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Valencias frühes Feuerwerk - und Lanzarotes kalte Dusche nach der Pause

Wer am Samstagabend rechtzeitig im Estadio de Mestalla war, der durfte sich in den ersten zehn Minuten die Augen reiben - allerdings vor Begeisterung. Valencia CF legte los wie die Feuerwehr, führte nach neun Minuten 2:0, und alles roch nach einem gemütlichen Heimabend für Trainer Sascha Schmidt. Am Ende aber stand ein 2:4 auf der Anzeigetafel, Lanzarote CF tanzte im Mittelkreis, und die knapp 29.000 Zuschauer verließen mit gesenkten Köpfen das Stadion.

Dabei hatte doch alles so schön begonnen. In der 6. Minute legte Esteban Ibano einen Pass in den Lauf von George Leech, der den Ball mit der Innenseite an Lanzarotes Keeper Vincent Maurice vorbeischob - 1:0. Gerade hatten die Fans das erste Bier halb geleert, da schlug es schon wieder ein: Bojan Denic traf nach Vorlage von Miroslav Dordevic (9.). "Ich dachte, das wird heute ein Spaziergang", gab Denic später zu. "Fehler. Ein sehr großer Fehler."

Denn danach kam der Gast von der Atlantikinsel ins Rollen. Alberto Fagnano, ein Wirbelwind auf dem linken Flügel, prüfte mehrfach Valencias Keeper Francisco Pelegrin und wurde in der 33. Minute belohnt: Nach klugem Zuspiel von Alfred Detari drosch er den Ball zum Anschluss in die Maschen. Kurz vor der Pause hallte noch ein kollektives "Uff!" durchs Stadion - Lanzarote traf nur die Latte.

In der Halbzeit wurde im Presseraum bereits über eine mögliche Gala Valencias diskutiert, doch Lanzarote hatte andere Pläne. Trainer Meister Leverkusen, ein Mann mit der Ruhe eines Schachspielers, sagte später: "Wir wussten, Valencia spielt gern offen. Also warteten wir einfach, bis sie vergessen, dass man auch verteidigen muss."

Und wie sie das vergaßen! In der 59. Minute traf James Young nach Vorarbeit von Detari zum Ausgleich. Das Stadion wurde still, und Valencia verlor allmählich die Ordnung - oder, wie ein Kollege auf der Pressetribüne murmelte: "Die spielen jetzt wie bei der Playstation auf ’Alles nach vorne’."

Kurz darauf folgte der Knackpunkt: Frank Fricke, Valencias Innenverteidiger mit der Körpersprache eines Türstehers, sah in der 75. Minute glatt Rot nach einem übermotivierten Einsteigen. "Ich wollte nur den Ball treffen", erklärte Fricke später, "aber der Ball war leider schon weg." Mit einem Mann weniger versuchte Trainer Schmidt noch verzweifelt umzustellen - mitten in der Aktion wechselte er den Verteidiger Vitor Manu für Stürmer Rutger Haswell ein, was den Fans ein kollektives Stirnrunzeln bescherte.

Lanzarote witterte Blut. In der 92. Minute war es Ignacio Mendivil, der nach schöner Vorarbeit von Ulf Berg das 3:2 erzielte. Und als Valencia noch einmal alles nach vorn warf, konterte Lanzarote eiskalt: Alfred Detari, der schon zwei Assists auf dem Konto hatte, verwandelte in der 94. Minute selbst zum Endstand von 4:2.

Die Zahlen untermauern das Bild: 56 Prozent Ballbesitz für Lanzarote, jeweils 12 Torschüsse, aber die Gäste nutzten ihre Chancen schlicht klüger. "Wir spielen mit Herz, aber manchmal ohne Kopf", knurrte Sascha Schmidt nach dem Spiel. Sein Gegenüber Leverkusen grinste nur: "Ich habe den Jungs gesagt: Wenn ihr das Meer überquert, bringt Punkte mit. Sie haben gehorcht."

Ein bitterer Abend also für Valencia, der mit einer Gelben Karte für Denic (5.), einer Verletzung von Linksverteidiger Francois Wolff (85.) und einem Platzverweis endete. Die Fans pfiffen zwar, aber nicht ohne Galgenhumor - ein älterer Herr auf der Tribüne rief: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens spektakulär!"

So bleibt Lanzarote die Überraschung des 13. Spieltags der Primera Liga. Ihre offensive Grundausrichtung zahlte sich aus, während Valencia am Ende mehr mit sich selbst als mit dem Gegner kämpfte.

Am Montag wird Trainer Schmidt wohl lange Videoanalyse betreiben müssen - und vielleicht ein paar Stoßgebete Richtung Abwehrzentrum schicken. Oder wie George Leech es trocken formulierte: "Zwei Tore müssen eigentlich reichen. Wenn nicht, läuft was schief."

Ein Spiel also, das als Lehrstück in Sachen Effizienz und Geduld in Erinnerung bleiben wird - und als Beispiel dafür, dass man ein Fußballspiel eben nicht nach zehn Minuten bewerten sollte. Denn Lanzarote kam, sah - und traf viermal.

07.06.643987 04:17
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