Außenseiter
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VfL Pfullingen fegt Neubrandenburg mit 4:0 vom Platz

Manchmal reicht ein Freitagabend, um eine ganze Saison zu retten - oder zumindest das Selbstvertrauen. Der VfL Pfullingen zeigte beim 4:0 (2:0) gegen den FC Neubrandenburg eine Vorstellung, die irgendwo zwischen Spielfreude, jugendlicher Leichtigkeit und kaltschnäuziger Effizienz changierte. 4570 Zuschauer im Pfullinger Stadion sahen, wie die Hausherren das Spiel früh an sich rissen und den Gästen aus Mecklenburg kaum Luft zum Atmen ließen.

Schon nach drei Minuten prüfte der flinke Juanito Esteve den gegnerischen Keeper mit einem Schuss aus spitzem Winkel - eine freundliche Vorwarnung, wie sich später zeigen sollte. In der 13. Minute dann der erste Jubelsturm: Esteve flankte von rechts, der Ball segelte punktgenau auf Danil Berjosin, der die Kugel volley nahm und zum 1:0 verwandelte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Berjosin nach dem Spiel, "wenn ich da noch nachdenke, fliegt der Ball wahrscheinlich auf den Parkplatz."

Nur zehn Minuten später legte der russischstämmige Stürmer nach. Diesmal kam die Vorlage von Enrique Vasco, der über links einen Gegner austanzte und den Ball scharf in den Strafraum brachte. Berjosin hielt wieder den Fuß hin - 2:0. Trainer Günter Thiede stand an der Seitenlinie, die Hände tief in den Taschen, und nickte zufrieden. "So haben wir uns das im Training vorgestellt. Nur dass da meistens keiner trifft", witzelte er später.

Neubrandenburg versuchte, irgendwie ins Spiel zu kommen. Ein Schuss von Logan Burton in der 12. Minute blieb die gefährlichste Aktion der Gäste im ersten Durchgang. Insgesamt brachten sie es auf vier Torschüsse - eine Zahl, die schon fast nach höflicher Zurückhaltung klingt. Zwei Gelbe Karten (Hansen in der 41., Klug in der 47.) zeigten immerhin, dass man sich nicht kampflos ergeben wollte.

Pfullingen dagegen kombinierte munter weiter. Berjosin hätte kurz vor der Pause sogar das dritte Tor machen können, doch diesmal war Keeper Stephan Hanke zur Stelle. "Er hat mich angeschaut, als wollte er sagen: Nicht schon wieder!", erzählte Hanke später mit einem gequälten Lächeln.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild gleich: Pfullingen mit Ballbesitz (am Ende 52,9 Prozent), Neubrandenburg mit Sorgenfalten. In der 61. Minute schaltete sich Linksverteidiger Stephan Bach in den Angriff ein, bekam den Ball von Esteve und schlenzte ihn sehenswert ins lange Eck - 3:0. Bach hob entschuldigend die Hände, als wolle er sagen: Eigentlich bin ich doch Verteidiger.

Das Stadion vibrierte, und man hatte das Gefühl, dass selbst die Flutlichtmasten ein bisschen mitwackelten. "Wir wollten einfach Spaß haben", erklärte Esteve, der mit zwei Torvorlagen glänzte. "Wenn’s läuft, läuft’s. Heute hätten wir wahrscheinlich auch mit der Hacke getroffen."

Den Schlusspunkt setzte Enrique Vasco in der 82. Minute. Nach feiner Vorarbeit von Fabian Kopp zog er von links nach innen und traf trocken ins rechte Eck. 4:0, Deckel drauf, Spiel entschieden. Die Fans sangen, die Spieler grinsten - und Trainer Thiede gönnte sich auf der Bank einen seltenen Moment der Ruhe.

Auf der anderen Seite stand Neubrandenburgs Coach mit verschränkten Armen. "Wir waren nicht mutig genug", knurrte er in Richtung der Presse. "Pfullingen hat uns heute gezeigt, wie Tempo aussieht." In der Tat: Die Gastgeber feuerten 17 Torschüsse ab, während die Gäste oft schon im Mittelfeld den Ball verloren. "Wenn du ständig hinterherläufst, siehst du alt aus", gab Kapitän Lars Kessler unumwunden zu.

Am Ende war das Ergebnis so deutlich wie verdient. Pfullingen kombinierte sicher, gewann mehr Zweikämpfe (55 Prozent) und hatte schlicht mehr Lust auf Fußball. Selbst der Stadionsprecher verhaspelte sich beim vierten Tor vor Begeisterung - "Vascooo… äh… ja! 4:0!" -, was die Fans mit Gelächter quittierten.

"Das war heute ein Statement", fasste Thiede zusammen. "Wir wissen, dass wir’s können - jetzt müssen wir’s nur öfter zeigen." Und während seine Spieler noch auf dem Rasen Selfies machten, wurde auf der Tribüne schon gescherzt: "Wenn sie so weiterspielen, müssen wir bald Sitzplatzkarten im Vorverkauf nehmen!"

Ein Abend also, der Mut macht. Für Pfullingen war es Fußball wie aus einem Guss, für Neubrandenburg ein Lehrstück in Sachen Effizienz des Gegners. Und für die Zuschauer ein Beweis, dass auch in der Oberliga manchmal ganz großes Kino geboten wird - Popcorn inklusive, aber ohne Happy End für die Gäste.

06.11.643990 14:15
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