Elfmeter
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VfB Sangerhausen ringt tapferen SV Dessau mit 1:0 nieder

Ein lauer Januarabend, 20:15 Uhr, Flutlicht über Sangerhausen - und 3010 Zuschauer, die sich fragten, ob das Spiel ihrer Mannschaft gegen den SV Dessau ein Leckerbissen oder eher Diätkost für Fußballfreunde werden würde. Am Ende bekamen sie beides: viel Ballbesitz, viele Chancen, aber nur ein mageres 1:0 - ein Ergebnis, das den VfB dennoch jubeln ließ und den Gästen aus Dessau einen lehrreichen Abend bescherte.

Von der ersten Minute an war klar, wer hier Herr im eigenen Haus sein wollte. Der VfB Sangerhausen, taktisch ausgewogen und mit ruhigem Passspiel, machte das Spielfeld breit und ließ den Ball zirkulieren, als ginge es um einen Pokal im Kreisel-Wettbewerb. 65 Prozent Ballbesitz sprechen Bände. Tomas Busta, der Tscheche mit dem Torriecher, prüfte schon in der 9. Minute den Dessauer Keeper Marko Specht - doch dessen Reflexe waren so flink wie die Pfeife des Schiedsrichters.

"Wir wollten das Spiel kontrollieren und ruhig bleiben", erklärte VfB-Mittelfeldroutinier Marco Buffett später mit einem Schmunzeln. "Nur manchmal war’s fast zu ruhig. Ich hab mich zwischendurch gefragt, ob wir eingeschläfert werden oder das Spiel gewinnen wollen."

Dessau hatte dagegen andere Probleme. Trainer Kurt Weill - ja, der Name verpflichtet musikalisch, aber auf dem Feld war eher Marschmusik angesagt - schickte eine blutjunge Truppe ins Rennen. Durchschnittsalter: knapp 18 Jahre. "Wir wussten, dass wir hier Lehrgeld zahlen könnten", sagte Weill nach der Partie. "Aber ich wollte sehen, wie meine Jungs reagieren, wenn’s richtig weh tut."

Und weh tat es. Spätestens ab der 20. Minute kämpften die Dessauer mehr gegen den Ball als mit ihm. Jungspund Tomas Kaufmann versuchte es zweimal gefährlich (3. und 21.), doch VfB-Torwart Björn Reimann hatte einen dieser Abende, an denen er auch einen Medizinball gefangen hätte.

Nach einer torlosen, aber keineswegs ereignisarmen ersten Hälfte kam in Minute 64 der Moment, auf den die Sangerhäuser Fans gewartet hatten. Ein Freistoß von Juergen Seifert segelte in den Strafraum, Dessaus Verteidigung schaute eher zu als einzugreifen - und Busta stand goldrichtig. Aus fünf Metern drückte er den Ball über die Linie. 1:0! Das Stadion explodierte, die Ersatzbank sprang auf, und Trainer Müller (dessen Name in den Unterlagen fehlt, aber der Gestik nach eindeutig Müller hieß) rief: "Endlich belohnen wir uns!"

Busta grinste später breit: "Ich hab gar nicht gejubelt, weil ich dachte, ich steh im Abseits. Aber dann hab ich gesehen, dass der Linienrichter sich gerade am Schuhband zu schaffen machte - da war’s mir egal."

Dessau reagierte mit einem Dreifachwechsel - junge Gesichter, frische Beine, aber wenig Wirkung. Spätestens nach der Gelben Karte für Innenverteidiger Klaus Neumann (67.) war klar, dass hier kein Feuerwerk mehr gezündet würde. Sangerhausen spielte die Partie kontrolliert zu Ende, ohne sich vom eigenen Ballbesitzrausch anstecken zu lassen.

Und doch hätte es am Ende fast noch geknallt. In der 91. Minute zog Claus Schubert aus 20 Metern ab - Latte! Das wäre das Sahnehäubchen gewesen. Stattdessen blieb es beim knappen, aber verdienten 1:0-Sieg. 18 Torschüsse für Sangerhausen, 5 für Dessau - eine Statistik, die deutlicher klingt, als das Ergebnis vermuten lässt.

VfB-Trainer Müller (der übrigens nicht aufhörte, seinen Notizblock zu malträtieren) fasste es nach Abpfiff trocken zusammen: "Manchmal ist Fußball halt wie ein Ikea-Schrank. Du machst alles richtig, aber das letzte Brett will einfach nicht passen. Heute hat’s wenigstens gereicht."

Kurt Weill hingegen nahm’s sportlich: "Meine Jungs sind jung, sie lernen. Heute haben sie gelernt, dass Ballbesitz kein Verbrechen ist, aber Tore trotzdem zählen."

So endete der 15. Spieltag der Verbandsliga F mit einem Heimsieg, der in der Tabelle vielleicht nur drei Punkte bringt, in der Fanseele von Sangerhausen aber wie ein kleines Fest gefeiert wurde. Ein Sieg des Fleißes über jugendliche Unbekümmertheit - und eine Erinnerung daran, dass im Fußball manchmal ein einziger Moment reicht, um den ganzen Abend zu retten.

Oder, wie es Torschütze Busta beim Verlassen des Platzes mit einem Augenzwinkern sagte: "Schönes Tor, schönes Ergebnis, und jetzt bitte ein schönes Bier."

30.06.643987 04:57
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