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Varde IF dreht das Spiel - späte Wende gegen Brabrand BK

Ein kalter Märzwind wehte am Dienstagabend durchs Varde Stadion, doch die 33.500 Zuschauer hatten keine Zeit zu frieren. Sie sahen eine dieser Fußballgeschichten, bei denen man am Ende nicht weiß, ob man sie wegen der Dramatik oder wegen der Ironie des Sports liebt. Varde IF besiegte Brabrand BK mit 2:1 (0:1) - und das nach einer ersten Halbzeit, die eher nach Pflichtübung für die Gäste aussah.

Bereits in der 10. Minute brachte Anselm Bruun Brabrand in Führung. Nach feiner Vorarbeit von Max Neil traf der 27-Jährige trocken aus der zweiten Reihe. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen - und dann zappelt er im Netz", gab Vardes Torhüter Massimiliano Talarico später zu. Brabrand spielte in dieser Phase abgeklärt, mit 56 Prozent Ballbesitz und einer Passsicherheit, die Varde aussehen ließ, als sei man noch beim Aufwärmen.

Trainer Michail Tyrala seinerseits blieb an der Seitenlinie cool wie ein nordischer Zen-Meister. Seine Elf schob den Ball sicher durch die Reihen, während Varde IF auf lange Pässe und Zufälle setzte. "Unsere Taktik war defensiv - vielleicht zu defensiv", räumte Varde-Coach Olaf Meyer später ein. Tatsächlich: Sein Team wirkte lange wie ein Auto, das im falschen Gang bergauf fährt.

Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn er sich an Drehbücher hielte. Nach der Pause kam Varde mit mehr Mut und weniger Respekt aus der Kabine. Meyer brachte frische Kräfte, drehte an der Stimmungsschraube - und siehe da, plötzlich lief es. In der 59. Minute wechselte der Coach den bulligen Innenverteidiger Stephane Satchmore ein, kurz darauf kam Pekka Sauso für den glücklosen Jan Medved. Und in der 70. Minute ersetzte Carl Antunes den flinken Enrico Di Pietro - ein Wechsel, der sich als goldrichtig erweisen sollte.

Die Gäste verloren zusehends den Rhythmus. Ihre Präzision aus Halbzeit eins wich Nervosität, und als Bruun in der 55. Minute Gelb sah, war klar: Die Partie kippte langsam. "Wir wollten das 2:0 machen, aber das Tor wollte einfach nicht rein", stöhnte Brabrands Stürmer Leandro Gama später.

Dann kam die 75. Minute, und mit ihr der Moment, der das Stadion explodieren ließ. Karel Wyman flankte von links scharf in den Strafraum, Pablo de Vivar nahm den Ball volley - 1:1! Der 33-jährige Mittelfeldroutinier rannte jubelnd zur Eckfahne, als hätte er gerade das Tor seines Lebens erzielt. "Ich wusste, dass Karel flanken würde. Er flankt immer - selbst beim Frühstück", scherzte de Vivar danach in die Mikrofone.

Zwei Minuten später drehte Varde das Spiel endgültig. Dieter Meiser, Innenverteidiger mit Leib und Seele, stieg nach einer Ecke am höchsten und köpfte den Ball zum 2:1 ins Netz. Assistgeber: Jamie Prinsloo, der bis dahin eher unauffällig geblieben war. "Ich war eigentlich schon draußen - zumindest gedanklich", grinste Meiser, "aber dann dachte ich: Warum nicht mal treffen?"

Die Schlussviertelstunde wurde ein einziger Stresstest für die Nerven der Varde-Fans. Brabrand warf alles nach vorn, kam durch Gama und Ronaldo noch zu Chancen, doch Torwart Talarico hielt, was zu halten war. In der 83. Minute sah Vardes Verteidiger Vladan Dordevic Gelb - das Publikum nahm’s mit Humor: "Endlich mal einer, der Farbe bekennt!", rief jemand von der Tribüne.

Am Ende blieb es beim 2:1, und das trotz ausgeglichener Torschussbilanz (10:10). Statistisch gesehen hätte Brabrand mehr verdient - aber Fußballstatistiken sind bekanntlich wie Wettervorhersagen: meistens richtig, aber selten relevant.

Trainer Olaf Meyer war nach dem Schlusspfiff sichtlich erleichtert. "Wir haben das Spiel gedreht, weil die Jungs an sich geglaubt haben - und weil Pablo den Ball endlich mal richtig trifft", sagte er mit einem Augenzwinkern. Sein Kollege Tyrala hingegen suchte Trost in der Philosophie: "Manchmal gewinnst du, manchmal lernst du. Heute haben wir viel gelernt."

Während die Spieler von Varde ihre Ehrenrunde drehten, summte das Publikum schon wieder. Es war einer dieser Abende, an denen man merkt, warum man trotz Kälte, Regen und Herzklopfen ins Stadion geht.

Und irgendwo in der Trainerkabine soll Olaf Meyer leise gesagt haben: "Defensiv? Nie wieder." Doch das ist - wie so oft im Fußball - vielleicht nur eine Legende.

(600 Wörter)

14.06.643993 02:13
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Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
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