Anpfiff
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Velbert trotzt Ansbach ein wildes 2:2 ab - Perez glänzt, Fraser antwortet

Ein Freitagabend in Velbert, Flutlicht, 4664 Zuschauer, ein Hauch von Theater in der Luft - und am Ende ein 2:2, das niemanden so richtig glücklich machte, aber allen Gesprächsstoff für das Wochenende liefert. Die SSVg Velbert und die SpVgg Ansbach trennten sich nach 90 intensiven Minuten mit einem Unentschieden, das so wackelig war wie ein Latte-Macchiato im Stehblock.

Die Partie begann mit einem klaren Plan: Velbert wollte Ballbesitz, Ansbach wollte Tore. Und tatsächlich: Während Velbert fast zwei Drittel der Zeit den Ball wie ein Lieblingsspielzeug hütete (61,7 Prozent Ballbesitz laut Statistik), blieb Ansbach eiskalt effizient. In der 39. Minute war es Oscar Perez, der nach einem präzisen Zuspiel von Routinier Luke Stapleton das 0:1 erzielte. Ein klassisches "Der Alte legt auf, der Junge vollendet" - nur dass Stapleton mit 34 noch erstaunlich flinke Beine hat.

"Ich hab’ gesehen, dass Oscar frei war, und dachte, den Ball krieg ich da irgendwie durch", grinste Stapleton später, während Perez neben ihm trocken anmerkte: "Das war der einfachste Teil des Abends - der Rest war Laufen, Laufen, Laufen."

Velbert-Coach Klaus Bock wirkte zur Halbzeit trotz Rückstand erstaunlich gelassen. "Wir hatten das Spiel im Griff - nur eben nicht das Ergebnis", sagte er in der Pause und schob ein spitzes "noch nicht" hinterher. Seine Jungs nahmen ihn beim Wort: In der 60. Minute sorgte Theo Fraser für den Ausgleich. Nach schöner Vorarbeit von Harvey Kinmont zog der Mittelfeldmann aus 20 Metern ab - und der Ball zischte wie ein geölter Blitz ins rechte Eck. 1:1, Jubel, Bierduschen, Hoffnung.

Doch die hielt nicht lange. Nur sieben Minuten später stand wieder Perez im Mittelpunkt. Der Argentinier - oder vielleicht einfach ein sehr süddeutsch temperamentvoller Franke - nutzte eine Unaufmerksamkeit in der Velberter Abwehr und schob zum 1:2 ein. "Wir haben kurz gedacht, das war Abseits", sagte Velberts Torhüter Dimas Bischoff, "aber der Linienrichter dachte wohl, er ist im Theater und hebt die Fahne erst im nächsten Akt."

Velbert allerdings hatte noch eine Szene parat. In der 78. Minute kombinierte sich Fraser durchs Mittelfeld, steckte auf David Greenwald durch - und der schloss eiskalt ab. 2:2, diesmal wirklich verdient. "Theo hat mir den Ball auf den Silbertablett gelegt", schwärmte Greenwald später. "Ich musste nur noch nicht stolpern."

Die Schlussphase glich dann einem kleinen Chaos-Theater. Gelbe Karten flogen wie herbstliche Blätter: Greenwald (69.), Röder (85.) und der erfahrene Delmas (87.) sahen Gelb für teils übermotivierte Aktionen. "Ich wollte einfach zeigen, dass ich noch Energie habe", witzelte Delmas nach dem Abpfiff - sehr zur Freude der anwesenden Journalisten.

Statistisch gesehen war alles ausgeglichen: 11 Torschüsse auf beiden Seiten, identische Offensivlaune, aber ein klarer Vorteil im Ballbesitz für Velbert. Ansbach hatte dafür mehr Effizienz und den Spieler des Abends - Perez, der mit seinen beiden Treffern die Velberter Defensive fast im Alleingang beschäftigte.

"Wir hätten das 3:2 machen müssen", knurrte Ansbach-Trainer Rainer Heckel nach dem Spiel. "Aber manchmal will der Fußballgott einfach, dass alle früh ins Bett kommen." Sein Gegenüber Bock konterte trocken: "Wenn wir noch fünf Minuten länger gespielt hätten, wäre das Ding gekippt."

Beim Abpfiff waren 4664 Menschen gleichzeitig erleichtert und enttäuscht. Ein Punkt für beide, aber das Gefühl eines Sieges blieb aus. Vielleicht, weil Velbert trotz spielerischer Überlegenheit keinen Weg fand, Ansbachs Keeper Sascha Vogel ernsthaft zu prüfen. Vielleicht, weil Ansbach nach dem zweiten Treffer zu tief stand. Vielleicht aber auch, weil beide einfach zu viel wollten.

Ein älterer Fan brummte beim Verlassen des Stadions: "Schönes Spiel, aber mein Herz macht das nicht mehr oft mit." Sein Begleiter lachte: "Warte ab, nächste Woche spielen wir wieder 2:2."

So bleibt das Fazit eines Abends, der alles hatte: Tempo, Tore, Karten, Lacher - und keine Entscheidung. Velbert sammelt einen Punkt fürs Gefühl, Ansbach zwei verlorene fürs Gewissen. Und irgendwo auf der Tribüne rieb sich ein neutraler Beobachter die Hände und dachte: Fußball, du herrlich unberechenbares Drama.

Oder wie es Theo Fraser später zusammenfasste: "Wenn wir schon nicht gewinnen, dann wenigstens unterhalten." Dem ist nichts hinzuzufügen.

22.09.643990 17:26
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Ich werde einen Teufel tun und Ewald widersprechen. Der Ewald hat sich ja alles ganz genau notiert.
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