Victoria blieb gefährlich, doch Nelense entwickelte nun deutlich mehr Druck. Die Gäste verbuchten insgesamt 19 Torschüsse, Victoria kam auf zehn. Beim Ballbesitz herrschte dagegen beinahe mathematische Langeweile: 50,02 Prozent für Nelense, 49,98 für Setúbal. Ein Unterschied, der sich nur mit Lupe und sehr viel Vereinsliebe feiern lässt.

In der Schlussphase verteidigte Victoria die Führung mit wachsender Nervosität. Robert Krejci sah in der 87. Minute die Gelbe Karte. Die Hausherren blieben offensiv ausgerichtet, verzichteten taktisch aber weiter auf aktives Pressing - eine Entscheidung, die im Nachhinein ungefähr so beruhigend wirkt wie ein Regenschirm aus Zeitungspapier.

Dann kam die 91. Minute. Adriano de Vivar schlug die Vorlage, Innenverteidiger Justin Berndt traf zum 3:3. Ausgerechnet ein Abwehrspieler rettete Nelense den Punkt, während Setúbal die eigene 3:1-Führung aus den Händen gleiten sah.

"Wir haben zweimal geführt und trotzdem nur einen Punkt", soll Victoria-Trainerstab nach dem Abpfiff gesagt haben. "Das ist effizient - nur leider für den Gegner."

So endete ein spektakulärer Abend mit sechs Toren, geteiltem Ballbesitz und zwei Mannschaften, die sich vermutlich noch lange fragen werden, warum sie den Schlusspfiff nicht einfach früher beantragt haben.

07.09.2026 16:04
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