Anpfiff
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Vegliaturo trifft - Lavagnese schaut zu: Rodengo Saiano siegt 1:0 im Chancenfestival

Wenn ein Fußballspiel zu einem einseitigen Monolog wird, dann war dieser Dienstagabend in Rodengo Saiano ein Paradebeispiel. 3093 Zuschauer im kleinen Stadion sahen ein 1:0, das in Wahrheit auch ein 5:0 hätte sein können - hätte die Heimmannschaft ihre Chancen so konsequent genutzt, wie sie sie herausspielte. Doch am Ende reichte ein einziger Treffer von Alessandro Vegliaturo in der 22. Minute, um Lavagnese in der Gruppenrunde des Liga-Pokals in die Verzweiflung zu treiben.

Trainer Jan Beyer, sonst kein Mann großer Worte, grinste nach dem Abpfiff nur schief: "Ich habe aufgehört zu zählen, wie viele Male wir aufs Tor geschossen haben. Irgendwann dachte ich, wir spielen Handball." Tatsächlich: 19 Torschüsse für Rodengo Saiano, null - ja, null - für Lavagnese. Das nennt man wohl eine klare Rollenverteilung.

Von Beginn an war die Partie eine Demonstration der Überlegenheit. Schon in der 14. Minute prüfte Lorenzo Cerva den gegnerischen Keeper Davide Amato mit einem satten Schuss aus der zweiten Reihe. Eine Minute später zog Vegliaturo erstmals ab - drüber. In der 22. Minute dann das, was man eine "logische Konsequenz" nennt: Emanuele Soverato flankte von rechts mit der Präzision eines Uhrmachers, Vegliaturo nahm den Ball volley und versenkte ihn unhaltbar ins linke Eck. 1:0, und das Stadion tobte.

"Ich hab einfach die Augen zugemacht und draufgehalten", gestand Vegliaturo später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Ungläubigkeit pendelte. "Emanuele meinte danach, das sei genauso geplant gewesen. Ich glaube, er lügt."

Lavagnese? Nun ja. Die Gäste aus Ligurien wirkten, als hätten sie den Anstoß verpasst. Kein einziger Abschluss, kaum ein Ball in Strafraumnähe, und Ballbesitz von knapp über 50 Prozent, der sich eher nach Verlegenheitspassspiel anfühlte als nach Kontrolle. "Wir haben den Ball gut verwaltet", meinte Lavagneses Kapitän Stefano Barberis nach dem Spiel. Ein Journalist fragte trocken: "Aber wohin?" Barberis seufzte: "Das ist eine berechtigte Frage."

Rodengo Saiano hätte schon zur Pause alles klar machen können. Vegliaturo, Cariati und Uffugo vergaben reihenweise Chancen, teils spektakulär, teils tragikomisch. In der 34. Minute schlenzte Vegliaturo knapp vorbei, in der 41. prüfte Cariati den Torwart, in der 47. rauschte Uffugo mit einem Schuss aus spitzem Winkel vorbei. Amato im Tor von Lavagnese wurde zum tragischen Helden - oder zum einzigen Grund, warum es nicht zweistellig wurde.

Nach der Pause flachte das Spiel ab. Rodengo Saiano verwaltete das Ergebnis, Lavagnese versuchte so zu tun, als würde es angreifen. Trainer Beyer ließ in der 60. Minute Routinier Antonio Cocco vom Platz gehen, um dem jungen Domenico Roggiano ein paar Minuten Erfahrung zu gönnen. "Er soll schon mal wissen, wie sich Sieg anfühlt", scherzte Beyer später.

Die letzten zwanzig Minuten waren eine Mischung aus Slapstick und Geduldsspiel. Uffugo scheiterte gleich dreimal an sich selbst (64., 71., 94.), Vegliaturo hatte noch zwei gute Szenen, und in der Nachspielzeit drosch Cariati den Ball in die dritte Etage - sehr zur Freude der Fans hinter dem Tor, die ihn mit "Ballon d’Or"-Rufen verabschiedeten.

Lavagnese hingegen blieb offensiv ein Phantom. Kein einziger Schuss aufs Tor, keine echte Torchance, keine Idee. Trainer Riccardo Parisi - pardon, der eigentliche Coach blieb blass, Parisi sprach stellvertretend - murmelte nach dem Schlusspfiff: "Wir wollten kompakt stehen." Der Satz endete mit einem resignierten Schulterzucken. Kompakt standen sie tatsächlich - allerdings meist im eigenen Strafraum.

Statistisch gesehen war es eine klare Angelegenheit: 19:0 Torschüsse, 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Hausherren und fast gleichmäßiger Ballbesitz, der jedoch täuschte. Rodengo Saiano zeigte Struktur, Tempo und Spielfreude, Lavagnese nur Standvermögen.

Als der Schiedsrichter nach 95 Minuten endlich abpfiff, atmete Jan Beyer tief durch, klatschte in die Hände und drehte sich zu seinem Banknachbarn: "Wenigstens haben wir diesmal nicht unentschieden gespielt."

Ein 1:0 also, das in Erinnerung bleiben wird - nicht wegen der Spannung, sondern wegen seiner Einseitigkeit. Und weil es selten vorkommt, dass ein Team den Ball fast nie verliert und trotzdem aussieht, als würde es nur auf Zeit spielen.

Vielleicht war es kein Fußballkrimi, eher eine einseitige Kurzgeschichte. Aber eine, die Rodengo Saiano gerne noch öfter schreiben würde. Und Lavagnese? Die nehmen wohl aus diesem Abend mit, dass man auch mit 50 Prozent Ballbesitz absolut nichts anfangen kann - außer den Gegner zu amüsieren.

10.09.643990 22:52
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