Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Velbert spielt Pirmasens an die Wand - und Kai Kennedy fliegt trotzdem

Wenn die Flutlichtanlage im Stadion am Berg hell erstrahlt, riecht es nach Bratwurst, Hoffnung und leicht angebranntem Kunstrasen. 4205 Zuschauer wollten am 18. Spieltag der Regionalliga B sehen, ob die SSVg Velbert ihren Aufwärtstrend fortsetzen kann - und sie wurden nicht enttäuscht: Mit einem souveränen 2:0 über den FK Pirmasens zeigte das Team von Klaus Bock, dass Offensivfußball auch in dieser Liga kein Fremdwort ist.

Bereits nach wenigen Minuten deutete sich an, wohin die Reise gehen würde. Velbert spielte, Pirmasens schaute zu. In der 10. Minute traf Laurent Delmas das Tornetz - leider von außen. Trainer Bock kommentierte später lachend: "Da wusste ich, heute wird’s ein Geduldsspiel. Zum Glück hatten wir genug Geduld - und Theo Fraser."

Der 24-jährige Mittelfeldmotor war es, der in der 21. Minute die Nerven behielt. Nach einer butterweichen Flanke von Christo Boschinow nahm Fraser den Ball mit der Brust an, ließ zwei Gegenspieler ins Leere grätschen und schob trocken ein. 1:0 - und das völlig verdient. Pirmasens, das laut Aufstellung eigentlich mit einer "ausgewogenen" Spielweise angetreten war, wirkte spätestens jetzt so defensiv wie ein Schneemann in der Sauna.

"Wir wollten eigentlich auf Konter spielen", erklärte Gästecoach Gudrun Schweitzer später. "Aber dafür braucht man den Ball." Tatsächlich: Während Velbert 54 Prozent Ballbesitz und ganze 15 Torschüsse verbuchte, schaffte Pirmasens exakt null Abschlüsse auf das Tor. Nicht einer. Die Statistik liest sich, als hätten die Gäste eine Schießbudenlizenz beantragt - nur eben ohne zu schießen.

Nach der Pause wurde es kurz spannend, zumindest aus Sicht der Anwesenden, die hofften, das Spiel möge nicht völlig eintönig werden. In der 46. Minute wechselte Schweitzer den jungen David Bernier ein, vielleicht in der Hoffnung, er bringe etwas Leben ins Mittelfeld. Doch kaum hatten sich die Pirmasenser sortiert, klingelte es erneut: In der 52. Minute setzte sich Logan Davonport kraftvoll im Strafraum durch, legte quer, und Harvey Kinmont drückte den Ball über die Linie. 2:0 - Vorhang zu, Spiel entschieden.

"Wir haben’s versucht, ehrlich", murmelte Pirmasens-Verteidiger Tiago Gomes nach dem Spiel, während er noch den Abdruck eines gegnerischen Stollens auf seinem Schienbein betrachtete. Immerhin durfte er nach 61 Minuten die erste Gelbe Karte des Abends in Empfang nehmen - ein kleines Souvenir aus einer Partie, in der sonst alles gegen die Gäste lief. Kollege Noah Riedel tat es ihm acht Minuten später gleich.

Velbert dagegen kombinierte weiter munter, als sei das Torverhältnis ein Schönheitswettbewerb. Fraser zog die Fäden, Kinmont und Davonport wirbelten, und selbst der linke Verteidiger Billy Yeates fand plötzlich Spaß daran, im gegnerischen Strafraum aufzutauchen. "Ich hab gedacht, wenn schon alle anderen nach vorne rennen, will ich wenigstens auf dem Mannschaftsfoto mit drauf sein", grinste Yeates später.

Einziger Wermutstropfen für die Gastgeber: Rechtsverteidiger Kai Kennedy durfte nach zwei Gelben Karten in der 84. und 90. Minute vorzeitig duschen. "Ich wollte eigentlich nur den Ball blocken", verteidigte er sich, während Trainer Bock trocken anmerkte: "Das war dann wohl ein besonders engagierter Blockversuch."

Pirmasens hatte zu diesem Zeitpunkt längst aufgegeben, und Torwart Günther Fritsch verhinderte mit mehreren Paraden Schlimmeres. Er war im Grunde der Einzige, der einen richtig guten Abend erwischte - was man bei 15 gegnerischen Schüssen durchaus als Leistung bezeichnen darf.

Als Schiedsrichterin Dagmar Hohmann nach 93 Minuten abpfiff, feierten die Velberter Spieler ausgelassen vor der Kurve. Fraser fasste das Spiel mit einem breiten Grinsen zusammen: "Wenn du merkst, dass der Gegner keinen einzigen Schuss auf dein Tor bringt, dann weißt du, du hast was richtig gemacht."

Trainer Bock nickte zufrieden, während er Richtung Pressezelt stapfte. "Das war reif, souverän, erwachsen - und dann kommt Kennedy mit der Gelb-Roten. Wir bleiben also menschlich."

Am Ende bleibt ein klarer Sieg, ein starker Auftritt und die Erkenntnis: Wer gegen diese Velberter bestehen will, braucht nicht nur Mut, sondern auch einen Plan, wie man überhaupt in die Nähe des gegnerischen Tores kommt. Pirmasens hatte beides nicht - und so bleibt der Abend in Velbert vor allem eines: eine ziemlich einseitige, aber höchst unterhaltsame Fußballlektion.

Und irgendwo in der Kabine summte wohl jemand: "Zwei Tore sind genug."

15.08.643987 11:13
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Der Deutsche hat nie Angst.
Berti Vogts
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager