Dagbladet Sport
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Varde IF siegt trotz Unterzahl - Fredericia verzweifelt am eigenen Mut

Es war einer dieser Abende, an denen Fußballtrainer entweder ergrauen oder unsterblich werden. Im altehrwürdigen Stadion von Fredericia sahen 32.000 Zuschauer ein 2:3 (1:2), das mehr Drama bot, als man in 90 Minuten normalerweise ertragen kann. Varde IF, von Olaf Meyer mit schneidiger Offensive ins Rennen geschickt, entführte trotz einer Gelb-Roten Karte drei Punkte aus Dänemarks 1. Liga - und SC Fredericia blieb am Ende nur die Erkenntnis: Ballbesitz schießt keine Tore.

Schon nach zwei Minuten knallte es. Carl Antunes, der rechte Wirbelwind der Gäste, zirkelte den Ball ins Eck - Vorlage von Lionel Gomes, der offenbar die Abwehr Fredericias noch im Halbschlaf erwischt hatte. "Ich dachte, wir hätten Anstoß!", schimpfte Fredericias Verteidiger Anthimos Donis später in der Mixed Zone. Elf Minuten später folgte der nächste Schlag: Lionel Enriquez, Vardes wieselflinker Linksaußen, zog trocken ab - 0:2.

Die Hausherren wirkten konsterniert, hatten aber den Ball. Und wie sie den hatten: 60 Prozent Ballbesitz, das sah nach Dominanz aus. Nur: Während die Gastgeber den Ball liebkosten, schickten die Gäste ihn lieber ins Tor. Erst in der 41. Minute klappte es für Fredericia: Der erst 22-jährige Christian Zeni, eigentlich linker Verteidiger, verwandelte eine butterweiche Vorlage des 17-jährigen Stefan Vilhelmsen zum 1:2. Das Stadion tobte, und Trainerbank und Tribüne glaubten kurz an die Wende.

Doch kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, schien das Spiel kurz zu kippen - allerdings anders als gedacht. Vardes Innenverteidiger Javier Cunha, bereits verwarnt, ließ sich zu einem rustikalen Einsteigen hinreißen. Gelb-Rot in der 46. Minute! "Ich wollte nur zeigen, dass wir noch wach sind", murmelte er später mit einem Grinsen. Ab da spielten die Gäste in Unterzahl - und doch blieb Fredericias Angriffswucht erstaunlich zahnlos.

In der 57. Minute kam Hoffnung auf: Der jugendliche Stefan Vilhelmsen krönte seine starke Leistung mit dem Ausgleich. Nach Pass von Sergi Barros drückte er den Ball über die Linie - 2:2, und das Stadion bebte. "Ich hab einfach draufgehauen", sagte der 17-Jährige später mit roten Wangen, als könne er selbst kaum glauben, was da passiert war.

Wer nun dachte, dass Fredericia das Momentum nutzen würde, irrte gewaltig. Nur sieben Minuten später traf erneut Lionel Enriquez - diesmal nach feiner Vorarbeit von Antunes - zum 2:3. Ein Tor aus dem Bilderbuch, aber für die Heimmannschaft eher ein Alptraum in Cinemascope.

Fredericia versuchte alles. Zehn Torschüsse, 60 Prozent Ballbesitz, engagiertes Kurzpassspiel - aber das Runde wollte nicht mehr ins Eckige. Der junge Peer Frederiksen vergab in der 83. Minute freistehend, und Vilhelmsen setzte in der 88. Minute den Ball ans Außennetz. "Wir haben das Spiel kontrolliert, nur leider das Ergebnis verloren", fasste ein sichtlich genervter SC-Trainer (der namentlich nicht genannt werden wollte) zusammen.

Bei den Gästen hingegen herrschte ausgelassene Stimmung. Trainer Olaf Meyer, der nach Cuhas Platzverweis kurzzeitig mit einer Fünferkette improvisierte, grinste breit: "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen einfach so tun, als wären wir noch zu elft. Hat ja geklappt." Neben ihm klopfte Kapitän Gomes seinen Mitspieler Enriquez auf die Schulter: "Zwei Tore, ein Lächeln - mehr braucht man nicht."

Statistisch gesehen war es ein Spiel der Gegensätze: Beide Teams kamen auf jeweils zehn Torschüsse, doch während Fredericia den Ball laufen ließ, war Varde effizient. Zweikampfquote? Quasi ausgeglichen - 50,5 zu 49,5 Prozent. Die Zahlen erzählten eine enge Partie, doch das Ergebnis schrie: Kaltschnäuzigkeit schlägt Kontrolle.

Nach Abpfiff applaudierte das Publikum trotz Niederlage. Vielleicht, weil sie ahnten, dass sie Zeugen eines dieser unvergesslichen Fußballstücke geworden waren - einer Mischung aus jugendlichem Übermut, taktischem Chaos und einem Gastteam, das sich selbst in Unterzahl nicht aus der Ruhe bringen ließ.

Und als die Lichter im Stadion langsam erloschen, hörte man einen alten Fan murmeln: "Früher hätte Fredericia so ein Spiel noch gedreht." Vielleicht. Aber an diesem Abend gehörte das letzte Lächeln Varde IF - und den beiden Lionels, die den Unterschied machten.

Ein Spiel, das beweist: Mut wird nicht immer belohnt, aber manchmal reicht Frechheit eben doch zum Sieg.

28.07.643993 13:52
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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