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Rodengo Saiano, 24. März 2026 - Es war einer dieser Abende, an denen 9.133 Zuschauer im kleinen Stadion von Rodengo Saiano spürten: Heute wird kein Fußballfest gefeiert, sondern gearbeitet. Und doch jubelten sie am Ende - laut, erleichtert, fast trotzig. Ein 1:0 gegen Isola Liri, erkämpft, erzwungen, erlitten. Und einer hatte den Mut, einfach mal draufzuhalten: Alessandro Vegliaturo. Bis zur 55. Minute war das Spiel ein Paradebeispiel italienischer Drittligakunst - viel Wille, wenig Raum, und noch weniger Tore. Beide Teams neutralisierten sich, als hätten sie denselben Taktikplan studiert. 51 Prozent Ballbesitz für Rodengo Saiano, 49 für Isola Liri - eine fast philosophische Ausgeglichenheit, die allerdings selten in Spannung mündete. Dabei begann Rodengo Saiano stürmisch. Bereits in der 4. Minute prüfte Vincenzo Cerutti den gegnerischen Keeper Davide Rizzi mit einem satten Schuss, der jedoch direkt in dessen Arme segelte. Cerutti versuchte es in der Folge noch mehrfach, doch seine Abschlüsse (insgesamt vier Torschüsse) hatten mehr Hoffnung als Präzision. "Ich dachte, wenn ich’s oft genug versuche, muss einer rein", grinste der 20-Jährige nach Abpfiff. "Naja, fast." Isola Liri hielt dagegen - zumindest auf dem Papier. Fünf Torschüsse, zwei davon in der ersten halben Stunde, ließen kurz auf ein Aufbäumen hoffen. Alexander Kona und Igor Diamante versuchten, über die Flügel Unruhe zu stiften. Doch meist endete der Angriff an der Strafraumkante - oder am eigenen Unvermögen. Trainer Jan Beyer von Rodengo Saiano kommentierte trocken: "Wir haben ihnen die Flügel gestutzt." Kurz vor der Pause dann die kurioseste Szene des Abends: Statt einer klassischen Auswechslung gab es bei Rodengo Saiano gleich zwei auf einmal - der junge Torwart Jamie Smith ging, dafür kam Mittelfeldmann Domenico Roggiano. Gleichzeitig ersetzte Giacomo Morabito den Ersatztorhüter Igor Zunino. Beyer erklärte später mit einem Lächeln: "Manchmal muss man die Statistikabteilung verwirren. Hat funktioniert." Nach dem Seitenwechsel drehte Rodengo Saiano auf. Der Pressing-Schalter blieb zwar auf "aus", wie die Taktikdaten zeigen, doch plötzlich war mehr Wucht im Spiel. In der 55. Minute dann der Moment, der alles entschied: Giorgio Bianchi, schon in Halbzeit eins auffällig aktiv, setzte sich auf der rechten Seite durch, flankte scharf in den Strafraum - und Vegliaturo nahm den Ball volley. Ein Strahl, unhaltbar, 1:0. Das Stadion tobte, und Vegliaturo sprintete jubelnd zur Seitenlinie. "Ich habe gar nicht nachgedacht", sagte der 22-Jährige später. "Vielleicht war’s genau das Beste daran." Isola Liri versuchte zu reagieren, doch die Bemühungen blieben halbherzig. Zwei Gelbe Karten - für Leonardo Albanese (40.) und Igor Diamante (82.) - waren die sichtbarsten Spuren ihres Ärgers. Ihre Angriffsbemühungen? Eher symbolischer Natur. Der erfahrene Verteidiger Gabriele Bartolini, der kurioserweise selbst in der Anfangsphase zum Torschützen werden wollte, fasste es zusammen: "Wir hätten noch drei Stunden spielen können - der Ball wäre trotzdem nicht reingegangen." Rodengo Saiano dagegen verwaltete die knappe Führung mit wachsender Gelassenheit. Trainer Beyer stand an der Linie, verschränkte die Arme und rief nur gelegentlich: "Ruhig bleiben!" Seine Mannschaft tat ihm den Gefallen. Ab der 70. Minute schaltete sie sichtbar in den Verwaltungsmodus. Der 18-jährige Daniel Marittima, eingewechselt für Gaetano Uffugo, sorgte immerhin noch für frischen Wind und einen ordentlichen Abschluss in der 87. Minute, doch Rizzi war zur Stelle. Die Statistik sprach am Ende eine deutliche Sprache: 17 Torschüsse für Rodengo Saiano, 5 für Isola Liri, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und ein Tor, das den Unterschied machte. Nach Abpfiff zeigte sich Beyer zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir haben verdient gewonnen, aber schön war’s nicht. Doch manchmal ist Fußball eben Handwerk, kein Kunstprojekt." Und Vegliaturo? Der Held des Abends stand noch lange in der Mixed Zone, auf dem Arm ein halbleeres Wasser, im Gesicht ein Grinsen. "Meine Mutter hat gesagt, ich soll mal mehr nach innen ziehen. Vielleicht sollte sie öfter Taktikbesprechungen halten." Man kann es drehen und wenden, wie man will: Rodengo Saiano bleibt mit diesem 1:0-Sieg auf Kurs, Isola Liri dagegen tritt weiter auf der Stelle. Wenn man so will, ein Spiel wie ein Espresso - kurz, stark, und mit einem bitteren Nachgeschmack für die Gäste. Und wer sich fragt, ob es ein gerechtes Ergebnis war? Nun, wie sagte Beyer am Ende schmunzelnd: "Der Ball war öfter bei uns. Und einmal drin. Reicht doch." 12.02.643994 02:50 |
Sprücheklopfer
Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund