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Superligaen | 28. Spieltag | 08.09.26 | Varde IF - Hobro IK 5:0 56,7 Prozent Ballbesitz standen am Ende für Hobro zu Buche. Varde IF kam lediglich auf 43,3 Prozent. Wer daraus auf ein überlegenes Auswärtsteam schließt, hat entweder sehr viel Vertrauen in Statistiken oder das Spiel nicht gesehen. Denn bei den Torschüssen lautete das Verhältnis 20:1 - zugunsten der Gastgeber. Ballbesitz ist eben manchmal wie ein gut sortierter Werkzeugkasten: schön, wenn man ihn besitzt, aber nutzlos, wenn man nichts damit repariert. Varde begann mit auffälliger Zielstrebigkeit. Vitali Kirjakow prüfte Hobros Defensive bereits in der siebten Minute, Rodion Karpow legte wenig später nach. In der 17. Minute war es dann so weit: Karpow traf nach Vorarbeit von Jorgen Agdestein zum 1:0. Der linke Angreifer hatte bis dahin schon mehrfach Unruhe gestiftet - nun bekam seine Beharrlichkeit die passende Quittung. "Wir wollten nicht lange diskutieren, sondern den Ball ins Tor bringen", sagte Karpow später. "Das hat heute ganz ordentlich funktioniert." Eine bemerkenswert bescheidene Zusammenfassung für einen Spieler, der am Ende drei Treffer beisteuerte. Hobro hatte seine große, statistisch beinahe einsame Gelegenheit in der 15. Minute, als Innenverteidiger David Molgaard zum Abschluss kam. Der Versuch blieb ohne Folgen. Molgaard sah bereits in der vierten Minute Gelb, später wurde auch Potap Blinow verwarnt. Varde musste ebenfalls Karten einstecken: Florian Sonnenschein und Bengt Taube wurden vom Schiedsrichter ermahnt. An der grundsätzlichen Kräfteverteilung änderte das nichts. Nach der Pause dauerte es gerade einmal drei Minuten, bis Varde den Deckel wieder ein Stück weiter auf die Partie schraubte. Agdestein erhöhte in der 48. Minute auf 2:0, vorbereitet von Taube. Danach entwickelte sich das Spiel zunehmend zu einer persönlichen Vorführung Karpows. In der 71. Minute traf er nach Zuspiel von Vincent Brandt erneut, drei Minuten später vollendete er nach Pass von Pedro Antonio zum 4:0. Auf der Tribüne wurde zu diesem Zeitpunkt bereits darüber gescherzt, ob Karpow den Spielball im Alleingang nach Hause tragen müsse. "Ich hätte ihn natürlich genommen", soll der dreifache Torschütze gelacht haben. "Aber die Mannschaft hat mir heute so viele gute Bälle gegeben, dass ich mich nicht beschweren darf." Hobro blieb seinem ausgewogenen Ansatz treu, ebenso dem Verzicht auf aktives Pressing. Varde wartete geduldig, schaltete im richtigen Moment nach vorn und spielte seine Chancen mit einer Effizienz aus, die beim Gast schmerzlich vermisst wurde. Trainer Olaf Meyer wechselte Brandon Anderson, Jamie Prinsloo und später den 17-jährigen Vilmar Overgaard ein. Das Ergebnis blieb trotzdem erstaunlich erwachsen. Den Schlusspunkt setzte Harrison Cabell in der 87. Minute. Karpow bereitete diesmal vor - womit er an vier der fünf Treffer direkt beteiligt war. "Nach dem 3:0 war klar, dass wir heute sehr viel richtig gemacht haben", sagte Meyer. "Aber wir wollten nicht plötzlich höflich werden." Das wurde Varde tatsächlich nicht. 5:0, 20:1 Torschüsse, dazu eine kompromisslose Zweikampfführung: Hobro hatte den Ball. Varde hatte das Spiel. Und Karpow hatte offenbar seinen persönlichen Feiertag. 08.09.2026 23:20 |
Sprücheklopfer
Der Vorteil von Trainern wie Branko Zebec und Ernst Happel war ihre kuriose Sprache. Die Spieler mussten sich stark konzentrieren, um zu verstehen, was sie meinten. Deshalb kam ihre Botschaft so gut rüber.
Felix Magath