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Superligaen | 19. Spieltag | 30.08.26 | Varde BK - Stenlose BK 3:4 Dabei begann alles nach Maß. Gerade einmal drei Minuten waren gespielt, da traf Ashton O’Leary zur Führung. Hagen Henningsen hatte den Treffer vorbereitet, und auf der Tribüne dürfte sich mancher bereits mit der Frage beschäftigt haben, wie viele Tore an diesem Abend wohl noch folgen würden. Die Antwort lautete: fünf. Mindestens. In der achten Minute erhöhte Erland Thuesen auf 2:0. Der 20-jährige zentrale Mittelfeldspieler belohnte den druckvollen Beginn der Gastgeber, nachdem Gudmund Nilsson die Vorarbeit geleistet hatte. Varde spielte offensiv, suchte mit kontrollierten Abschlüssen die guten Chancen und brachte Stenlose mit viel Bewegung aus dem Gleichgewicht. Auch Asger Vinther wollte offenbar nicht warten, bis sich die Partie beruhigte. In der 13. Minute machte er das 3:0, erneut nach Vorarbeit von Henningsen. Drei Tore in 13 Minuten - das ist die Art von Start, bei der selbst ein Trainer kurz überlegt, ob er den Matchplan jetzt besser nicht mehr anfasst. "Wir hatten das Spiel im Griff", sagte Varde-Coach Mac Manager nach der Partie - in dieser Formulierung liegt rückblickend eine bemerkenswerte Menge Optimismus. Denn Stenlose blieb trotz des Rückstands im Spiel. Anthony Conte verkürzte in der 40. Minute auf 1:3 und sorgte dafür, dass die Gäste zur Pause nicht völlig ratlos in der Kabine standen. Die Zahlen sprachen zunächst deutlich für Varde. Die Gastgeber verzeichneten 17 Torschüsse, Stenlose kam auf sieben. Dazu hatte Varde 54,45 Prozent Ballbesitz und gewann 54,04 Prozent der Zweikämpfe. Fußball ist allerdings ein Spiel, in dem eine Mannschaft mit weniger Ball und weniger Abschlüssen gewinnen kann. Besonders dann, wenn die andere Mannschaft ihre Führung behandelt wie eine Zimmerpflanze: Man stellt sie hin und vergisst, sie zu gießen. Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie endgültig. Stenlose erhöhte den Einsatz, presste nun aktiver und spielte trotz der offensiven Grundausrichtung deutlich entschlossener. In der 66. Minute traf Harrison Tremblay zum 2:3, vorbereitet von Conte. Nur eine Minute später glich Theo Preston aus, diesmal nach Zuspiel von Oscar Willoughby. Aus einem scheinbar beruhigenden 3:0 war plötzlich ein 3:3 geworden. Die Varde-Abwehr dürfte in diesem Moment kollektiv nach einer Bedienungsanleitung für das eigene Spiel gesucht haben. Und Stenlose war noch nicht fertig. In der 74. Minute erzielte Phillipp Schultz das 4:3, Gull Lorentzen lieferte die Vorlage. Bemerkenswert: Die Gäste mussten ab der 72. Minute mit zehn Mann auskommen, nachdem Oscar Willoughby seine zweite Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Stenlose verteidigte den Vorsprung also in Unterzahl - während Varde trotz Überzahl keinen Weg zurück fand. "Wir wollten eigentlich nur den Ausgleich", hätte man sich Stenloses Trainer Pep Guardiola nach dem Abpfiff sagen hören können. Ein tatsächliches Zitat liegt nicht vor; die Szene ist frei zugespitzt. Mac Manager wiederum hätte allen Grund gehabt, den Abend mit einem langen Blick auf die Anzeigetafel zu beenden. Varde schoss weiter, unter anderem O’Leary in der Nachspielzeit. Doch der Ball fand kein fünftes Mal den Weg ins Tor. So bleibt ein 3:4, das Stenlose wohl noch lange feiern wird. Varde hingegen hat gelernt: Eine 3:0-Führung ist im Fußball kein Tresor. Eher ein Sparschwein ohne Boden. 30.08.2026 22:33 |
Sprücheklopfer
Wenn mein Vater da gewesen wäre, hätte sich mein Leben vollkommen anders entwickelt. Viel zielgerichteter. Dann wäre meine Mutter zu Hause gewesen. Ich hätte vernünftig für die Schule gearbeitet, einen normalen Beruf erlernt und wäre nicht in den Fußball abgedriftet.
Felix Magath