Anpfiff
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Velbert verzweifelt: 22 Schüsse, kein Tor - Fürstenwalde hält das 0:0

Manchmal erzählt das Ergebnis nicht die ganze Geschichte - und am Freitagabend in der Regionalliga B war das 0:0 zwischen der SSVg Velbert und dem FSV Fürstenwalde fast schon ein Kriminalfall. 4759 Zuschauer im Stadion am Bergischen Ring sahen ein Spiel, das einseitiger kaum hätte verlaufen können: 22:1 Torschüsse für die Gastgeber, 56 Prozent Ballbesitz und ein Gefühl, als würde der Ball einfach nicht ins Tor passen.

Velberts Trainer Klaus Bock stand nach Abpfiff mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und schüttelte den Kopf. "Ich dachte irgendwann, da steht ein unsichtbarer Mann im Tor", sagte er trocken. Und tatsächlich: Gästekeeper Justin Held wurde seinem Namen mehr als gerecht. Der 27-Jährige hielt alles, was in seine Richtung kam, und das war eine ganze Menge.

Von Beginn an rollte Angriff auf Angriff auf das Fürstenwalder Tor. Ivica Papa prüfte Held bereits in der 15. Minute, Felipe Puerta zog aus der Distanz (28.), Christo Boschinow legte nach (29.). Velbert spielte offensiv, mutig, aber auch ein wenig verzweifelt - wie ein Schüler, der trotz aller Lernzettel die Matheformel nicht knacken kann.

"Wir wollten offensiv bleiben, egal was passiert", erklärte Bock später. "Das Einzige, was nicht passiert ist, war ein Tor."

Fürstenwalde dagegen schien sich von Beginn an auf das Überleben zu konzentrieren. Trainer Heinz Krebs hatte seine Mannschaft defensiv perfekt eingestellt, mit einer Fünferkette, die eher an eine Betonwand erinnerte. "Wir wussten, dass sie Druck machen würden", grinste Krebs. "Also haben wir beschlossen, den Bus nicht nur vor dem Tor zu parken, sondern gleich quer über den Strafraum zu stellen."

Das funktionierte. Zwar bekam Linksverteidiger Rafael Schumacher früh Gelb (25.), aber das störte das Defensivbollwerk kaum. Als dann kurz vor der Pause Rechtsverteidiger Finn Kuhn verletzt vom Platz musste, brachte Krebs den jungen Rui Tiago - und der fügte sich nahtlos in die Betonmauer ein.

Velbert drückte weiter. Rene Bettencourt scheiterte gleich dreimal (44., 46., 49.), Andre Bender köpfte, schoss, fluchte - und traf trotzdem nicht (55., 77., 79., 83.). Spätestens als Bender in der 83. Minute den Ball aus drei Metern über das Tor jagte, hörte man auf der Tribüne ein kollektives Stöhnen. "Ich hätte auch daneben geschossen", rief ein Fan lachend - Galgenhumor made in Velbert.

Theo Fraser, der im Mittelfeld die Fäden zog, sah in der 67. Minute noch Gelb, weil er vor Frust einen Ball in Richtung Eckfahne drosch. "Ich wollte eigentlich nur klären", sagte er anschließend mit einem schiefen Grinsen.

Und dann war da noch dieser eine Moment: 69. Minute, plötzlich ein Konter der Gäste. Noah Merz läuft allein auf Dimas Bischoff zu, zieht ab - und Velberts Keeper pariert glänzend. Es war der einzige Schuss der Fürstenwalder im gesamten Spiel. "Ich war froh, dass ich auch mal was zu tun hatte", witzelte Bischoff nach der Partie.

Die Velberter Fans feierten ihre Mannschaft trotzdem. Viele klatschten nach Abpfiff, wohl wissend, dass man ein Spiel auch verlieren kann, ohne ein Tor kassiert zu haben - wenn man 22 Chancen liegen lässt.

Statistisch betrachtet war Velbert in allen Belangen überlegen: mehr Ballbesitz, fast 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 22:1 Schüsse, aber keine Treffer. Fußball bleibt eben ein Spiel der kleinen Ungerechtigkeiten.

Trainer Bock fasste es am Mikrofon von Radio Bergisch treffend zusammen: "Wenn wir das Tor nicht treffen, liegt’s nicht an der Taktik, sondern am Tor selbst. Vielleicht ist es einfach zu klein."

Auch Fürstenwalde-Coach Krebs schmunzelte: "Ich nehme den Punkt gerne mit. Manchmal muss man einfach den Helm aufsetzen und hoffen, dass keiner durchkommt."

So blieb es beim torlosen Remis, das sich für Velbert wie eine Niederlage und für Fürstenwalde wie ein Pokalsieg anfühlte.

Zum Schluss sagte ein älterer Fan beim Hinausgehen: "Wenn’s nächste Woche wieder 0:0 steht, bring ich eine Leiter mit, damit sie endlich drüber schießen können." - Und ehrlich gesagt, nach diesem Abend konnte man ihn verstehen.

26.05.643987 10:35
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