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VfB Speldorf tanzt Frickenhausen schwindelig - 4:1 und ein Abend voller Spielfreude

Wenn es in der Regionalliga C so etwas wie einen perfekten Winterabend gibt, dann war es dieser 19. Januar in Speldorf. 3700 Zuschauer trotzten der Kälte und sahen einen VfB, der Frickenhausen von der ersten Minute an das Fürchten lehrte - und das mit einer Mischung aus Tempo, Spielwitz und einem Schuss frecher Überheblichkeit. Am Ende stand ein hochverdientes 4:1 (2:0), das Trainer Jakob Meier nur mit einem breiten Grinsen kommentierte: "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben - aber bitte nicht zu viel. Sie haben mich zum Glück nicht ganz ernst genommen."

Spaß hatten sie tatsächlich. Schon nach 19 Minuten brachte Giulio Fili die Hausherren in Führung. Nach einem schnellen Doppelpass mit dem quirlig agierenden Javier Manu stand Fili frei vor dem Tor und schob locker ein. Der Jubel war groß, und Fili grinste später: "Ich wollte eigentlich flanken, aber wenn der Ball so schön reingeht, sag ich einfach, das war Absicht."

Nur zehn Minuten später legte Speldorf nach - diesmal war Ethan Gallagher zur Stelle. Der bullige Linksaußen traf nach Vorarbeit von Fili zum 2:0 und ließ sich im Anschluss von den Fans feiern, als hätte er gerade das entscheidende Tor im Pokalfinale erzielt. Frickenhausen dagegen wirkte konsterniert. Trainer Ezequiel Gargano, der seine Mannschaft mit einer offensiven Ausrichtung aufs Feld geschickt hatte, schüttelte nur den Kopf. "Wir waren mutig - vielleicht zu mutig. Aber wer nicht wagt, der kassiert halt", raunte er leicht sarkastisch in die Mikrofone.

Die Gäste mühten sich, kamen aber trotz 48 Prozent Ballbesitz kaum gefährlich vors Tor. Nur sechs Torschüsse standen am Ende zu Buche - und die meisten davon waren eher freundliche Grüße an Speldorfs Keeper Stephan Karl.

Nach der Pause versuchten die Gäste nochmal alles. Gargano ließ seine Jungs weiter offensiv anlaufen, und tatsächlich gelang Filippo Viola in der 61. Minute der Anschlusstreffer. Nach feinem Zuspiel des jungen Rechtsverteidigers Vincent Veloso traf Viola trocken ins Eck - und für einen Moment keimte Hoffnung auf. "Da dachte ich, jetzt kippt das vielleicht", meinte ein Fan im Frickenhausener Block. "Tat’s aber nicht."

Denn Speldorf antwortete postwendend: Johannes Rieger, der rechte Mittelfeldmann mit der Präzision eines Uhrwerks, zog in der 68. Minute aus 20 Metern ab und traf zum 3:1. Der Ball schlug so perfekt im Winkel ein, dass selbst der Linienrichter kurz den Arm zum Jubel hob, bevor er sich ertappt wieder auf seine Linie stellte.

Damit war die Messe gelesen. Frickenhausen wirkte zwar bemüht, aber die Köpfe hingen tief. In der 86. Minute setzte Javier Manu den Schlusspunkt. Nach Vorlage des Veteranen Timm Stumpf verwandelte der 21-Jährige überlegt zum 4:1. Ein Tor, das die Speldorfer Fans mit einem vielstimmigen "Jaaa, so spielt der VfB!" begleiteten - und dem jungen Manu ein Lächeln entlockte, das wahrscheinlich bis Montagmorgen anhielt.

"Das war heute eine runde Sache", analysierte Trainer Meier nüchtern - und fügte dann mit einem Zwinkern hinzu: "Ich hoffe nur, die Jungs wissen, dass nächste Woche wieder gearbeitet wird. Sonst denken sie noch, Fußball sei leicht."

Statistisch untermauert war der Sieg ohnehin: 16 Torschüsse, 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 51 Prozent Ballbesitz - Speldorf hatte in jeder Kategorie die Nase vorn. Und das, obwohl man es taktisch gar nicht übertrieb. "Balanced" hieß die Devise - und die ging auf.

Frickenhausen dagegen steht vor einer unbequemen Woche. Trainer Gargano kündigte an, "ein paar Gespräche" zu führen. Kapitän Angelo Mongrassano wurde deutlicher: "Wir müssen aufhören, so nett zu verteidigen. Der Gegner bedankt sich jedes Mal höflich mit einem Tor."

Als die Flutlichtanlage langsam herunterdimmte und der Stadionsprecher die letzten Fans verabschiedete, fasste ein älterer Zuschauer auf der Tribüne das Spiel treffend zusammen: "Frickenhausen wollte Fußball spielen - Speldorf hat es getan."

Ein Satz, der hängenbleibt. Und vielleicht das beste Fazit dieses unterhaltsamen Abends liefert: VfB Speldorf auf dem Vormarsch, Frickenhausen dagegen mit Hausaufgaben - und 3700 frierende, aber bestens unterhaltene Zuschauer, die sich fragen: Warum kann’s nicht immer so schön sein?

15.08.643987 17:10
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