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Verbandsliga A | 5. Spieltag | 21.09.26 | Vfl Lübeck - TSV Nordhastedt 2:0 Von Beginn an machte der Gastgeber klar, wer an diesem Abend den Takt vorgab. Nordhastedt hatte kaum Zeit, sich häuslich einzurichten, da sahen Alexander Kaiser und Luka Blum bereits die Gelbe Karte - in der ersten und achten Minute. Der TSV verteidigte früh mit großer Leidenschaft, gelegentlich auch mit jener Begeisterung für Körperkontakt, die Schiedsrichter traditionell nicht als Liebeserklärung verstehen. Lübeck blieb dennoch ruhig. Die Mannschaft spielte ausgewogen, suchte geduldig nach Lücken und kam immer wieder über die Außen. Rechts sorgte Swen Burger für Unruhe, links Jan Sonntag. "Wir wollten nicht blind auf das Tor schießen, sondern auf die richtige Gelegenheit warten", hätte ein Lübecker nach dem Spiel sinngemäß sagen können. Ganz exakt war das die Idee des Abends: erst schauen, dann treffen - eine im Fußball erstaunlich seltene Reihenfolge. In der 29. Minute zahlte sich diese Geduld aus. Innenverteidiger Ivan Trkulja brachte den Vfl mit 1:0 in Führung. Julian Miller hatte den Treffer vorbereitet, womit der rechte Verteidiger zunächst als zuverlässiger Lieferant in Erscheinung trat. Trkulja, eigentlich für das Verhindern gegnerischer Tore zuständig, übernahm kurzerhand auch deren Herstellung. Nordhastedts Torwart Joschua Hofer war geschlagen, Lübeck führte. Bis zur Pause blieb der Gastgeber gefährlicher. Sieben Torschüsse verzeichnete Lübeck allein in der ersten Halbzeit, während Nordhastedt offensiv kaum stattfand. Der TSV versuchte, über das Mittelfeld ins Spiel zu kommen, doch Lübecks Mannschaft verschob diszipliniert und ließ wenig Raum. "Wir hatten den Ball nicht immer, aber wenn wir ihn hatten, wollten wir etwas damit anfangen", lautete die sinngemäße Kabinenbotschaft der Gastgeber. Nordhastedt hätte vermutlich schon mit "Wir hatten ihn gern öfter" zufrieden sein müssen. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Lübeck besaß 56,3 Prozent Ballbesitz, gewann rund 59 Prozent der Zweikämpfe und blieb überlegen. In der 59. Minute schlug dann erneut die Stunde von Swen Burger. Nach Zuspiel von Miller erhöhte der 24-Jährige auf 2:0. Burger hatte bereits mehrfach auf das Tor geschossen und bekam nun die Belohnung für seine Beharrlichkeit. Manche nennen das Konsequenz, andere irgendwann einfach Sturheit - im Strafraum ist der Unterschied ohnehin schwer zu erkennen. Lübeck blieb danach aktiv und sammelte weitere Möglichkeiten. Insgesamt standen 14 Torschüsse für den Vfl zu Buche. Nordhastedt brachte es lediglich auf einen einzigen - in der 89. Minute durch Wolfgang Nowak. Der Versuch war damit weniger der Auftakt zu einer Aufholjagd als vielmehr ein höfliches Lebenszeichen kurz vor dem Abpfiff. Dann wurde es doch noch turbulent: In der 91. Minute sah Julian Miller die Rote Karte. Der Vorbereiter beider Tore musste vorzeitig vom Feld und durfte sich den Schlusspfiff vermutlich aus einer Perspektive anhören, die Fußballer normalerweise nur vom Training kennen. Am Ergebnis änderte das nichts. Der Vfl Lübeck gewann verdient 2:0 (1:0) und zeigte dabei genau jene Mischung aus Geduld, Kontrolle und gelegentlicher Härte, die man an einem Montagabend offenbar braucht. Der TSV Nordhastedt nahm immerhin die Gewissheit mit, dass der Weg nach Hause kürzer ist als der Weg zum gegnerischen Tor. 22.09.2026 01:41 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler