Tuttosport
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Varese rettet spät - 1:1 gegen Gela nach zähem Schlagabtausch

Es war einer jener Abende, an denen man im Stadio Franco Ossola mehr Kaffee als Tore konsumiert. 43.822 Zuschauer wollten am 34. Spieltag der 1. Liga Italien sehen, wie AS Varese sich gegen das kampfstarke Gela behauptet - und bekamen am Ende immerhin ein 1:1, das zwar spät, aber verdient zustande kam.

Die ersten 45 Minuten glichen einem ausgedehnten Schaulaufen für Freunde taktischer Disziplin. Gela schoss zwar munter drauflos - allein Javier Garcia prüfte zwischen der 18. und 27. Minute dreimal den Varese-Keeper Jyrki Kuqi -, doch der Ball wollte einfach nicht ins Netz. "Ich dachte schon, das Tor sei verhext", grinste Garcia nach dem Spiel. Sein Trainer Michael Müller kommentierte trocken: "Wir hätten vielleicht statt aufs Tor lieber aufs Ziel schießen sollen."

Varese hingegen wirkte wie ein gut geölter Motor im Standgas: gefällig im Aufbau, aber ohne Durchschlagskraft. Einziger Lichtblick vor der Pause: ein satter Schuss von Dirck Houghtailing in Minute 39 - direkt in die Arme von Gelas Torhüter Willem Veeder. Trainer Georg Wagner brüllte von der Seitenlinie: "Dirck, das war wenigstens geradeaus!" - worauf Houghtailing mit einem Grinsen zurückwinkte.

Nach der Pause sorgte Wagner für frischen Wind - gleich dreifach wechselte er: Melis, Baskin und sogar Torhüter Kuqi mussten runter. Toni Sjölund übernahm zwischen den Pfosten und sollte später noch wichtig werden. Zunächst aber übernahm Gela das Kommando. Der Ballbesitz blieb mit 53 zu 47 Prozent leicht auf Seiten der Hausherren, doch die Gäste blieben gefährlicher: elf Torschüsse insgesamt, viele davon aus der Distanz.

In der 73. Minute war es dann soweit: Javier Vazques tanzte sich auf der linken Seite durch, passte flach nach innen - und Lucas Cochran hielt den Fuß hin. 1:0 für Gela. Ein Tor wie mit dem Lineal gezogen, und plötzlich war das Stadion mucksmäuschenstill. "Wir wollten das Spiel kontrollieren", erklärte Müller später. "Leider vergaßen wir, dass Kontrolle auch bedeutet, den Ball noch ein zweites Mal ins Tor zu schießen."

Varese reagierte prompt - und endlich mit Feuer. Die Offensivmaschine sprang an, Houghtailing scheiterte zunächst in der 78. Minute am Pfosten, dann in der 86. Minute belohnte er sich selbst. Luigi Russo, der rechte Verteidiger, flankte scharf von außen, Houghtailing flog heran wie ein Stuntman im Training und köpfte den Ball ins lange Eck - 1:1! Das Stadion explodierte, und Wagner riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen. "Ich hab Luigi gesagt: Nur Mut!", lachte der Trainer später. "Ich dachte allerdings an einen Querpass, nicht an eine Flanke in die Wolken."

Die Schlussphase gehörte dann wieder Gela. In der 93. Minute prüfte Julien Matthieu noch einmal Vareses Keeper, doch Sjölund parierte spektakulär - und rettete seinem Team den Punkt. "Der Ball war heißer als meine Hände", witzelte der junge Finne nach dem Abpfiff.

Statistisch war’s ein Spiel auf Augenhöhe: 7:11 Schüsse, 53 Prozent Ballbesitz für Varese, Zweikampfquote leicht zugunsten der Gäste. Beide Teams spielten offensiv, aber ohne übertriebene Härte; einzig Filipe Meira sah Gelb (67.), nachdem er den Ball und gleich zwei Gegenspieler gleichzeitig traf.

Taktisch blieb Varese konsequent offensiv, während Gela trotz nominell gleicher Ausrichtung immer wieder die Intensität drosselte - vielleicht zu sehr, denn der "WEAK"-Effort in den letzten Minuten war auch auf der Tribüne spürbar. "Wir wollten auf Konter setzen", sagte Müller, "aber irgendwann konterst du nur noch dich selbst."

Am Ende stand ein 1:1, das niemandem so recht hilft, aber allen das Gefühl gab, dabei gewesen zu sein. Varese jubelte über Moral, Gela ärgerte sich über Nachlässigkeit, und die Fans gingen zufrieden nach Hause - oder zumindest halbwegs.

"Ein gerechtes Ergebnis", fasste Houghtailing zusammen, "aber ich hätte lieber zwei Tore geschossen - allein schon, um meinem Trainer das Grinsen zu gönnen."

Fazit mit Augenzwinkern: Wenn Fußball ein Geduldsspiel ist, dann war dieses 1:1 die Champions League der Ausdauer. Gela dominierte die Statistik, Varese das Timing. Und irgendwo in der Kabine summte man wohl: Wer zuletzt trifft, hat wenigstens nicht verloren.

06.05.643990 20:15
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