Anpfiff
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Velbert siegt dank Benders frühem Treffer - Mettmann bleibt blass

Ein Flutlichtspiel, 4.339 Zuschauer und ein Ergebnis wie aus der Steinzeit des Fußballs: 1:0. Mehr brauchte die SSVg Velbert am Mittwochabend nicht, um den FC Mettmann im Regionalliga-B-Duell des 14. Spieltags zu bezwingen. Und doch war es ein Abend, der mehr Geschichten erzählte, als das schmale Resultat vermuten ließ.

Die Partie begann, als hätte Velbert die Winterpause schon überstanden und Mettmann sie noch vor sich. Bereits nach sieben Minuten prüfte Harvey Kinmont den gegnerischen Keeper Jannick Schwarz mit einem satten Rechtsschuss. Zwei Minuten später versuchte es Andre Bender, der sichtlich Lust auf Tore hatte. In der 17. Minute wurde Benders Beharrlichkeit endlich belohnt: Nach mustergültiger Vorarbeit von Christo Boschinow drosch der Mittelstürmer den Ball humorlos unter die Latte - 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Bender später, "da war keine große Philosophie dahinter."

Was folgte, war ein Spiel auf ein Tor - das von Mettmann. Velbert arbeitete sich Chance um Chance heraus, 18 Torschüsse standen am Ende zu Buche. Ivica Papa, Rene Bettencourt und Laurent Delmas reihten sich in die Liste derer ein, die Schwarz zu Heldentaten zwangen. "Wenn du 18 Mal schießt und nur einmal triffst, ist das entweder Pech oder Pädagogik", witzelte Trainer Klaus Bock nach Abpfiff. "Vielleicht wollten die Jungs den Fans zeigen, dass Spannung auch schön sein kann."

Mettmann dagegen wirkte, als habe man den Bus nicht nur vor, sondern auch im eigenen Strafraum geparkt. Der einzige ernsthafte Abschluss kam in der 36. Minute von Dorde Lazovic - ein Schuss, der eher als Rückpass durchging. "Wir wollten kompakt stehen", erklärte Trainer Meik Yilmaz trocken. "Das haben wir geschafft. Leider zu kompakt."

Velbert kontrollierte das Geschehen mit 53,7 Prozent Ballbesitz und einer Zweikampfquote von fast 60 Prozent. Mettmann kam kaum über die Mittellinie hinaus, und wenn doch, dann endete der Angriff meist mit einem Fehlpass, der den Stadionsprecher zum resignierten "Ballbesitz Velbert" zwang.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild kaum. Velbert blieb offensiv, spielte weiter nach vorn, während Mettmanns Abwehrkette alles tat, um die Niederlage im Rahmen zu halten. Besonders Kay Rudolph fiel auf - zunächst durch resolutes Verteidigen, dann durch eine gelbe Karte in der 67. Minute, als er Bender rustikal stoppte. "Der Ball war irgendwo dazwischen", murmelte Rudolph später mit einem Schulterzucken.

Benders Tor blieb der einzige Treffer des Abends, obwohl Velbert mehrfach nachlegte: Bettencourt prüfte Schwarz in der 81. Minute, Papa scheiterte zwei Minuten später erneut. Auf der Trainerbank blieb Klaus Bock erstaunlich ruhig. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", gab er zu. "Solange wir den Ball behalten, kann ja nichts passieren."

Mettmanns Coach Yilmaz dagegen wanderte unruhig an der Seitenlinie entlang. "Wir hatten kein Mittel, das Spiel zu drehen", sagte er hinterher. "Vielleicht hätten wir einfach mal schießen sollen." Eine Taktikanalyse, die man als Untertreibung des Abends verbuchen darf.

Als Schiedsrichterin Anja Krüger nach 93 Minuten abpfiff, brandete in Velbert Erleichterung auf - weniger Jubel als ein erleichtertes "Endlich vorbei". Spieler fielen sich in die Arme, Bock klatschte seine Jungs ab, und der Stadionsprecher verkündete mit hörbarem Stolz: "SSVg Velbert - FC Mettmann 1:0."

Der Mann des Abends, Andre Bender, wurde von den Fans gefeiert, posierte für Selfies und meinte: "Ein Tor reicht, wenn’s das richtige ist." Boschinow, der Vorlagengeber, grinste daneben: "Ich hab’s ihm auf den Fuß serviert. Das war fast zu einfach."

Dass Velbert offensiv spielte, zeigte nicht nur die Statistik, sondern auch die Körpersprache: offensiv, selbstbewusst, aber ohne Überheblichkeit. Ein Sieg, der weniger durch Glanz, sondern durch Disziplin und Ausdauer zustande kam.

Zum Schluss blieb den Zuschauern das Gefühl, ein handfestes Regionalligaspiel gesehen zu haben - ehrlicher Fußball ohne Firlefanz. "Kein Torfestival, aber ein Arbeitssieg", fasste ein älterer Fan treffend zusammen. "Und manchmal ist das eben das Schönste."

Für Velbert war es ein Sieg der Nervenstärke, für Mettmann eine Lehrstunde in Harmlosigkeit. Und während die Flutlichter langsam erloschen, meinte Trainer Bock augenzwinkernd: "Wenn wir beim nächsten Mal zwei Tore schießen, gönne ich den Jungs sogar einen freien Montag."

Es wäre ihnen zu wünschen - denn wer so dominant spielt, darf sich auch mal belohnen. Bis dahin bleibt das 1:0 ein schlichtes, aber verdientes Statement: Velbert obenauf, Mettmann bleibt im Nebel.

18.06.643987 14:30
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Ich habe viel mit Mario Basler gemeinsam. Wir sind beide Fußballer, wir trinken beide gerne mal einen, ich allerdings erst nach der Arbeit.
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