Tuttosport
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Valenzana verliert Spektakel gegen Gela - Matthieu trifft doppelt

Es war ein Samstagabend, wie er Fußballromantikern gefällt: Flutlicht, 27.000 Zuschauer im Stadion von Valenzana, laute Kurven und ein Spiel, das sich von der ersten Minute an weigerte, langweilig zu werden. Am Ende jubelte Gela, das auswärts mit 3:2 gewann - ein Ergebnis, das so knapp war wie verdient.

Schon die Anfangsphase hatte Tempo. Kaum hatte Schiedsrichter Conti angepfiffen, da rauschte Julien Matthieu von Gela in der ersten Minute bereits mit einem Schuss aufs Tor - als wolle er den Platz gleich markieren. Valenzana ließ sich davon nicht beeindrucken und antwortete mit einer stürmischen Attacke über Balazs Hannich, der den Ball in der zweiten Minute nur knapp über die Latte drosch. "Da dachte ich, wir würden sie heute überrollen", sagte Hannich später mit einem bitteren Lächeln.

Doch das Spiel hatte andere Pläne. In der 18. Minute musste Valenzanas junger Flügelspieler José Maria Puerta verletzt vom Platz - Trainer Jupp Kaiser schnaubte, warf die Wasserflasche auf den Boden und fluchte leise in Richtung Himmel. Für ihn kam Alessio Spina, der später noch für einige Unruhe sorgen sollte.

Nur eine Minute nach dem Wechsel auf dem rechten Flügel fiel das erste Tor: Tom Abrial schickte Nael Bischoff mit einem butterweichen Pass in die Tiefe, und der 27-Jährige vollendete eiskalt zum 1:0. Das Stadion bebte, und Kaiser riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen.

Doch Gela ist kein Team, das sich leicht abschütteln lässt. In der 34. Minute glich Pablo Tarrega nach feiner Vorarbeit von Julian Martins aus - ein Treffer, der so sauber herausgespielt war, dass selbst die Heimfans kurz klatschten. "Wir wussten, dass wir über die Mitte Räume bekommen würden", erklärte Gela-Coach Michael Müller später. "Aber dass es so gut klappt, war selbst für mich überraschend."

Kurz vor der Pause legte Valenzana noch einmal nach: Wieder war Abrial der Vorbereiter, diesmal fand seine Flanke den Kopf von Carl Mendes, der zum 2:1 einköpfte (44.). Ein Tor, das nach Arbeit roch - und nach Hoffnung. "In der Kabine haben wir uns geschworen, das Ding über die Zeit zu bringen", erzählte Mendes später. "Leider hat das Versprechen genau eine Minute gehalten."

Denn kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, stand es 2:2. Julien Matthieu, der schon vor der Pause für Unruhe gesorgt hatte, traf nach einem präzisen Zuspiel von Dennis Bedard (46.). Valenzana wirkte wie eingefroren, die Abwehr unsortiert, der Torwart Sas Sas nur noch Zuschauer. Und als ob das nicht genug wäre, schlug derselbe Matthieu zehn Minuten später erneut zu - diesmal nach Vorarbeit des agilen Filipe Meira (56.). 3:2 für Gela, die Partie war gedreht.

"Wir sind einfach mit mehr Mut aus der Kabine gekommen", grinste Matthieu nach dem Abpfiff. "Und ich hatte das Gefühl, Valenzana war noch beim Pausentee."

Die Gastgeber rannten in der Folge wütend an - 13 Torschüsse insgesamt, etwas mehr Ballbesitz (51,6 Prozent) und unzählige Flanken, die irgendwo zwischen Hoffnung und Verzweiflung segelten. Doch Gela stand kompakt, kämpfte leidenschaftlich und verließ sich auf Konter. Valenzanas Verteidiger Fabio Meireles kassierte in der 77. Minute die Gelbe Karte, nachdem er Tarrega unsanft aus dem Weg geräumt hatte. "Ich wollte nur den Ball treffen", verteidigte er sich, während der Schiedsrichter schon die Karte in der Hand hielt.

Kaiser reagierte, brachte in der 60. Minute frische Kräfte mit Allegri und Garaba, doch der Schwung verpuffte. Spina setzte in der 51. Minute noch einen gefährlichen Schuss, Bischoff scheiterte in der 85. Minute knapp - aber der Ball wollte einfach nicht mehr rein.

Gela, das in der Schlussphase sogar noch offensiver wurde, brachte den Sieg mit viel Einsatz über die Zeit. Müller rief seinen Spielern zu: "Nur noch zehn Minuten laufen, Männer! Nicht denken, laufen!" - Worte, die man bis auf die Tribüne hören konnte.

Nach dem Schlusspfiff herrschte im Stadion gespannte Stille. Dann brandete Applaus auf - nicht für das Ergebnis, sondern für ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Tore, Wendungen, Drama.

"Wir haben heute gesehen, was Fußball so herrlich grausam macht", sagte Valenzanas Trainer Kaiser nachdenklich. "Zwei gute Halbzeiten reichen nicht, wenn der Gegner drei Tore schießt."

Gela dagegen feierte ausgelassen. Müller grinste und meinte: "Wir hatten heute einfach die besseren Nerven - und einen Matthieu, der offenbar beschlossen hat, unaufhaltbar zu sein."

Am Ende blieb das Gefühl, ein echtes Fußballstück erlebt zu haben - voller Emotion, mit einem Hauch Tragik für die Gastgeber. Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn sie so spielen, aber gewinnen würden, wär’s zu schön, um wahr zu sein."

Ein Satz, der den Abend perfekt zusammenfasst.

01.01.643988 07:42
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