Sportovni Noviny
+++ Sportzeitung für Tschechien +++

Väyrynens früher Treffer rettet Hradec Kralove einen Arbeitssieg

Manchmal entscheidet im Fußball nicht der schönste Spielzug, sondern der früheste - so auch an diesem frostigen Freitagabend beim 21. Spieltag der tschechischen 1. Liga. Hradec Kralove bezwang Usti Labem mit 1:0, ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber alles andere als langweilig war. 21.347 Zuschauer sahen eine Partie, die mehr Nerven als Tore bot - dafür aber reichlich gelbe Farbe und eine rote Portion Dramatik.

Bereits in der 7. Minute fiel das Tor des Tages: Arto Väyrynen, der finnische Linksaußen mit dem Hang zum Unerwarteten, nahm einen halbhohen Ball von Innenverteidiger Taylor Hannigan volley und drosch ihn mit der linken Klebe ins lange Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Väyrynen nach dem Spiel. "Aber der Ball hatte andere Pläne." Es war einer dieser Momente, in denen man den Eindruck hatte, das Tor habe sich aus Mitleid geöffnet.

Usti Labem war zu diesem Zeitpunkt noch damit beschäftigt, die Schuhe zu binden. "Wir haben den Start total verschlafen", knurrte ihr Trainer (der sich aus gutem Grund anonym halten wollte). "Nach sieben Minuten steht’s 0:1, da fühlt sich jeder Einwurf wie eine Bergwanderung an."

Die Hausherren blieben am Drücker. Nicolas Le Tallec prüfte in der ersten Minute bereits den Gästetorhüter Holek Husek, der mit einer Flugeinlage Marke "Ich hab’s - oder auch nicht" den Ball gerade noch abwehrte. Danach stand Hradec gefühlt mit einem Bein im gegnerischen Strafraum: 13 Torschüsse, 51 Prozent Ballbesitz, aber nur eben jenes eine Tor.

"Wir hätten den Sack früher zumachen müssen", gab Trainer Thomas Michael Rinesch zu. "Aber irgendwie haben wir beschlossen, es spannend zu halten. Vielleicht ein Service für die Zuschauer."

Spannend wurde es tatsächlich. Usti Labem kam nach rund 20 Minuten besser ins Spiel. Tomas Rosicky - nein, nicht *der* Rosicky, aber immerhin ein Namensvetter mit ähnlichem Spielwitz - prüfte Hradecs Keeper Claude Gaudin aus der Distanz. Gaudin, sonst eher mit dem Temperament einer Stehlampe gesegnet, hechtete diesmal wie ein Panther und hielt den Schuss fest.

Kurz darauf begann das Spiel, in Sachen Kartenfarbe bunter zu werden. Zuerst sah Usti-Verteidiger Jeno Bicskei in der 8. Minute Gelb, offenbar als nachträgliche Belohnung für ein Foul, das schon fast künstlerische Züge hatte. Hradecs Sergio Ochoa und Taylor Hannigan folgten wenig später mit eigenen Verwarnungen - offenbar wollte niemand als unauffällig gelten.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte: mit Druck von Hradec und einer gewissen Verzweiflung bei den Gästen. Doch in der 60. Minute kippte das Spiel fast - allerdings anders, als Usti es sich erhofft hatte. Innenverteidiger Carlos Antonio sah nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot und durfte den Rest des Abends duschen. "Ich schwöre, ich hab den Ball gespielt", verteidigte er sich später, während die Wiederholung etwas anderes zeigte - nämlich, dass der Ball sich zu diesem Zeitpunkt bereits in einem anderen Postleitzahlengebiet befand.

Mit einem Mann weniger zog sich Hradec tief zurück. Statt Offensiv-Feuerwerk gab’s nun Beton und Stoßgebete. "Ich hab die Uhr mehr angeschaut als den Ball", gestand Rinesch schmunzelnd. "Aber manchmal muss man eben den italienischen Stil pflegen."

Usti Labem witterte seine Chance. Jose Enrique Mendilibar hatte gleich zweimal das 1:1 auf dem Fuß, doch Gaudin parierte spektakulär - einmal mit der Faust, einmal, so schien es, mit purem Willen. Rosicky setzte in der 87. Minute noch einen Schuss knapp über die Latte, und während die Gästebank schon jubeln wollte, blieb der Ball hartnäckig außerhalb des Netzes.

In der Nachspielzeit kam Stefanos Kalitzakis für Hradec noch einmal gefährlich vor das Tor, aber sein Schuss landete irgendwo zwischen Tribüne und Milchstraße. "Ich wollte das Spiel endgültig entscheiden", sagte er lachend. "Hat nur nicht ganz geklappt."

Als Schiedsrichter Janek schließlich abpfiff, fiel in Hradec kollektiv der Puls. Ein 1:0, das in keiner Highlight-Show für Begeisterungsstürme sorgen wird, aber drei wertvolle Punkte brachte. Usti Labem dagegen trat mit leeren Händen, aber immerhin mit sauberen Trikots (vom Regen gewaschen) die Heimreise an.

"Ein dreckiger Sieg ist auch ein Sieg", meinte Rinesch abschließend und grinste in die Kameras. Und vielleicht hatte er recht: Manchmal sind es eben die Spiele, die man nicht vergisst, weil sie so knapp waren - und weil ein Finne in der siebten Minute beschloss, dass Flanken überschätzt werden.

19.09.643987 04:25
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Wenn ich heute Kapitän bin und das Schiff sinkt, alle müssen helfen, dann kann doch der Koch nicht kommen und sagen: 'Ich kann nur die Bratpfanne halten.'
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