Außenseiter
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VfB Hamburg siegt abgeklärt - Heiligenstadt rennt an, trifft aber nicht

Ein Montagabendspiel in Heiligenstadt klingt nach Bratwurstduft, Flutlichtromantik - und einem leichten Frösteln auf den Rängen. 3.265 Zuschauer hatten sich am 23. Spieltag der Oberliga D eingefunden, um zu sehen, ob ihre Mannschaft dem favorisierten VfB Hamburg ein Bein stellen kann. Am Ende stand ein ernüchterndes 0:2 (0:0) auf der Anzeigetafel. Und das war, wenn man ehrlich ist, noch schmeichelhaft für die Gastgeber.

Von Beginn an zeigte der VfB, dass er nicht zum Sightseeing in den Eichsfeldkreis gekommen war. Schon in der ersten Minute prüfte Yanik Seidel den Heiligenstädter Keeper Mathias Burger - ein Schuss, der mehr Aufwärmübung als echte Gefahr war, aber die Richtung vorgab. "Wir wollten gleich zeigen, wer hier das Spiel macht", grinste Hamburgs Trainer Moinsn Eins nach dem Spiel. Seine Mannschaft tat genau das: 15 Torschüsse, 57 Prozent Ballbesitz, Passspiel wie am Reißbrett.

Heiligenstadt hingegen mühte sich, suchte sein Glück in langen Bällen und beherztem Einsatz. Trainer Niklas Wimmer hatte seine Elf offensiv eingestellt, doch die Statistik konterte gnadenlos: gerade mal sechs Schüsse aufs Tor, davon keiner wirklich zwingend. "Wir haben viel probiert", seufzte Wimmer, "aber manchmal ist Fußball eben wie ein Montagmorgen - du willst, aber es passiert einfach nichts."

Die erste Halbzeit endete torlos, aber nicht ereignislos. Drei Gelbe Karten für Heiligenstadt (Mohr, Kirchner, Greiner) zeugten von zunehmender Frustration. "Der Schiri hatte wohl was gegen rustikale Zweikämpfe", knurrte Innenverteidiger Ralf Mohr, der in der 36. Minute verwarnt wurde. Hamburg blieb dagegen cool. Kein Pressing, keine Hektik, einfach Ballsicherheit.

Dann kam Minute 50 - und das Spiel kippte. Ein Eckball von Benjamin Rushton segelte in den Strafraum, und ausgerechnet Innenverteidiger Hans Hagen, der sonst hinten abräumt, stieg am höchsten. Kopfball, Tor, 0:1. "Ich hab’ einfach gedacht: Warum nicht ich?", lachte Hagen hinterher. "Der Ball war perfekt, da musste ich nur noch den Kopf hinhalten."

Heiligenstadt wirkte danach wie ein Boxer, der einen unerwarteten Haken kassiert hat. Die Offensivbemühungen wirkten fahrig, Fabian Stock und Eskil Karlsson liefen sich fest, und wenn doch mal etwas durchkam, war Hamburgs Keeper Nick Steffen zur Stelle. In der 64. Minute kam dann die Entscheidung: Diesmal war es der Vorlagengeber selbst, Benjamin Rushton, der nach einem feinen Solo auf links trocken ins lange Eck abschloss. 0:2 - und die Heiligenstädter Lichter gingen langsam aus.

"Da waren wir kurz im Tiefschlaf", gab Wimmer zu. "Aber lieber jetzt als im Abstiegskampf." Immerhin, Humor hat er. Seine Spieler suchten derweil verzweifelt nach Lücken, doch die Hamburger Defensive funktionierte wie eine norddeutsche Sturmflutabwehr: kompromisslos, unaufgeregt, effektiv.

In der Schlussphase wurde es noch einmal hitzig. Kai Greiner holte sich in Minute 77 Gelb ab, Hamburgs Hagen revanchierte sich zwei Minuten später mit der gleichen Farbe - ein symbolischer Austausch von Verwarnungen. Und als in der 90. Minute Heiligenstadts Frank Kirchner verletzt am Boden lag, wurde es ganz still im Stadion. Er musste raus, Lukas Rieger kam - zu spät, um noch etwas zu retten.

"Wir haben das souverän runtergespielt", urteilte VfB-Coach Eins trocken. "Kein Feuerwerk, aber drei Punkte." Und er hatte Recht. Sein Team spielte wie eine gut geölte Maschine, während Heiligenstadt zwar kämpfte, aber ohne zündende Idee blieb.

Die Zuschauer gingen mit gemischten Gefühlen nach Hause - enttäuscht vom Ergebnis, aber nicht von der Leidenschaft. Ein älterer Fan fasste es treffend zusammen: "Die Jungs haben geackert. Nur das Tor war heute halt in Hamburg."

So bleibt unterm Strich ein klarer Auswärtssieg für den VfB Hamburg, der damit seine Ambitionen im oberen Tabellendrittel untermauert. Heiligenstadt hingegen steckt weiter im grauen Mittelfeld fest - mit einer Bilanz, die so unausgegoren wirkt wie der Montagabend selbst.

Und vielleicht sagte Niklas Wimmer am Ende das Passendste: "Manchmal ist Fußball wie ein Pizzabote - du wartest die ganze Zeit auf was Gutes, und wenn’s kommt, ist’s das Falsche."

Ein Schmunzeln, ein Schulterzucken - und der Blick auf den nächsten Spieltag.

13.06.643993 07:08
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