Dagbladet Sport
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Varde IF siegt in Hobro - Abwehrchef Meiser wird zum unerwarteten Torhelden

In Hobro gab es am Sonntagabend ein Fußballspiel, das alles hatte, was man an einem nasskalten dänischen Märzabend erwartet: rutschige Grätschen, fluchende Trainer und ein Publikum, das sich trotz Kälte nicht davon abhalten ließ, den Schiedsrichter persönlich auf seine Fehler aufmerksam zu machen. Am Ende durfte der Gast jubeln - Varde IF entführte mit einem 3:2 (2:1) alle Punkte, während Hobro IK ratlos zurückblieb: Wie kann man trotz 55 Prozent Ballbesitz und 14 Torschüssen verlieren?

Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen. Hobro stürmte von Beginn an, als wolle man Varde gleich am eigenen Strafraum einschnüren. Nach zwei Minuten prüfte Bendt Hougaard den gegnerischen Keeper, nach acht Minuten versuchte es Ricardo Deco - beide Male ohne Fortune. Trainer Olaf Meyer von Varde IF grinste später: "Wir wussten, dass Hobro heiß sein würde. Aber heißer Tee hilft, wenn man kalt erwischt wird."

Das erste Tor fiel dann allerdings auf der anderen Seite - und wie! In der 33. Minute flankte Carl Antunes butterweich von rechts, Ellis Caviness rauschte heran und köpfte zum 0:1. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass der Ball mich findet", scherzte Caviness anschließend. Dass ihn der Ball tatsächlich fand, dürfte der hobroer Hintermannschaft noch zu denken geben.

Kurz darauf schlug Hobro zurück. In der 40. Minute verwertete Joseph McGee nach feinem Zuspiel von Bjarke Hedegaard zum 1:1 - der verdiente Ausgleich in einer Phase, in der die Gastgeber mehr vom Spiel hatten. Doch noch vor der Pause kam der Rückschlag: In der Nachspielzeit segelte ein Freistoß von Dieter Meiser in den Strafraum, Jan Medved hielt den Fuß hin - 1:2. "Ich wollte eigentlich nur blocken, aber dann war der Ball plötzlich drin", lachte Medved. Manchmal hilft der Zufall, manchmal Dieter Meiser.

Nach dem Seitenwechsel drängte Hobro wieder, die Fans peitschten ihre Mannschaft nach vorne. In der 63. Minute wurden sie belohnt: Innenverteidiger Edvin Lassen stieg nach einem Eckball höher als alle anderen und nickte zum 2:2 ein. Flankengeber Szymon Szymanowski rannte jubelnd zur Eckfahne, während Trainer Olaf Meyer an der Seitenlinie verzweifelt mit den Armen fuchtelte - vergeblich.

Doch Varde wäre nicht Varde, wenn sie nicht noch eine Antwort parat gehabt hätten. In der 79. Minute war es wieder Dieter Meiser, diesmal nicht als Vorbereiter, sondern selbst als Vollstrecker. Nach einem Eckball von Lionel Gomes wuchtete der Abwehrchef den Ball per Kopf in die Maschen - 2:3! "Ich bin halt der moderne Innenverteidiger", grinste Meiser nach dem Spiel und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Vielleicht sollte ich Prämien pro Tor fordern."

Hobro warf in der Schlussphase alles nach vorne - inklusive Torwart Nelson de los Reyes, der bei einem Eckball in der 89. Minute beinahe selbst Geschichte geschrieben hätte. Sein Kopfball ging knapp über die Latte, und auf der Trainerbank hielt man kurz den Atem an. "Ich hab schon überlegt, ob ich ihm die Stürmerlizenz gebe", sagte ein sichtlich genervter, aber humorvoller Hobro-Coach später.

Statistisch gesehen war das Spiel ein Lehrbeispiel dafür, dass Ballbesitz nicht gleich Erfolg bedeutet: Hobro hatte mehr vom Spiel (55 Prozent Ballbesitz, 14 Schüsse aufs Tor), Varde dagegen die Effizienz - und wohl auch das bessere Timing. 32 000 Zuschauer sahen eine Partie, die in ihrer Dramatik kaum Wünsche offenließ: vier Tore bis zur 63. Minute, eine späte Entscheidung und ein 17-jähriger Debütant namens Arvid Davidsen, der in der 83. Minute für Ellis Caviness kam und prompt einen Sprint hinlegte, der die halbe Tribüne aufstehen ließ.

Nach dem Schlusspfiff jubelte Varde ausgelassen. Trainer Olaf Meyer wirkte gelöst: "Es war ein verrücktes Spiel. Drei Tore aus Standards - das trainieren wir nie, also vielleicht sollte ich das so lassen." Auf der anderen Seite stapfte Hobro enttäuscht vom Feld. Joseph McGee, zweifacher Torschütze der Saison, schüttelte den Kopf: "Wir hatten sie eigentlich im Griff. Aber Fußball ist manchmal wie ein dänischer Winter - kalt, grau und unberechenbar."

Ein bittersüßer Abend also für die Gastgeber und ein goldener für Varde IF, das mit diesem Sieg wohl endgültig den Klassenerhalt sichert. Die Fans sangen noch lange nach Abpfiff, die Spieler tanzten auf dem Rasen, und irgendwo in der Kabine soll Dieter Meiser seinem Trainer zugerufen haben: "Ich hab gesagt, dass ich auch schießen kann!"

Manchmal schreibt der Fußball eben seine schönsten Geschichten aus der Defensive heraus.

20.08.643993 20:19
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He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
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