Marca
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Valencia siegt 3:2 - Feuerwerk in der ersten Halbzeit, Zittern in der zweiten

Ein lauer Februarabend, 34.201 Zuschauer im Mestalla-Stadion, und ein Spiel, das den Begriff "Abwehrarbeit" offenbar nur aus dem Wörterbuch kannte: Valencia CF gewann am 19. Spieltag der 1. Liga Spanien mit 3:2 gegen den tapferen Aufsteiger Conquense - ein Spektakel, das in der ersten Halbzeit alles bot, was man braucht, um den Puls auf 180 zu treiben.

Schon nach neun Minuten kochte das Stadion. Martin Dobias, Valencias quirliger Linksaußen, nahm einen Pass von Mittelstürmer Rutger Haswell auf, drehte sich einmal um die eigene Achse und schob den Ball eiskalt ins lange Eck - 1:0. "Ich hatte einfach Lust, den Ball zu streicheln - nur eben ins Netz", grinste Dobias später in der Mixed Zone.

Doch die Freude währte kaum länger als ein Espresso. Nur drei Minuten später köpfte Conquenses Innenverteidiger Marko Dordevic nach einer Ecke den Ball ins Tor - ein Treffer, der so gar nicht nach Innenverteidiger aussah. "Ich wollte eigentlich nur stören", erklärte der 25-Jährige lachend. "Aber wenn der Ball dann schon mal auf dem Kopf liegt…"

In der 28. Minute drehte sich das Spiel plötzlich: Conquenses Jiri Trojan, sonst eher für die ruhigen Töne im Mittelfeld zuständig, zirkelte den Ball aus 20 Metern unhaltbar ins Kreuzeck. 1:2 - und das Mestalla war kurz still. Trainer Sascha Schmidt schüttelte an der Seitenlinie den Kopf und brüllte: "Wach werden, Männer, das ist kein Trainingsspiel!"

Seine Spieler hörten ihn offenbar laut und deutlich. Drei Minuten später, Minute 31, kombinierte sich Valencia traumhaft durchs Mittelfeld - Ferron legte auf, Dobias knallte den Ball zum 2:2 ins kurze Eck. "Da haben wir kurz so gespielt, wie ich mir das eigentlich 90 Minuten wünsche", meinte Schmidt später mit einem süffisanten Lächeln.

Als die Zuschauer sich noch die Kehlen befeuchteten, legte Valencia nach: In der 42. Minute sprintete Rechtsverteidiger Salvador Carballo auf der Außenbahn entlang, flankte flach in den Strafraum, wo Albert Ferron lauerte und den Ball aus zehn Metern über die Linie wuchtete - 3:2! Es war der letzte Treffer des Abends, aber sicher nicht das Ende der Spannung.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Torwartwechsel bei Conquense: Der junge Francisco Muñoz, gerade einmal 17 Jahre alt, ersetzte den erfahrenen Rafael Blanco. "Ich hab ihm gesagt: Junge, genieß das, aber bleib ruhig", verriet Trainer Andreas Sch nach der Partie. Muñoz blieb ruhig - und hielt mit jugendlicher Unbekümmertheit einen Schuss nach dem anderen.

Conquense drückte, Valencia konterte, doch das Spiel verlor mit zunehmender Dauer an Präzision. Die Statistik zeigte am Ende ein leichtes Übergewicht für die Gastgeber: 52,5 Prozent Ballbesitz und 6:5 Schüsse aufs Tor. Nur die Zweikampfquote - 49,6 Prozent - ließ Trainer Schmidt etwas die Stirn runzeln. "Da war mehr Theater als Kampfgeist dabei", knurrte er.

In der 56. und 60. Minute versuchten Nyman und Baena noch einmal, den Ausgleich zu erzwingen, doch Valencias Keeper Francisco Pelegrin blieb standhaft. "Ich hab einfach so getan, als wär’s ein Trainingsspiel - dann wird man automatisch ruhiger", sagte er mit einem breiten Grinsen.

Kurz vor Schluss wurde es noch einmal hitzig, als Carballo eine Gelbe Karte kassierte, weil er den Ball nach einem Foul demonstrativ in die Luft drosch. "Ich wollte nur den Mond treffen", entschuldigte er sich halb ernst, halb amüsiert. Das Publikum nahm’s ihm nicht übel - die Fans feierten ihn mit einem ironischen "Ole!".

Am Ende blieb es beim 3:2 - ein Ergebnis, das den Spielverlauf gut widerspiegelte: Valencia mit der feineren Technik, Conquense mit dem größeren Herz. Trainer Sch fasste es treffend zusammen: "Wir haben gegen ein Team verloren, das seine Chancen besser genutzt hat. Aber wenigstens war’s schön anzusehen."

Valencia dagegen darf weiter von höheren Tabellenregionen träumen. Zwei Tore von Dobias, eine Vorlage von Haswell, eine von Ferron - das Offensivtrio harmonierte prächtig. Und wenn man die zweite Halbzeit ausblendet, könnte man fast sagen: Ein überzeugender Auftritt.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn sie so weiterspielen, krieg ich bald Herzrasen im Abo."

Ein Spiel mit fünf Toren in einer Halbzeit, einem 17-jährigen Torwart, einem gelbverwarnten Spaßvogel - und der Erkenntnis, dass Fußball manchmal einfach schöner ist, wenn man die Verteidigung kurz vergisst.

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