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Vanderveer doppelt, Robert vollendet - Ayax siegt 3:2 bei den Gunners

Ein nasskalter Februarabend in London, 40.000 Zuschauer im Emirates-Stadion, und trotzdem lag etwas Sommerliches in der Luft - zumindest auf der Bank von Ayax Amsterdam. Denn Trainer Jochen Eichhorst ließ seine Elf von Beginn an fröhlich offensiv aufspielen, als hätten sie die Konferenzliga-Qualifikation schon im Sack. Am Ende gewannen die Niederländer verdient mit 3:2 (2:1) gegen die London Gunners, die trotz mehr Ballbesitz und heimischem Publikum in entscheidenden Momenten einfach zu höflich waren.

Die Partie begann mit einem Feuerwerk - allerdings nur von den Rängen. Auf dem Rasen tasteten sich beide Teams so zaghaft ab, dass man fast den Verdacht bekam, sie seien noch im Warm-up. Dann aber, in der 26. Minute, explodierte Ayax-Stürmer Lars Vanderveer. Nach einer Ecke von hinten heraus gespielt, legte Innenverteidiger Veselin Anicic trocken quer, und Vanderveer drosch den Ball aus 14 Metern unter die Latte. 0:1 - und der Londoner Torwart Dorian Verguts sah aus, als wolle er gleich selbst applaudieren.

Doch nur zwei Minuten später meldeten sich die Gunners zurück. Niclas Brinkmann, der rechte Flügelflitzer mit der Präzision eines Uhrwerks, bekam den Ball von Jay Densham und schlenzte ihn mustergültig ins lange Eck. 1:1, die Fans tobten, Bierbecher flogen - ein klassischer Londoner Moment zwischen Hoffnung und klebrigem Plastik.

Eichhorst an der Seitenlinie blieb ruhig. "Wir wussten, dass sie reagieren würden", sagte er später mit einem Grinsen, "aber wir hatten noch ein paar Pfeile im Köcher." Der nächste Pfeil hieß - natürlich - Vanderveer. Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich stand der Niederländer wieder goldrichtig. Wieder kam die Vorlage von Anicic, diesmal per Kopf, und wieder schlug der Ball unhaltbar ein. 1:2 - und die Gunners sahen aus, als hätten sie den Schützen schon beim ersten Mal zu lieb behandelt.

Die Halbzeit brachte keine taktische Revolution. London blieb bei seinem ausgeglichenen 4‑2‑3‑1, Ayax schob weiter frech nach vorn. Nach dem Seitenwechsel kam es, wie es kommen musste: Stephane Robert, 23 Jahre jung und mit Tempo gesegnet, nutzte in der 55. Minute eine Lücke, die selbst ein Doppeldeckerbus nicht übersehen hätte. Nach Vorlage von Lucas O’Dea schlenzte er den Ball ins rechte Eck - 1:3. Londoner Gesichter? Grau wie der Himmel über Islington.

"Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte Gunners-Verteidiger Taylor Cochran später entschuldigend, nachdem er Roberts Sprint schlicht verschlafen hatte. Das passte zum Spiel der Hausherren: viel Ball, wenig Biss. 57 Prozent Ballbesitz, aber nur sieben Torschüsse - das liest sich wie eine Warnung für jede PowerPoint über Effizienz.

Ayax dagegen schaffte es, mit 12 Torschüssen und 42 Prozent Ballbesitz dreimal zu treffen. Pragmatismus in seiner schönsten Form. Trainer Eichhorst fasste es trocken zusammen: "Wir haben einfach öfter aufs Tor geschossen. Manchmal ist Fußball gar nicht so kompliziert."

Doch die Gunners gaben nicht auf. In der 87. Minute, als die meisten Fans schon mit der U‑Bahn-App beschäftigt waren, kombinierte sich Brinkmann noch einmal über rechts durch und bediente Jose Suarez. Der Stürmer drosch das Leder kompromisslos ins Netz - 2:3! Plötzlich war wieder Leben in der Bude, und sogar der Stadionsprecher klang überrascht, als er das Tor verkündete.

Die letzten Minuten wurden hektisch, gelb war plötzlich die Trendfarbe: Domingo Vidigal (44.) und Cochran (76.) auf Londoner Seite sowie O’Dea (56.) für Ayax hatten ihre Verwarnungen bereits gesammelt wie Panini-Bilder. Trotzdem blieb es beim 2:3 - auch weil Ayax in der Nachspielzeit das Tempo geschickt drosselte.

"Wir haben das Herz gezeigt, aber leider erst zu spät", meinte London-Kapitän Lionel Manu, der zwei gute Chancen liegen ließ. "Vielleicht sollten wir das nächste Mal früher aufwachen."

Ayax reist mit drei Punkten im Gepäck zurück in die Niederlande und einem Lächeln, das breiter kaum sein könnte. Die Gunners dagegen müssen sich fragen, wie man ein Spiel verliert, das man statistisch eigentlich kontrolliert. Vielleicht war’s einfach zu viel Ball und zu wenig Tor.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen sagte, während er sein halbvolles Pint schwenkte: "Die Gunners heißen wohl so, weil sie ständig schießen - nur leider daneben."

Ein Fazit, das man kaum schöner formulieren könnte.

10.06.643990 08:40
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Klaus Toppmöller
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